Archiv für Dezember 2012

Schämt Euch!

Wer erinnert sich noch an das diesjährige Auswärtsspiel des Glubb bei den Freunden aus Gelsenkirchen?

Ja, es war der 9te Spieltag und nach sechs sieglosen Spielen suchte eine Gruppe von Fans, weit nach dem Schlusspfiff auf Schalke, den Kontakt zur Mannschaft. Man spazierte über einen offenen Zugang hinter der Arena zum dort geparkten Mannschaftsbus und wartete friedlich auf die Spieler. Zu Beginn vertrieb man sich noch vor dem Bus die Zeit mit eher klassischem Liedgut aus Hannover „Dieter Hecking raus, Hecking raus, Dieter Hecking raus“. Nachdem sich recht schnell ein paar Spieler vor dem Bus eingefunden hatten, wurden ihnen die Bedenken und Ängste bezüglich der bevorstehenden Derbys mitgeteilt. Die Jungs versicherten glaubhaft, dass noch alles in der Mannschaft und bezüglich des Trainers stimmte – es gab Applaus, man verabschiedete sich und die Fans zogen ungehindert ab. Zu keinem Zeitpunkt wurden die Fans des Platzes verwiesen oder ähnliches.

Soweit der Sachverhalt! Die Geschichte war eigentlich schon fast vergessen, wird aber durch aktuelle Ereignisse wieder hochgekocht. Die Mannschaft hielt Wort und zeigte in den Derbys jede Menge Charakter – und natürlich glauben auch die Fans, dass ihre ehrlichen Worte der Sorge und Motivation zumindest einen kleinen Beitrag dazu geleistet haben, dass in den wichtigen Spielen wirklich die Fetzen flogen (Beispielbild – „das hat dem Schweini aber weh getan“) – so sieht Derby-Einstellung aus – bravo!

Bezüglich des Trainers und seiner Charakterstärke haben sich die meisten Personen wohl getäuscht – Hecking hat jetzt in der Winterpause ohne Not den Verein verlassen und selbigen somit im Stich gelassen. Das Thema hatten wir aber schon beim letzten Eintrag hier auf dem Blog. Die Zeitung „Die Welt“ hat dazu einen weiteren Artikel veröffentlicht– und jener ist uns natürlich auch wieder einen Link wert: „Der Wechsel zum VfL Wolfsburg beweist, dass es in der Bundesliga um Anstand und Charakter nicht so gut bestellt ist, wie viele vielleicht glauben.“ Trefflich formuliert – und Experten hatten genau dieses Defizit schon beim „Zwangsabgang“ von Marek Mintal nach Rostock erkannt.

Zurück zum 9ten Spieltag. Die Medien versuchten zunächst aus der friedlichen Kommunikation mit der Mannschaft einen wütenden Pöbelhaufen zu machen – weil es halt wie immer sein muss und einfach in das vom Zeitgeist geprägte Bild der „sogenanten Fans passt“. Zum Glück gab es aber genügend Beobachter und wohl auch „Mitfilmer“, die wahrheitsgemäß berichteten. Innerhalb kürzester Zeit drehten sich die Meldungen – und im Doppelpass am 28.10.2012 übte ein Journalist respektable Selbstkritik an den Medien bzw. beschrieb die Vorgänge sehr gut.

Selbst der ungeliebte Dieter Hecking bezeichnete den Vorfall als „positives Zeichen des friedlichen Miteinanders“.

Soweit – so gut, Schnee von Gestern! Denkste, denn pünktlich zum Weihnachtsfest sind in Nürnberg Vorladungen eingetrudelt - Vorladungen „als Beschuldigter“. Mehr als eine Hand voll Leute, die sich aber auch gar nichts zu Schulden kommen haben lassen, durften sich die Polizeipost unter den Baum hängen. Wenn die Herren Beamten aus dem verlängerten Weihnachtsurlaub zurück sind, dann sollen die Jungs und Mädchen erscheinen. Was für ein Tiefschlag – kommt das Stadionverbot gleich hinterher, oder darf damit dann der Osterhase vorbeihoppeln? Wie geschmacklos – wie grausam – wie niveaulos …. und vor allem „wie haltlos“. Die Fanszene weiß im Moment noch nicht, wer für diese Scheisse verantwortlich ist – ein Verein, die Polizei oder nur die Bosheit einzelner Beamter? Egal wer dafür die Verantwortung trägt – wir verlassen uns auf die volle Solidarität der Nordkurve, wir sind uns sicher, dass sich diese schuldfreien Leute auch auf die Unterstützung unserer Schalker Freunde verlassen können und in letzter Konsequenz hoffen wir auch auf die Hilfe durch unseren Verein und die Mannschaft des 1.FC Nürnberg.

An die richtigen Adressen noch ein paar Worte am Ende: Sieht er so aus, euer neuer Dialog? Und von uns wird erwartet, dass wir uns an Tischen mit Leuten setzten, die das zu verantworten haben? Klar, wir verallgemeinern jetzt und das ist auch polemisch. Die Fakten sehen so aus: Pyrokampagne gescheitert, Sicherheitspapier abgenickt, Stadionverbote hier und da, Bannmeilen, Lex Calcio – Bewährungsauflagen, Szeneverbot – ihr schafft Euch Täter und untermauert damit zur eigenen Rechtfertigung eure Zahlen und Statistiken – auch diese Anzeigen gehen in irgendwelche Statistiken ein. Das alles geschieht zum Wohle aller Stadionbesucher und zur Sicherheit der Öffentlichkeit – lächerlich, denn es gab nie eine ernsthafte Bedrohung. Hier geht es in Wirklichkeit um Macht, Wahlkampf und das große Geld.

Bis dahin ein Salut an alle jetzt unschuldig Angeklagten – „Kopf hoch“ …. und auch den Mittelfinger nicht vergessen …. (ach wie schön pathetisch)

Weihnachtsgeschenk – Hecking ade!

Gut – er war beim FCN durchaus erfolgreich. Aber – es soll Menschen geben, die nicht mit der ein oder anderen Personalentscheidung einverstanden waren und auch die berufliche Vita von Dieter Hecking wenig schmeichelhaft finden. In diesem Sinne: Weihnachtsgeschenk oder großer Verlust? Sei´s drum – der Legendenkiller ist fort! Drei Jahre lang konnte Dieter Hecking die Entfernung zur Familie bei seiner Arbeit in Nürnberg kompensieren – jetzt ging es offensichtlich nicht mehr. Geld spielte bei diesen Überlegungen sicherlich keine Rolle. Wolfsburg bleibt wenigstens konsequent unsympathisch und wenn die Chinesen endlich aufhören VWs zu kaufen, dann steigt der Sponsorenverein auch irgendwann wieder in die verdiente Bedeutungslosigkeit ab. Liebes Christkind: „Erfülle diesen Wunsch lieber heute als morgen!“

Die Welt betitelt in einem aktuellen Artikel „Wolfsburg als Lebenslüge der Bundesliga“.

Normalität?

Eine Woche nach den verabschiedeten Anträgen zum Thema „Sicheres Stadionerlebnis“ kam es beim Pokalspiel zwischen Stuttgart und Köln offensichtlich zu einer sehr unschönen Maßnahme seitens der Polizei. Nach Angaben der Homepage „effzeh.com“ wurde einem ganzen Bus der Fangruppe „Rut Wiess Colonia“ bzw. deren Mitfahrer übel mitgespielt – bis hin zur kompletten Entkleidung.

Ganzkörperkontrollen in Stuttgart

Jetzt kann man natürlich zwischen dem Sicherheitspapier und einem Eingriff der Polizei keine direkte Verbindung spannen. Man muss aber auch kein Freund von Verschwörungstheorien sein, um sich vorstellen zu können, dass die Staatsmacht vor dem Hintergrund des verabschiedeten Papiers nun mit Rückendeckung und Motivation agiert.

Der Vorfall darf auf keinen Fall der Startschuss für weitere dieser Art sein. Sonst hätten am Ende noch die Aeronauten mit ihrer unheilvollen Prognose recht (zugegeben – ein leicht schräger Einwurf, um mal wieder coole Musik zu empfehlen):

Noch ist es nicht soweit. Von welchem Ende wird hier eigentlich gesprochen – im Zusammenhang mit Fußball? Es geht um das Ende einer freien Fankultur, die in sich völlig heterogen sein kann, d.h. sie lässt auch Raum für Leidenschaft und Passion, die eben nicht immer in alle möglichen Grenzen und Zwänge passt – sie muss förmlich unangepasst bleiben, um sich nicht selbst zu verleugnen. Das ist Menschen außerhalb der Kurve oftmals schwer zu vermitteln – und doch gibt es innerhalb dieser Fankultur eine Selbstregulierung und auch soziale Kontrolle.

Viele Gruppen und Kurven mussten am vergangenen Wochenende bzw. bei den Pokalspielen unter der Woche unschöne Situationen überwinden: Vereinsangestellte melden sich zu Wort und fordern Unterstützung (Trainer Klopp in Dortmund) bzw. hetzen sie gegen protestierende Fans (Vorstand Jäger in Düsseldorf). In manchen Stadien fühlen sich Stadiongänger angesichts der stockenden oder ausbleibenden „Folklore der Kurve“ genötigt, ihren Unmut über das veränderte und im Form der Eintrittskarte oftmals teuer erkaufte Fußballerlebnis zu artikulieren bzw. schwingen sie sich plötzlichen zu lautstarken Anfeuerungsrufen auf – Gesänge hört man meist selten, denn dafür braucht es etwas mehr Durchhaltevermögen. Alles nicht weiter schlimm – dies sind nur Begleiterscheinungen des Boykotts – und es sind vor allem auch Zeichen, die eindeutig zeigen, wie sehr die aktiven Gruppen mit dem organisierten Support im Stadion gebraucht bzw. nach so kurzer Zeit des Protest schon vermisst werden.

„Kopf hoch“ – wir lassen uns nicht wie Schuljungs in die sprichwörtliche Ecke stellen. Im ganzen Land findet man starke und organisierte Fanszenen, die noch lange nicht am Ende ihrer Handlungsmöglichkeiten sind. Es liegt jetzt vor allem an den Vereinen, die lokal das Vertrauen zurückgewinnen müssen und für eine „erträgliche Nichtumsetzung“ der Anträge einstehen sollten.

Die Zukunft bleibt spannend – schön aber, dass wir in der Sache auf „Anonymous“ zählen können:

Verrat

Der Drops ist gelutscht – zumindest auf überregionaler Bühne. Auf der Versammlung am vergangenem Mittwoch stimmten die Mitglieder der DFL, also die 36 Bundesligavereine, allen Anträgen des Konzepts „Sicheres Stadionerlebnis“ zu. Vor dem Tagungshotel in Frankfurt standen geschätzte 800 Fans in der Kälte – in stiller Mahnwache. All die Proteste und Gespräche hatten nichts bewirkt – die Vereine und ihre Vertreter haben ihre Kurven verraten, indem sie mit überwältigender Mehrheit zustimmten.

Don´t believe the Hype

Im Nachgang scheppert nun die große und hörige Propaganda-Medien-Maschine. Der Bayerische Innenminister will sich plötzlich mit Ultras Gruppen an einen Tisch setzten, Journalisten berichten davon, dass die Fans die eigentlichen Gewinner sind und zwischen den Zeilen hört man selbst in Fankreisen weichgespülte Aussagen, wie: „So schlimm wird das schon nicht“ oder das altbekannte „wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten“. Tappt nicht in diese Falle – wann wollt ihr aufwachen? Wenn ihr keine Karte für das nächste Auswärtsderby bekommt, weil das Kontingent reduziert wurde! Oder erst wenn euch ein Ordner ins Separee zur Körperkontrolle bittet! Die genehmigten Anträge geben all diesen Horrorszenarien eine Grundlage. Auch das Gejammer der Vereine, dass man handeln musste, sonst hätte die Politik womöglich noch härtere Maßnahmen eingeleitet ist komplett heuchlerisch. Moderner Fußball – wir kennen dich zu gut, um deine hässliche Fratze nicht auch hinter schönen Maskeraden zu erkennen.

Nürnberger Dialogbereitschaft

Seit dem Pokalderby aus dem vergangenen Winter ist das Verhältnis zum Verein sehr angespannt. Teile aus der aktiven Fanszene haben mit dem ein oder anderen Mitarbeiter komplett abgeschlossen. Scheinbar stört das die Leute beim Verein aber nicht einmal – vielleicht ist das Arbeitsleben nun sogar leichter? Beim Sicherheitsbeauftragten nervt jetzt jedenfalls keiner mehr, wann denn der ekelhafte Zaun vor dem 911 wieder abgebaut wird. Der Mann hat sicherlich wichtigere Dinge zu erledigen – Antworten zu eingereichten Konzepten von Fanorganisationen wie der Rot-Schwarze-Hilfe, können da schon mal länger, also monatelang dauern.

Auch ein paar Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind wenig ruhmreich. Jeno Konrad Choreografie beim Heimspiel gegen die roten Münchner – gute Sache, sogar der Verein lobt die Fans auf seiner Homepage. Böse Zungen vermuten natürlich gleich populistische Hintergründe – ein „Salut für den jüdischen Trainer“ macht sich einfach gut. Eine Woche später die Posse um das Frankenderby: Betretungsverbot und Generalverdacht für alle Glubberer – einige Zeitungen und Personen des öffentlichen Lebens erinnern sogar mal wieder an die angeblichen „Nazi-Aufmärsche“ der Nürnberger Fans bei den letzten Gastspielen in der Westvorstadt. Was macht unser Verein? Hinter den Kulissen hoffentlich einiges, so wird einem versichert – auf medial öffentlicher Bühne bekommt die Fanszene wieder einmal keinerlei Deckung, Unterstützung oder Verteidigung – nicht einmal in den vereinseigenen Medien.

Und dann der große Dialog nach dem Bekanntwerden des Konzepts „Sicheres Stadionerlebnis“. Das Fanprojekt kümmert sich darum, dass ein Gespräch zwischen Fanvertretern und Verein zustande kommt. Sorry, bevor wir vergessen zu erwähnen – „die Verantwortlichen des Vereins hatten das natürlich auch vor gehabt.“ – wusste halt nur noch keiner davon. Dann verläuft das Gespräch insgesamt sehr konstruktiv und alle könnten zunächst zufrieden sein. Am nächsten Tag wird auf der FCN Homepage munter über den Konsens berichtet – Gewaltverzicht, Pyroverzicht und und und. Den Fanvertretern geht der Puls auf 200 und auf allen bekannten Internetseiten wird der noch positiv ausgedrückten „eigenwilligen Interpretationheftig widersprochen. Ergebnis oder Reaktion? Nichts – der Verein sieht offensichtlich keinen Redebedarf, der Kommentar wird sogar eine Woche danach in der Stadionzeitung wiederholt und fortan wird auch in allen Interviews und Stellungnahmen vom guten Dialog und der gemeinsamen Einigung gesprochen. Als Beteiligter glaubst du da fast, dass du den Verstand verlierst! Bis zur Entscheidung am Mittwoch gab es kein zweites Gespräch zum Thema Sicherheit. Aber eine Art Presseerklärung am Tag vor der Versammlung, in welcher der DFL schon mal vorab die Unterstützung zugesichert wurde.

Ausblick

Die Party ist noch lange nicht vorbei. Es darf gerade jetzt keinen billigen und einfachen Weg zurück zur Normalität geben. „Bis hierhin und nicht weiter“ ist keine Option – die Linie ist überschritten. Wir haben sprichwörtlich „die Schnauze voll“. Nehmen wir doch einmal das Beispiel Pyrotechnik in Nürnberg: Nach dem Unfall von Bochum hat sich die Szene aus Respekt vor den Geschädigten von Pyrotechnik im Stadion verabschiedet. Die „Men in Black“-Choreo war nach Jahren ein erster, kleiner Schritt zurück – nicht mehr und nicht weniger, auch jetzt geht das Signal an die Nordkurve „es heißt nicht Feuer frei“. Hat uns dieser jahrelange Verzicht irgendetwas gebracht – bezüglich der Repressionsschraube? Nein, wir wurden und werden auswärts genauso mit Materialverboten und willkürlichem Schwachsinn behandelt wie andere Gruppen, die regelmäßig zum Stilmittel Pyro greifen.

Jetzt stehen wir Fans wieder an einem Punkt, wo wir uns entscheiden müssen: Ducken wir uns vor dieser Repression – in der Hoffnung, noch ein paar Jahre halbwegs erträglich und würdevoll unsere Passion zu leben? Oder sind wir bereit alles in die Waagschale zu legen – mit der Möglichkeit, dass es unser Ende sein kann. Wir werden am Sonntag gegen Bremen wieder schweigen und uns in der Winterpause mit dieser beschissenen Frage auseinandersetzen.

„Wir empfinden mehr Schmerz über einen Verrat, der uns um das Ergebnis unseres Talents bringt, als über einen unmittelbar drohenden Tod.“ Honoré de Balzac

Die Stadien sind sicher
Sicherheitskonzept weggeblitzt

Während an diesem Wochenende in vielen Städten der Protest gegen das Sicherheitskonzept mit Demonstrationszügen auf die Straße gebracht wurde, thematisierte ihn UN als Beitrag zum Aktionsspieltag im Stadion in Form einer MIB-Choreographie.

„Here come the men in black – und sie müssen mal wieder blitzdingsen!
Die Stadien sind sicher, es gab nie ein Konzept zum Thema < >“
Passend dazu wurden die beiden Hauptdarsteller, die im gleichnamigen Film mit Hilfe eines „Blitz“-Gerätes die Erinnerung löschen können, vor dem Block hochgezogen. Der Effekt des blitzenden Gerätes wurde schließlich durch einige Blink-Bengalen dargestellt.

Neben der inhaltlichen Aussage wurde seitens UN zum ersten Mal nach Bochum 2010 wieder Pyrotechnik im Stadion eingesetzt. Bewusst an diesem Spieltag, um kurz vor dem 12.12.2012 unmißverständlich zu verdeutlichen, dass das Thema Pyrotechnik auch in Nürnberg nach wie vor zur Fankultur gehören soll. Bewusst aber auch sehr dezent und in Form einer Choreographie, um zu zeigen, wie und warum es einen Weg zurück zur Pyrotechnik gibt. Die Stadien sind sicher – auch mit kontrolliertem Einsatz von Pyrotechnik.

Diese Aktion schließt – zumindest nach außen – nun endlich ein ganz schwarzes Kapitel. Die Nordkurve hält aber nach innen weiterhin guten und engen Kontakt zu den Verletzten von Bochum – u.a. wurden sie auch über die MIB-Choreo informiert.
Der erstmalige Einsatz von Pyrotechnik bedeutet vor allem aber nicht, dass es jetzt „Feuer frei!“ heißt. Nach wie vor muss dieser Weg behutsam, sinnvoll und mit Bedacht gegangen werden.

Wir bitten die Nordkurve das nicht nur zu beherzigen, sondern sich auch daran zu halten!

Silence! We kill you!

Nach drei Protestspieltagen müssen wir ein dickes Lob an die Nordkurve aussprechen. Der Boykott hat sehr gut funktioniert, wir haben an einem Strang gezogen! Fraglich ist jedoch nach wie vor, ob der Boykott an den entsprechenden Stellen auch etwas bewirken wird, der Druck ist nicht zuletzt auch durch die Populisten aus Politik und Polizei groß, so dass scheinbar „etwas“ beschlossen werden muss. Aktionismus pur. In drei Tagen entscheidet sich also, wie es mit der Fankultur in Deutschland weitergeht.
Nichtsdestotrotz: wir „Terroristen-Pack“ haben der deutschen Business-Elite eindrucksvoll gezeigt, warum sie in ihren Haushaltsplänen weiter mit uns kalkulieren sollten. Ohne uns verliert die Ware eben auch an Wert, insbesondere ihren Vermarktungscharakter. Hören beide Seiten sicher nicht gerne, ist aber das ist die Realität.
Tatsächlich scheint man aber auch ein bisschen Angst vor uns und unserer Einigkeit zu haben. Weil man uns unterschätzt hat? Weil wir wie ein Schwarm urplötzlich an die Frischluft kamen? Wer weiß das schon – hauptsache diesem Terror wird schnell ein Ende gesetzt, oder? Schließlich haben wir Extremisten nun sogar erfolgreich andere Fans zum Schweigen aufgefordert. Unmöglich.

Fakt ist heute aber schon eines: Wir Fans haben in den letzten Wochen eindrucksvoll gezeigt, dass es ohne uns nicht geht. Das ist ein Erfolg! Das ist ein großer Erfolg!

10 Jahre Adelsdorf
Kartenvorverkauf

Wie mittlerweile jeder mitbekommen haben dürfte, feiert Frankenstolz Adelsdorf am 04.01/05.01.2013 sein 10-jähriges Bestehen in Geiselwind!
Die Tickets wird es nur im Vorverkauf geben, u.a. am Samstag gegen Düsseldorf am UN-Container! Eingeladen ist die gesamte Nordkurve (vor allem für den szeneinternen Freitag-Abend)!
Einlass ist jeweils um 19.00 Uhr und Ende der Veranstaltung um 4.00 Uhr!

Die Preise:
- Freitag: 10,00 € (inkl. Essen)
- Samstag: 28,00 € (Fast Beat Superchargers – J.B.O. – Abschlach)
- Kombiticket: 35,00 €

10 Jahre Adelsdorf

Daggl #3
Out now!

Zum Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf ist die 3. Ausgabe des Daggl erhältlich am Container des Fanprojekts und im Handverkauf!

Inhalt:

- (Fast) alle Spiele der ersten Mannschaft des FCN von Juni bis Anfang Oktober dazu zwei Spiele der Amateure.
- Groundhopping aus Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Kosovo, Montenegro, Irland, Polen, Ukraine, Slowenien, Österreich, Tschechische Republik, Kolumbien, Schottland, Deutschland, Zypern, Antigua & Barbuda und St. Kitts & Nevis.
- Rückblick
- Fränkische Traditionsvereine Teil 1: FC Schweinfurth 05
- Fanzine Vorstellung „The Show Must Go On“
- Fanzine Reviews
- Glubb-Quiz
- Dagdigschdammdisch

112 Seiten für 2,50 €

Daggl 3

Ruhe in Frieden, Micha

Bewegende Tage liegen hinter uns.
Zuerst wäre hier natürlich der bundesweite Boykott zu nennen, der nun an zwei Spieltagen in nahezu allen Stadien eindrucksvoll für eine gespenstische Stille gesorgt hat. Bei der Vorstellung, dass dieser Zustand bald Realität werden könnte, dürfte jedem Fan Angst & Bange geworden sein. Aber auch die DFL dürfte geschluckt haben, angesichts der Tatsache, dass eine solche Einigkeit in den deutschen Kurven herrscht wie noch nie zu einem anderen Thema davor.
Da hilft es auch nicht, dass der selbsternannte, deutsche Vorzeigeverein, Bayern München, mit allem Mitteln versucht, die Aktion zu torpedieren. Da werden eben die Boykott-Infoflyer verboten oder mit einer selbst organisierten und finanzierten Tribünenchoreographie ein falsches Bild vorgegaukelt. Wozu braucht man da noch die blöden, kritischen Fans, oder? Scheinbar immer noch für die Stimmung, denn gesungen wurde in der Arena trotzdem nicht – zumindest nicht für 12min 12s. Gezeigt hat man damit also nur, dass man der größte Arschlochsverein bleibt und die unbequemen Fans doch unverzichtbar sind.

Aber wie wichtig erscheint dies im Gegenzug, wenn fast zeitgleich ein Mensch und langjähriger Glubbfan, der in der Szene bekannt und beliebt war, aus dem Leben schied? Ein Arschloch namens Krebs erinnerte uns mal wieder daran, dass wir das Leben zu jeder Zeit schätzen und genießen sollten. Auch dafür kämpfen wir und mit dir, Micha, in unserem Herzen weiter.

Ruhe in Frieden, wir sehen uns!

Bitte beachtet auch:
Die Familie ist aufgrund der hohen Beerdigungskosten weiterhin auf Spenden angewiesen. Bitte verzichtet auf Kränze sowie zusätzlichen Blumenschmuck und spendet das Geld lieber. Die Rot-Schwarze Hilfe wird die Familie unterstützen und erst einmal die Kosten der Beerdigung übernehmen.

Spendenkonto
Empfänger: Rot-Schwarze Hilfe
Betreff: Michael Holinka
Konto: 16455261
Bankleitzahl: 760 200 70
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BIC: HYVEDEMM460

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