Derby – Nachbetrachtung

Das gestrige Derby hielt leider nicht die großen Erwartungen und Ankündigungen.

Vor dem Hintergrund der gekippten Allgemeinverfügung und der genehmigten Choreografie wollte Ultras Nürnberg nun selbstbestimmt zum Stadion laufen. Fast schon verzweifelt betonte man seitens der Stadt Fürth, dass jeder Fan willkommen sei – sogar willkommen, um in der Gustavstraße ein Bier zu trinken.

Siehe hierzu auch das Video vom Pressegespräch – und selbiges fand ja sogar noch vor der gekippten Allgemeineverfügung (welche ja einem kollektiven Betretungsverbot gleichgekommen wäre) statt:

Die Wahrheit sah leider mal wieder ganz anders aus …

Viele Personen aus der eigenen Szene hatten von Anfang an ihre Zweifel an der Substanz des Angebots. Jedoch wollte man es ausprobieren, die Verfügung knickte ein – jetzt sollte der Weg durch die Stadt endgültig frei sein – man war sogar bereit, die unmittelbare Gegend um den Fürther Treffpunkt „Rathaus“ als tabu zu akzeptieren.

… doch „Willkommen“ sieht anders aus …

Man war als Glubbfan keineswegs willkommen. Immerhin gelang es Ultras Nürnberg und einigen weiteren Grüppchen in die Stadt zu kommen. Dort sah man sich jedoch den üblichen Gästeschikanen gegenüber, auch wenn die Polizei insgesamt sicherlich zurückhaltender auftrat bzw. auftreten musste: Wegvorgaben, Absperrungen, temporäre Kessel, kleinere Schubsereien (um den Bürgersteig für Polizisten freizumachen) und blöde Sprüche. Ultras Nürnberg bewertet damit auch das eigene Vorgehen als gescheitert, welches sowieso schon im Vorfeld intern umstritten war. Die Sicherheitsbehörden haben damit eine große Chance vergeben.

Trotzdem hat sich UN über den gesamten Spieltag nicht provozieren lassen und hat bewiesen, dass man seinen Laden im Griff hat. Die Polizei schreibt sich den störungsfreien Ablauf dagegen selbst zugute. Fakt ist jedoch, dass es zu diesem Ergebnis kam, weil Ultras Nürnberg das so wollte. Das sollte man sich auch selbst eingestehen und bei zukünftigen Entscheidungen berücksichtigen!

Viele gesprächsbereite Personen der Fanszene sind an diesem Tag jedoch nachhaltig geschwächt worden.

… und vielleicht sollte die Stadt Fürth ernsthaft überlegen, ob sie so etwas wie Erstligafußball und ein Derby in ihrer Stadt überhaupt austragen will. Wenn man mit soviel Einschränkungen und Ablehnung reagiert, dann scheint man diesen Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Da hilft es auch nichts, mit schamlosen Lügen immer wieder eine Bedrohung herbeizureden. Wir wollen ja nicht behaupten, dass dies besonders leicht sei, aber jede andere Stadt bekommt das besser und weniger peinlich hin.

Eine ähnliche Einschätzung findet sich auch in folgendem Artikel:
nordbayern.de: Derbytag in Fürth – Viel Lärm um Nichts