Auswärts in Frankfurt

Eigentlich hätte es ein gemütlicher Ausflug nach Frankfurt werden können.

Schiffe versenken – einmal anders ….

Um etwas Abwechslung in den Ligaalltag zu bekommen, hatte Ultras Nürnberg eine große Schifffahrt in die Mainmetropole organisiert. Die Buchung war bereits fix, aber über eine wohl notwendige Anmeldung der außerplanmäßigen Personenschifffahrt wurde das Interesse der Staatsmacht geweckt. Lange Rede – kurzer Sinn, Anfang der Woche wurde der Trip plötzlich durch die Rederei abgesagt. Ob nun die mitgeteilte Begründung der steigenden Wasserpegel oder ein möglicher Druck seitens der Polizei letztendlich den Ausschlag gaben – wir werden es wohl nie genau erfahren.

Eine Schifffahrt als Sicherheitsrisiko?

Fakt ist aber, dass allein die geplante Anreise per Schiff von den Sicherheitsbehörden als provokatives Verhalten gewertet wurde – oder warum steht auf der Eintracht Frankfurt Homepage etwas von „weiteren provokativen Aktionen“? Welche andere Anreisevariante wäre denn weniger provokant oder den Herren genehm gewesen? Anscheinend ist jede Art von Anreise ein Problem, vor allem wenn sie im Ansatz für sich das Recht der freien Bewegung in Anspruch nimmt. Vor dem Hintergrund der verhinderten Schifffahrt und der daraus resultierenden Zugfahrt, klingt es paradox, dass sich jetzt über Vorkommnisse der vergangenen Zugfahrten beklagt wird und darin ein Gefahrenpotenzial gesehen wird.
Es bleibt ein Gefühl von Ohnmacht und Frust!

Unwürdige Kontrollen!

Der nächste Hammer folgte auf dem Fuß: Wie der Faninfo zu entnehmen ist, müssen die Nürnberger Fans in Frankfurt mit unverhältnismässigen Einzel- und Intimkontrollen rechnen – dazu soll es mehrere Sicherheitsringe geben. Gerade von Eintracht Frankfurt hätte man besseres Verhalten erwartet. Die Fans der Eintracht wurden in der Vergangenheit häufiger mit derart unverhältnismässigen Schikanen konfrontiert, wobei sich der Verein hier stets schützend, wenn nicht sogar vorbildlich vor seine Fanszene gestellt hat. Nun agiert der Verein gegenüber den Nürnberger Fans mit den gleichen unwürdigen Maßnahmen, die in den anderen Fällen kritisiert wurden.
Es bleibt ein Gefühl von Scheinheiligkeit und Frust!

Zaunfahnen sind nicht verhandelbar!

Um auch noch das letzte bisschen Fußball-Kultur im Keim zu ersticken, wurden als absolut nicht hinnehmbare Repression alle Zaunfahnen verboten. Die Nürnberger Fanbetreuung versuchte diesen völlig überflüssigen Akt der Provokation abzuwenden – leider vergeblich. Das Gerede von Zaunfahnen hinter denen Pyrotechnik gezündet wird, ist schlichtweg Schwachsinn. Zaunfahnen sind der Nukleus von Fangruppen, Fan-Clubs und somit Fan-Kultur.
Es bleibt ein Gefühl von Unverständnis und Frust!

Warum handelt Eintracht Frankfurt so?

Vor dem drohenden Szenario eines Geisterspiels (der Verein darf sich aktuell vor dem Sportgericht rechtfertigen) versucht man ein Saubermann-Image zu Lasten der Gästeanhänger zu kreieren. Zahlreiche Vertreter von DFB und DFL werden am Samstag mit wachen Augen die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Spiel beobachten bzw. bewerten. All die oben beschriebenen Massnahmen wurden seitens Eintracht Frankfurt ohne Absprache und Dialog mit Uns Glubb-Fans beschlossen. Eine direkte Kommunikation wäre hier zielführender gewesen. Alles bleibt beim Alten – das Anziehen der Repressionsschraube soll mal wieder Sicherheit herbeiführen. Ein Konzept, welches längst gescheitert ist.
Es bleibt ein Gefühl von Ignoranz und Frust!

… und all dieser Frust staut sich bereits Tage vor dem Spiel auf.
Fördert dieses Verhalten eurer Meinung nach den sicheren Ablauf eines Bundesligaspiels?

Wir rufen dazu auf …

() Anreise ab Nürnberg mit dem Entlastungszug (Abfahrt 9.16 Uhr)!
() Alle Zaunfahnen mit nach Frankfurt – zeigt die guten Stücke mal wieder!
() Schliesst Euch dem Zugfahrerhaufen vor dem Eingang Tor 6 an!

Gemeinsam werden wir das Stadion betreten – und zwar mit unseren Zaunfahnen.
Wir werden die Fahnen offen am Eingang zeigen und nicht versuchen, sie heimlich mit ins Stadion zu nehmen. Sollte Eintracht Frankfurt bzw. die Polizei weiter auf Konfrontationskurs gehen, also die Fahnen nicht passieren lassen oder unverhältnismässige Körperkontrollen durchführen, wird die Nürnberger Szene das Stadion nicht betreten und die unverzügliche Heimreise antreten. Solidarität ist eine der letzten Waffen gegen einen Fußball, der selbst Fussball-Grundrechte wie Zaunfahnen in Zweifel stellt.

„Wir sind nicht für die Situation verantwortlich, in der sich Eintracht Frankfurt momentan befindet“ oder einfach gesagt „nur weil die ihren Arsch retten wollen, dürfen sie unseren nicht ficken“.