Sommerloch

Ihr kennt das inzwischen: einmal im Jahr herrscht hier weitestgehend tote Hose. Sommerpause. Eigentlich ganz schön ätzend, immerhin gibt es aber jede Menge coole Veranstaltungen – so ganz fußballfrei ist eben doch nie! Das vergangene Wochenende hätte da genialer nicht sein können: 25 Jahre Ultras Rapid Block West. Wie es sich gehört haben es die Geburtstagskinder ordentlich krachen lassen. Sonne, Gösser, Wunderkerzen. Ein perfekter Tag.
Inzwischen dürfte so ziemlich jeder das Video vom Feuerwerk gesehen haben. Social Networking und so. – Weil´s aber so schön war und wir noch immer eine Gänsehaut bekommen, hier noch einmal:

…und während ihr noch alle zu den Klängen des „old Ludwig van“ mitsummt sei euch gesagt, dass wir schon fleißig an neuen Ya Basta!-Ausgaben werkeln. Schon jetzt könnt ihr euch auf einige interessante Themen freuen, das 25-jährige der UR gehört natürlich dazu. Bis dahin wünschen wir euch einen fetten Sommer.
Ya Basta! – Richtig Horrorshow.

RIP Andrea!

Vergangenen Sonntag verunglückte eine Bus der Curva Nord Brescia auf der Rückfahrt vom Play-Off Spiel in Livorno. Es gab mehrere Verletzte und ein Todesopfer.
Gestern wurde Andrea die letzte Ehre erwiesen. Ruhe in Frieden, wir sehen uns im Himmel!

IFK Pokalsieger 2013

Wen interessieren schon „die Großkopferten“?! – Vor wenigen Minuten konnte der IFK Göteborg das schwedische Pokalfinale für sich entscheiden. Die Blau-Weißen siegten im Finale gegen Djurgardens IF mit 3:1 nach Elfmeterschießen. Das Ya Basta! gratuliert und wünscht berauschende Feierlichkeiten!

Überwachungsstaat

Wer sich schon immer gefragt hat, was unsere Zivis und SKBs den ganzen Tag eigentlich so machen und warum so mancher Hoeneß keinen Bock mehr auf Steuern zahlen hat, dem empfehlen wir folgenden Link:

Bundesliga, letzter Spieltag: Vorauslage der ZIS*

… einige dürften nichts anderes erwartet haben, die meisten dürfte es dennoch schockieren, mit welchem Irrsinn Daten erhoben und Informationen gesammelt werden. Die Herkunft, und damit auch Rechtmäßigkeit, lässt weitere Fragen offen. Ergänzend wollen wir daher noch folgenden Artikel nachschieben:

Daten-Sammelwut: „Polizei forscht Fußball-Fans aus“ von Redaktion Publikative.org

*Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze

Kurvenfunk investigativ

An alle Chabos, Babos und Chays: morgen ist wieder Kurvenfunk. 18 Uhr, auf der 95.8 auf Radio Z. Dieses Mal widmen sich die Jungs dem Thema Viagogo, NoGo, GoGo. Dort wird nach wie vor dicker Reibach gemacht, während die Vereine „das Geschäftsmodell“ feiern.
Daneben gibt es wie immer den üblichen Klamauk und Schabernak zu hören. Glotze aus, Kurvenfunk an. Danach wieder als Stream auf dem Kurvenfunk-Blog.

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Frühlingsfest, 19.05.2013

Ultras Nürnberg veranstaltet am Sonntag, 19.05., ein Frühlingsfest mit 3 Live-Bands, diversen Ständen und viel Tamtam. Aufgrund eines Wechsels in größere Örtlichkeiten können kurzfristig noch mehr Clubfans und Freunde dabei sein. Eintrittskarten gibt es daher nun auch am Samstag für nur 5 Euro am Stand des Förderkreis Choreographien.
Schnell zugreifen, das Kontingent ist begrenzt.

Der Förderkreis sagt DANKE!

… daher liegen für alle Mitglieder des Förderkreises zum Spiel gegen Werder Bremen die neuen Geschenke am Stand neben dem Container zur Abholung bereit.
Wer noch kein Mitglied ist, kann das natürlich gleich am Samstag nachholen. Weitere Infos dazu und zum Förderkreis selbst gibt es ebenfalls am Stand.
Also, schnell hin da, Mitglied werden und die Choreos unterstützen – gab ja doch ein paar coole Sachen dieses Jahr – lohnt sich!

Fotojahrbuch

Es ist mal wieder soweit:
Beim Bremen Heimspiel gibt es am Container von Ultras Nürnberg das aus den Vorjahren bekannte Paket mit Fotojahrbuch der vergangenen Saison (die besten Bilder der Saison auf 100 Hochglanz Seiten), der UN-Saisonkarte 2013/2014 (Voraussetzung um auch in der neuen Saison am Container Nordkurve Artikel zu bekommen) und einem schicken Nordkurve T-Shirt in der Farbe Weinrot. Aufgrund der Engpässe in den letzten Jahren, wurde die Auflage leicht erhöht. Trotzdem ist es sehr ratsam, pünktlich nach Stadionöffnung beim Container vorbeizuschauen. Die Saisonkarte wird natürlich auch einzeln verkauft, während Fotojahrbuch und T-Shirt nur im Paket mit der Karte zu haben sind.

Lange Rede – kurzer Sinn:
Für 15 Euro können sich alle Glubberer das Schnäppchen sichern. Der Preis wurde im Vergleich mit den vergangenen Jahren angepasst, ist aber immer noch über alle Zweifel erhaben. Mit dem Erwerb des Pakets unterstützt ihr die Gestaltung der Nordkurve mit Materialien bzw. Choreografien und die Saisonkarte im Geldbeutel zeigt Verbundenheit mit dem Engagement von Ultras Nürnberg 1994.

Ya Basta! #36
Out now!

Es gibt ja nicht viele Dinge, die uns am Ende dieser Saison noch erheitern könnten…
… das neue Ya Basta! gehört jedoch zweifelsohne dazu. Sofern auf dem Versandweg nicht noch etwas dazwischen kommt, wird es pünktlich zum Heimspiel gegen Leverkusen am Samstag eintreffen!
Nach 6 Jahren und 36 Ausgaben ist es zwar nicht mehr ganz so einfach, besonders gute Nummern herauszuheben, doch ohne Zögern würden wir die aktuelle Nummer wohl zu den Besten zählen. Wer die nicht hat, verpasst wirklich was – versprochen!

Erstmalig haben wir das Heft auf satte 116 Seiten aufgestockt. Dadurch und den damit verbundenen Druckereiwechsel mussten wir den Preis jedoch leicht auf 2,50 Euro anheben.
… doch es wird sich definitiv lohnen.

In unserem Titelthema beschäftigen wir uns auf 28 Seiten mit der Zaunfahnenkultur im In- und Ausland. Wir beleuchten die Entstehung sowie Bedeutung, werfen einen Blick auf verschiedene Stile sowie die Nürnberger Zaunfahnen und führten Interviews mit Szene-Kennern über Polen, England, Italien, Südamerika und den Balkan. Darüber hinaus beschäftigen wir uns aber auch mit den legendärsten Zaunfahnenverlusten, erzählen die ein oder andere Anekdote und schließen mit einem Text über „Respekt und Rivalität“. Was euch dabei jedoch nicht erwarten wird, ist ein Artikel zum Verlust sämtlicher Fürther Szene-Zaunfahnen bzw. zu ihrer Stellungnahme. Zu ersterem können/wollen wir uns gar nicht äußern und zu letzterem hätte es zwar viel zu sagen gegeben, aber wir hatten schlichtweg keine Lust, keinen Platz und keine Zeit, uns damit zu beschäftigen. Trotzdem sind wir uns sicher, dass dieses Thema bisher noch nirgendwo so umfangreich niedergeschrieben wurde und man es sich wirklich nicht entgehen lassen sollte.

Des Weiteren gibt es natürlich auch wieder die üblichen Rubriken, wobei wir aufgrund der vielen Spiele und Choreographien ein großes Augenmerk darauf gelegt haben. Es erwarten euch also viele Bilder und sicherlich auch die ein oder andere ungekannte Hintergrundinfo.

Einen Spielbericht daraus wollen wir euch daher schon vorab zur Verfügung stellen:

Leseprobe Ya Basta #36
YB Ausgabe 36 -Spielbericht Schalke

YB Cover 36

Inhalt:

★ 6 Jahre Ya Basta! Teil 6: 2012/2013
★ Titelthema: Zaunfahnenkultur
★ Spielberichte
★ Szene News
★ Lesestoff & Flimmerkiste (Fanzine- und Buchbesprechungen, Sky-Doku)
★ RSH
★ Staatsfeinde (Texte: Wir machen auch Hausbesuche // Absicht oder Zufall – Die Rolle der Polizei in München)
★ Sicherheit kostet Menschenleben
★ Förderkreis Choreographien – Bilder Making of
★ Meine Stadt Spezial (Der Nürnberger Trichter – Mythos oder Realität)
★ Amici (Neues von unseren Freunden, 10 Jahre UN + UGE, Rückblick: Hugos sind nicht auszulöschen, Tourbericht Larissa, Spielberichte Schalke – Dortmund, Galatasaray – Schalke, Nyköpings – Göteborg)
★ Seitenblick („Blut muss fließen“ – Ein Journalist wagt sich in die Neonazi-Szene)
★ Auswärtsblock

Derbyniederlagen kann man nicht schönreden

Nordkurve Nürnberg,

es ist uns allen sicherlich nicht leicht gefallen, in Hoffenheim zu schweigen und uns damit gegen unser inneres Bedürfnis, immer die Mannschaft unterstützen zu wollen, zu stellen. Aber es war und ist wichtig den Spielern zu zeigen, dass derartige Derbyniederlagen und der Umgang damit nicht konsequenzenlos von der Kurve hingenommen werden dürfen!

Positiv zu erwähnen ist, dass das Spiel in Hoffenheim ohne größere Anfeindungen untereinander vonstatten ging. Naturgemäß gab es zwar ein paar gegenseitige Pöbeleien, wenn man jedoch die Tage zuvor ins Internet schaute, konnte man ja das Schlimmste befürchten. Das hat mal wieder gezeigt, dass das Internet eine komplette Parallelwelt zur Realität im Stadion darstellt und die Reaktion von Ultras Nürnberg nicht so verkehrt gewesen sein konnte. Immerhin schlossen sich große (!) Teile des Gästeblocks fast durchgängig dem Boykott an – auch wenn das einige nicht wahrhaben wollen.

Wie der Vorsänger zu Beginn des Spiels aber auch noch einmal betonte, sollte es jedem freigestellt sein, die Mannschaft zu unterstützen. Ultras Nürnberg hatte diese Entscheidung lediglich für sich getroffen und zu keiner Zeit zum Boykott aufgerufen. Die persönlichen Enttäuschungen wiegen für die Gruppe, nach Gesprächen mit der Mannschaft im Vorfeld des Derbys und der aufwändigen Choreographie, einfach viel schwerer, als dies bei anderen Clubfans der Fall sein dürfte. Die Behauptung auf fcn.de „sowie die Club-Fans dazu aufgefordert, die Mannschaft vor dem Spiel nicht zu begrüßen.“ ist demnach falsch und trägt nicht zu der geforderten sachlichen Diskussion bei!
Des Weiteren waren noch immer genug Clubfans vor Ort, die die Mannschaft hätten unterstützen können. Es war von einem Großteil aber einfach nicht gewünscht – das gilt es zu respektieren. Die wenigen, die das nicht taten, sollten sich dafür hinterfragen, ob sie ihren Anspruch von (spielbezogener) Unterstützung im Sinne des FCN erfüllt haben oder sich nicht doch mehr damit beschäftigten, den restlichen Block zum Singen aufzufordern/anzupöbeln.
Sicherlich darf man sich auch über Entscheidungen enttäuscht zeigen und muss sie nicht gut finden. Und natürlich darf es auch andere Meinungen geben. Was aber nicht zu respektieren und auch nicht zu akzeptieren sind, sind die Aufforderungen oder gar Anfeindungen – besonders im virtuellen Vorfeld – an Ultras Nürnberg, die Mannschaft gefälligst zu unterstützen. Ultras Nürnberg ist kein Dienstleister und hat auch keine vertraglichen Pflichten – falls hier jemand etwas mit Spielern oder anderen Vereinsangestellten durcheinanderbringt. Und Ultras Nürnberg muss auch nicht immer alles jedem Recht machen. Geht auch gar nicht – so viele unterschiedliche Forderungen und Wünsche, die täglich indirekt (virtuell) oder direkt (persönlich) an UN herangetragen werden.

Letztendlich ist auch jeder selbst für die Stimmung (mit)verantwortlich – sogar die Spieler durch ihre Leistungen. Bevor also Hanno Balitsch via Medien sein Unverständnis äußerst, sollte er lieber mal die letzten Spiele aus sportlicher Sicht Revue passieren lassen. Selbstkritik würde einigen „sogenannten Spielern“ (um im Sprachjargon Balitschs zu bleiben) gut zu Gesicht stehen! Unabhängig von der Derbyniederlage gab es nämlich auch in Hoffenheim ab der 1. Minute keinen sportlichen Grund, die Mannschaft zu besingen. Das, lieber Raphael Schäfer, war übrigens auch nicht die Meinung einer „gewissen Gruppierung“, sondern die eines Großteil der anwesenden Fans.
Das ohnhein angespannte Verhältnis Mannschaft/Fans wird durch solch polemische Aussagen jedenfalls nicht gerade verbessert…
… und auch der aktuelle Beitrag auf fcn.de „Bedenkliche Tendenz – Grenzen überschritten“ tut das nicht. Viel mehr muss man sich fragen, ob dadurch eine Aussöhnung in naher Zukunft überhaupt noch möglich/gewünscht ist?! Aus einer öffentlichen Schlammschlacht würden jedenfalls beide Seiten nicht als Sieger hervorgehen…

Trotzdem wollen wir an dieser Stelle beipflichten, dass Drohungen gegenüber Spielern – ganz gleich welcher Art – völlig deplatziert und überzogen sind. Es ging und geht darum, den Spielern die Bedeutung des Derbys – v.a. für uns Fans – verständlich zu machen und ihnen zu zeigen, dass uns diese Niederlage einfach die Lust & Laune verhagelte. Es ging und geht jedoch nicht darum, die Spieler vom Hof zu jagen! Also, cool bleiben, FCN-Fans!
Ultras Nürnberg hat sich – entgegen anderer Behauptungen – in Hoffenheim äußerst diszipliniert verhalten. Die Mannschaft wurde wie angekündigt nicht unterstützt, aber auch nicht übermäßig bepöbelt. Man verfolgte das Spiel emotionslos. Nicht mehr und nicht weniger. Das muss man den Fans auch mal zugestehen!!! Wir sind eben keine Groupies und Fußballprofis keine Teeniestars!

Wir wollen an dieser Stelle aber auch noch einmal betonen, dass es in dieser Mannschaft durchaus einige (jüngere) Spieler gibt, denen das Verhältnis Mannschaft/Fans sehr am Herzen liegt!
… die sich für die Belange und die Aufopferung der Kurve interessieren bzw. diese wertschätzen
… die sich auch gegenüber den Fans verpflichtet fühlen
.,. die zusammen mit den Fans beim FCN noch etwas erreichen wollen
Zu diesen Spielern werden wir weiterhin den Kontakt suchen und ausbauen! Sie sind es auch, die derzeit die Gefühlswelt und das Handeln der Fans nachvollziehen können. Und sie sind es auch, die bei einem nächsten Derby mit der nötigen Einstellung auflaufen werden! Wollen wir hoffen, dass sie in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen, noch wichtiger für die Mannschaft werden und die Bindung zu den Fans aufrecht erhalten!

Abschließend wollen wir noch einmal Martin Bader zitieren:
„Jeder hat sich nach der Niederlage schwarz geärgert – innerhalb des Vereins und deutlich sichtbar nach außen.“
… nichts anderes tut Ultras Nürnberg und jeder würde sich wünschen, wenn dieses Kapitel schon sehr bald geschlossen werden könnte!
Immerhin wurde mit dem Boykott offensichtlich erreicht, dass sich mit der Derbyniederlage intensiver auseinandergsetzt wurde, als dies sehr wahrscheinlich ohne diesen radikalen Schritt getan worden wäre.

Keine Unterstützung in Hoffenheim

Als Reaktion auf die erneute Blamage gegen Fürth werden wir die Mannschaft am Samstag nicht unterstützen.
Dabei geht es nicht nur um die 90 Minuten am vergangenen Sonntag, sondern vor allem darum, dass die Mannschaft grundsätzlich keinerlei Verständnis für die Bedeutung dieses Derbys zu haben scheint. Trotz der Pokalschmach aus der vergangenen Saison – die jeder Glubberer noch vor Augen hat – schaffte es das Team allen Ernstes in dieser Saison kein einziges Tor gegen Fürth zu schießen und nur einen Punkt einzufahren. Eine derart schlechte Ausbeute gibt es sonst nur in aller Regelmäßigkeit bei den Derbys gegen die Bayern. Wohlgemerkt schaffte dies die Mannschaft gegen einen Verein, der derzeit drauf und dran ist, diverse Negativ-Rekorde der Bundesliga zu knacken (z.B. kein einziger Heimsieg). Historisch betrachtet gab es seit Gründung der SpVgg Greuther Fürth in 17 Spielen 7 Niederlagen, aber nur 3 (!) Siege! Eine unfassbar schlechte Ausbeute! Das kann nicht unser Anspruch sein!
Nicht nur die heftigen Reaktionen auf die Pokalniederlage 2011 sollten jedem Spieler gezeigt haben, dass das älteste Derby Deutschlands nicht mit einem normalen Pflichtspiel zu vergleichen ist. Es geht dabei um viel mehr! Jedes Spiel kann man verlieren, aber nicht dieses! Und schon gar nicht kampflos! Es gibt kein anderes Spiel mit einer höheren sportlichen Bedeutung. Dies wurde auch Teilen der Mannschaft in der Woche vor dem Spiel nochmal verdeutlicht. Wenn man sich die Spielerzitate im Anschluss an das Spiel anschaut, wird aber klar, dass hier Perlen vor die Säue geworfen wurden. Insbesondere der Kapitän Raphael Schäfer, der mittlerweile seit vielen Jahren in Nürnberg ist, fiel mit seinen Worten „Ich lasse mir nicht die gute Saison wegen einem Spiel schlecht reden.“ negativ auf. Wenn schon der Kapitän derart gelassen die Derby-Niederlage hinnimmt – wie sollen dann die anderen Spieler verstehen, um was es geht?
Da es „dank“ der Niederlage auch sportlich in dieser Saison um gar nichts mehr geht, fiel es uns umso leichter, über das weitere Vorgehen in Hoffenheim zu entscheiden. Sicherlich war die Leistung der Mannschaft in der Rückrunde weitgehend überdurchschnittlich. Leider wurde bei den vergangenen beiden Derbys in München und gegen Fürth aber deutlich, dass die Mannschaft keine große Lust hat, in einem Derby die entsprechend kämpferische Leistung zu bringen. Deshalb haben wir auch vorerst keine Lust mehr, diese Mannschaft zu unterstützen und werden das Spiel in Hoffenheim schweigend verbringen. Darüber hinaus haben wir auch eine Choreo, die anlässlich des Vereinsjubiläums gegen Leverkusen geplant war, abgesagt.

Ultras Nürnberg 1994

Video Nürnberger Trichter / Derbyversager

Es ist und bleibt leider unglaublich: Die Mannschaft vergeigt das wichtige erste Bundesligaheimspiel gegen die Greuther Fürther.

Im Vorfeld war man wieder zu sicher und locker – im Nachspiel wird das Drama vereinzelt sogar relativiert und verklausuliert – nur nicht das eigene Versagen zugeben oder auch nur ehrliche Selbstkritik zulassen, geschweige denn in Richtung Betroffenheit oder Gefühle der Fans zu denken. Von Spielerseite kommend klingen u.a. folgende Aussagen wie Hohn und Spott in den Ohren der bedröppelten Fans:

„Ich lasse mir nicht die gute Saison wegen einem Spiel schlecht reden. „

„Wir haben aber ein gutes Heimspiel gemacht, waren bei jeder Standardsituation gefährlich und hatten unzählige Freistöße.“

Manche in der Mannschaft haben es offensichtlich immer noch nicht verstanden – und sie werden es auch nicht mehr verstehen. Sie sollten selbst zum Trichter greifen (siehe Ende des Videos) oder aber überlegen ob sie noch am richtigen Platz sind!

Absicht oder Zufall?

Wie bereits in vielen Medien zu lesen ist, kam es vor der Begegnung am Samstag zu Zwischenfällen auf dem Weg zum Stadion.
Es hat ein bisschen gerappelt, danach hat sich die Situation beruhigt und es hätte weitergehen können. Passiert. Derby eben.

Doch mal wieder kam es anders. Nicht ganz unerwartet folgten die üblichen Schikanen und ein Shitstorm in den Medien.

Derzeit wird viel spekuliert, wie es zu den Vorfällen gekommen ist. Doch alles, was am Samstag passiert ist und wie es passiert ist, war scheinbar von der Polizei genauso gewollt. Dabei scheut man sich auch nicht, im Nachhinein die Tatsachen zu seinen Gunsten zu verdrehen und zu dramatisieren.
Man muss ja schon fast von Lügen sprechen, wir haben jedenfalls den Glauben daran verloren, dass es nur eine andere Wahrnehmung aus Sicht der Polizei ist.

Zuviel Verschwörungstheorie? Gut, fassen wir die Fakten noch einmal zusammen:
1. Die Nürnberger Autofahrer wurden nicht auf direktem Weg zum Stadion geleitet, sondern unweit eines bekannten Brennpunktes entlang geführt. WARUM?
2. Von diesem Brennpunkt aus näherte sich eine große Anzahl Münchner ohne Polizeibegleitung den Gästen. Kein Problem, doch eine Frage bleibt:
Wenn sich ca. 80 Münchner an einem Brennpunkt unbemerkt sammeln und sich den Gästen nähern können, dann kann das doch kein Zufall sein. Der Polizei, die sonst nie Fehler macht (oder zumindest keine eingesteht) und bei einem Derby angeblich alle Sicherheitsvorkehrungen trifft, soll so etwas verborgen geblieben sein?
3. Da Nürnberg auf einer Brücke stand, war ein direkter Kontakt nur schwer möglich, das ganz große Chaos blieb also aus. Aber warum der Stress, aus einem kleinen Chaos kann man ja später immer noch ein großes Chaos machen und Tatvorwürfe finden sich auch immer.
4. Selbst ging das USK mit äußerster Brutalität und einer wahren Freude auf die Fans los. Beim Betrachten ihrer Videoaufnahmen sieht man USK’ler tuscheln und lachen.
5. Nur wenige Stunden später liest man von einer neuen Dimension der Gewalt gegen Polizeibeamte. Um das zu „belegen“, präsentierte man schockiert die Zahl von 16 verletzten Polizisten und spricht von einem Steinhagel. Rund 400 Augenzeugen haben die Situation komischerweise ganz anders erlebt…
6. Abseits der öffentlichen Wahrnehmung zeigt die Polizei dagegen gerne ihr wahres Gesicht. Viele Festgenommene berichten von Drohungen und Beleidigungen seitens der Polizei während ihrer Ingewahrsamnahme. Aber auch andere Glubbfans berichten von ähnlichen Vorfällen.
7. Der Plan wird vollendet: Innenminister Herrmann forderte umgehend ein konsequentes Vorgehen gegen die „Randalierer“ und stärkte seinen prügelnden Polizisten den Rücken! Er verspottet damit alle Opfer der Polizeigewalt an diesem Tag und befeuert – plangemäß – die Debatten um Sicherheit beim Fußball erneut.

Fazit:
Von diesen Vorfällen profitierte nur die Polizei. Sie hat es krachen lassen wollen, um danach wieder alle Maßnahmen ergreifen und Register ziehen zu können. Immerhin wird es somit wahrscheinlicher, dass sie sich in naher Zukunft Arbeit sparen wird, wenn Gäste regelmäßig verboten sind.

Es ist jedoch ein Armutszeugnis für unser Land und unsere Politik, wenn die Exekutive dank ihrer Meinungshoheit in der Öffentlichkeit und unter dem Deckmantel des Gewaltmonopols mit solch perfiden Methoden agiert.
Man braucht ja nicht glauben, dass es in anderen Bereichen anders zugeht. Der Polizeiberuf ist jedenfalls schon lange kein besonders ehrenwerter mehr…

Und nein, natürlich wollen wir der Polizei nicht pauschal vorwerfen, dass sie uns einerseits in unserer Freiheit beraubt, wenn sie uns im engen Kessel zum Stadion geleitet, und andererseits die Schuld an Rauferein trägt, wenn sie mal nicht so präsent ist. Wir fordern auch bestimmt nicht, dass sie andere dafür besser zu bewachen hat und unseretwegen kann sie ja auch weiter prügeln & beleidigen.
Nur: Wenn sie aus den Raufereien, die sie ja berufsbedingt eigentlich verhindern will, mittlerweile mehr profitiert, dann könnte man durchaus den Verdacht hegen, dass ihr möglicherweise daran gelegen ist. Und wenn dadurch junge Leute kriminalisiert werden und wir massive Einschnitte wie Fahrverbote zu befürchten haben, dann muss das vehement kritsiert werden.
Genau das war in München der Fall, denn durch die oben geschilderte Masche profitiert die Polizei. Mehr, als wenn alles seinen ruhigen Lauf genommen hätte…

… aber das ist auch nur unsere Wahrnehmung. Interessanterweise teilen diese Wahrnehmung jedoch immer mehr Fußballfans.
Wenn diese Wahrnehmung also falsch ist, dann täten Polizei & Politik an ihrer Stelle doch gut daran, diese zu widerlegen…
… doch wahrscheinlich werden sie sich wieder nur ins Fäustchen lachen. DIE können ja doch nichts machen, DENEN glaubt ja sowieso niemand.

Augenzeugenbericht: http://meyerjohannes.de/einmal-mit-profis-oder-wie-es-die-polizei-schafft-einen-normalo-gegen-sich-aufzubringen/

Daggl #4
Out now

Erhältlich zum Derby gegen die Vorstadt im Handverkauf und am Container des Fanprojektes.

Auf 112 Seiten gibt es in Ausgabe 4 folgenden Inhalt:

• alle Spiele der ersten Mannschaft des 1. FC Nürnberg von Oktober bis Januar
• Groundhopping aus Trinidad & Tobago, Grenada, Irland, Nordirland, Mazedonien, Tschechische Republik, England, Deutschland, Polen, Italien, Frankreich, Swasiland, Botswana, Südafrika, Lesotho, Spanien
• Rückblick
• Fanzinevorstellung „Red Army News“
• Reviews
• das Glubb-Quiz
• Dagdiggschdammdisch

Köpke, Zarate & Co



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