Archiv für März 2013

Frankfurt Auswärts – auch wir geben keine Ruhe!

Wer erinnert sich noch an den 09.02.2013?
Vor rund zwei Monaten spielte der Glubb bei Eintracht Frankfurt. Rund um das Spiel kam es zu Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitsdienst und der Polizei. Die Vorgeschichte dieser, unter anderem von polizeilichem Fehlverhalten heraufbeschworenen Unruhen basiert auf einem Mitnahmeverbot von Zaunfahnen für die Nürnberger Szene. Auch noch vor Ort reagierten die Verantwortlichen des Verbots – in Form von Eintracht Frankfurt und dem Sicherheitschef Herrn Lerch – völlig uneinsichtig und nicht kompromissbereit. Unter anderem wurde den Vertretern vor Ort gesagt – und zwar in einem Gespräch mit einer Vielzahl Zeugen (u.a. Fanprojekt Nürnberg), dass eine konkrete Einschätzung der Nürnberger Polizei Grundlage dieser Maßnahme sei. Ausführliche Informationen bis dato könnt ihr euch weiter unten auf dem Blog in Erinnerung rufen (ältere Einträge).

Nürnberg wird sich wehren!
Das hatte soweit am Spieltag Gültigkeit – und das wird auch juristisch seine Fortsetzung finden. Mit der Rot Schwarzen Hilfe haben die Nürnberger Fans zum Glück eine rechtliche Vertretung, die am Ball ist und weitere Schritte einleiten wird. Die Aufarbeitung bedarf allerdings weiterer Zeit und Recherchen – man kann sich leicht vorstellen, dass nicht alle beteiligten Parteien an einer ernsthaften Aufarbeitung interessiert sind.

Neuigkeiten – „von wegen Nürnberger Ausgangslage“!
Seitens der Nürnberger Polizei wurde in der Angelegenheit nun aber überraschenderweise eine klare Position bezogen. Der Nürnberger Fanbeauftragte Jürgen Bergmann wurde kontaktiert und man hat ihm Einblicke in die nach Frankfurt übermittelten Einschätzungen / Ausgangslagen bezüglich des Spiels in Frankfurt gegeben (diese waren ja eine wichtige Grundlage des Verbots – laut Herrn Lerch). Diese Informationen wurde dann via Jürgen Bergmann und mit Einverständnis der Nürnberger Polizei auch der Fanszene zur Verfügung gestellt. In diesen Einschätzungen (vom 01.02. und 05.02.2013) wurde festgestellt, dass die Nürnberger Fanszene in der jüngeren Vergangenheit wieder Pyrotechnik eingesetzt hatte und diese Möglichkeit auch in Frankfurt bestünde. Hauptsächlich wurde aber in diesen Einschätzungen immer wieder davon gesprochen, dass sich das Gerücht der angeblich gekauften 200kg Pyrotechnik nicht bestätigt hat. Weiterhin ist dort mit keinem Wort die Rede von Bannern oder Zaunfahnen, die sozusagen ein Abbrennen von Pyrotechnik begünstigen – durch den möglichen Sichtschutz. Ups, dass haben die Vertreter vor Ort aber ganz anders gehört!

Ein Gerücht geht auf Reisen!
Es zeichnet sich mittlerweile folgender Weg ab. In Dortmund hat ein Schalker szenekundiger Polizeibeamter irgendwas von 200kg Pyrotechnik aus Tschechien aufgeschnappt – mit seinen schlechten Ohren hat er gleich noch vernommen, dass das Zeug in Augsburg abgebrannt werden sollte. Er machte brav Meldung in Augsburg und war damit raus aus der stillen Post. In Augsburg sind die Informationen dann ordentlich durch den Wolf gedreht worden – jedenfalls wurde aus der Quelle SKB Schalke mal die Quelle Nürnberger Sicherheitsdienst und das Shoppingparadies Tschechien verwandelte sich in Polen (was letztendlich aber wurscht ist). Die Infos wurden nach Nürnberg durchgereicht und via Nürnberger SKBs erreichte die Einschätzung auch Frankfurt (01.02.2013 „Anbei die Erklärung aus Augsburg zwecks der 200kg aus Polen“). Dort kombinierte man die Informationen wohl mit der eigenen Situation und verhängte trotz abermaliger Meldung der Nürnberger SKBs (05.02.2013 „Ein Hinweis, nachdem Nürnberger Ultras in Polen 200kg pyrotechnische Erzeugnisse gekauft hätten und bei diesem oder einem anderen Auswärtsspiel demnächst abbrennen sollten, konnte nicht näher bestätigt werden.“) das verhängnisvolle Verbot der Zaunfahnen – obwohl mit keinem Wort hier Zaunfahnen erwähnt werden/wurden.

Wahrheit und Verantwortung!
Mit all den uns vorliegenden Informationen wird klar, dass hier etwas nicht stimmt. Wir wurden benutzt und man hat uns nicht die Wahrheit gesagt. Wir können nicht mit Gewissheit einschätzen, wer denn nun hier welche Interessen vertritt – auch nicht die uns merkwürdig erscheinende Offensive bzw. die Offenlegung der Informationen seitens der Nürnberger Polizei – sozusagen gegen die Kollegen aus Frankfurt bzw. gegen Eintracht Frankfurt. Es ist uns trotzdem ein Anliegen, diese Informationen hier öffentlich zu machen. Die für diese Situation verantwortlichen Leute dürfen sich nicht hinter ihren Ämtern und Kompetenzen verstecken. Das erste Stadionverbot gegen einen Nürnberger Fan ist mittlerweile ausgesprochen – viele weitere stehen angeblich an. Und vor diesem Hintergrund fragen sich viele Menschen ernsthaft noch, warum die aktive Fanszene den Stadionverbotlern so uneingeschränkt solidarisch gegenübersteht? Die Geschichte vor dem Block muss auch noch aufgearbeitet werden – aber während die Verantwortlichen der Ausgangslage in ihren warmen Büros ihre Fehler nicht einmal kommentieren wollen, stehen mit großer Wahrscheinlichkeit bald weitere Leute vor den kalten Stadiontoren, die rechtlich noch nicht einmal verurteilt/belangt sind.


Das Bild zeigt den Nürnberger Gästeblock in Frankfurt (Saison 2009/2013). Sich hinter Zaunfahnen verstecken sieht anders aus – die Fahnen wurden in FFM immer im Block am ersten Wellenbrecher angebracht/gehalten.

Kurvenfunk! Morgen! Einschalten!

Der Monat neigt sich dem Ende, es ist wieder Zeit für den Kurvenfunk!
…dieses Mal mit einem sehr interessanten Interview mit dem Capo der Rebel Ultras aus Minsk über ihre Entstehungsgeschichte und das Dasein als antifaschistische Fanszene in Weißrussland…natürlich gibt es auch wieder jede Menge gute Musik und die wichtigsten Neuigkeiten aus aller Welt!
… ab 18 Uhr live auf der 95,8 MHz bei Radio Z – oder dann via Cloud auf den Blog von Kurvenfunk
… reinhören!

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Schalke und der FCN

Ein guter Tag für die Freundschaft zu den Jungs und Mädels aus Gelsenkirchen. Egal ob nun das gemeinsame Frühstück, die Choreo im Stadion oder die gelungene Party mit den Ultras Gelsenkirchen nach dem Spiel – solche Spieltage bereiten Freude – weit ab vom Bundesliga Alltag und den üblichen Klischees über Ultras.

Zum letzen mal Winter!

Wir erklären den heutigen Tag zum letzten Winterspieltag der Saison – in unserer Welt kommt nach Winter sofort Sommer. Deshalb gibt es auch heute die beliebten Anti-Fü Mützen zum letzten mal – in dieser Saison und hoffentlich auch für lange Zeit. Wenn nichts schief geht müssen wir uns ja eh für lange Zeit nicht mehr mit der „auskunftsfreudigen“ Westvorstadt messen. Wer der Meinung ist, dass auf Winter nicht gleich Sommer kommt, der kann heute noch eine der schönen Mützen (beim Heimspiel mit den Freunden von S04) kaufen und somit auch in der Übergangszeit eine gute Figur machen.

Ya Basta! #35
Out now!

Hoch die Tassen! Ab heute könnt ihr euch das neue Ya Basta!, Ausgabe 35, abgreifen – im UN-Lokal oder am Samstag gegen Schalke im Stadion (nur ein Druck- oder Post-FuckUp können das Heft noch stoppen).
Die letzte Ausgabe liegt zwar noch nicht lange zurück und trotzdem konnten wir wieder 84 Seiten für euch füllen. Es gibt eben immer viel zu erzählen, auch wenn es nicht immer schöne Dinge sind – wie zum Beispiel der Verkauf des Stadionnamens oder die Vorfälle in Frankfurt. Umso wichtiger, dass wir darüber berichten!
Als Leseprobe wollen wir euch daher auch Interview mit einem Fanvertreter zum Thema Frankfurt 2013 zur Verfügung stellen! Dadurch sollten noch einmal jedem die Zusammenhänge und Hintergründe klar werden. Lesen & verbreiten!

Leseprobe Ya Basta #35
YB Ausgabe 35 – ITW Frankfurt 2013

YB Cover 35

Die Themen:

★ 5 Jahre Ya Basta! Teil 5: 2011/2012
★ Spielberichte
★ Art Gallery
★ Jugend der Nordkurve (Mein Kumpel fährt nicht mehr zum Fußball)
★ Lesestoff & Flimmerkiste (Fanzinebesprechungen)
★ RSH
★ Frankfurt 2013 (Vorgeschichte, Nachbetrachtung, Interview mit deinem Fanvertreter)
★ Fight Modern Football (Der deutsche Fußball ist immer noch am Leben)
★ Presseschau (Warum die Presse nicht lügt – und wir ihr trotzdem zu viel glauben)
★ Max-Morlock-Stadion jetzt (Rückblick 2013, Demo)
★ Hall of Fame: Nandl Wenauer
★ Wichtig is uffm Platz (Glubb Splitter, Rückblick Hinrunde, Weg vom Glubb, der Glubb in Bildern)
★ Amici (Giustizia per Paolo, Spielberichte Vyzas Megaron – AEL, Schalke – Fürth und Salzburg – Rapid)
★ Seitenblick (Aachen Ultras ziehen sich zurück)
★ Auswärtsblock

Polizeiliches Fehlverhalten bekämpfen!

Ist euch auch aufgefallen, wie viele Medien im Monat Februar über Polizeigewalt, polizeiliches Fehlverhalten und Ignoranz seitens der Polizei berichteten?

So langsam scheinen sich die vielen Vorfälle und Entgleisungen eben nicht mehr unter den Teppich kehren zu lassen und das Vertrauen in die Exekutive sinkt immer mehr. Wir Fußballfans können davon ja ein Lied singen. Zuerst wird geprügelt, dann verhaftet und später vor Gericht gelogen. Nicht selten wird während der Emittlungen eine Drohkulisse (Besuche auf der Arbeit, bei den Eltern…) gegenüber den Betroffenen erzeugt, die weit über das Ziel hinausschießt, weil sie womöglich unschuldige Bürger unnötigerweise bloßstellt und stigmatisiert. Natürlich nicht immer und auch nicht von allen, aber das System duldet es und jeder Polizist trägt dieses System mit! Kein Wunder also, dass man für einen Polizisten nur noch Verachtung empfindet.

Auf der anderen Seiten drücken Populisten – wie ein Herr Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft – auf die Tränendrüse und merken gar nicht mehr, wie sie die Polizei dadurch noch lächerlicher und unglaubwürdiger machen.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Kritikfähigkeit. Meine Güte, auch euch darf doch mal ein Fehler passieren, aber dann stellt euch doch nicht hin, als hättet ihr alles richtig gemacht. Oder noch schlimmer: macht andere nicht dafür verantwortlich! Die Leute sind doch nicht blöd! Und die Leute reden untereinander über den Scheiß, über die Ungerechtigkeiten, die ihr Woche für Woche begeht! In der Hoffnung, dass sich dann doch mal was bei euch tut. Ihr wollt doch sonst auch immer, dass die schwarzen Schafe ausgegrenzt werden, dann fangt mal bei euch an!

Ganz wichtig ist daher, dass wir weiter auf polizeiliches Fehlverhalten aufmerksam und öffentlich machen! Schaut nicht weg, zeigt an! Nur wenn wir weiter dagegen vorgehen, wird sich auch etwas ändern! Jeder Polizist muss merken, dass Gewalt in Uniform und Korpsgeist vor Gericht nicht mehr unter dem Deckmantel der polizeilichen Aufgaben geduldet werden!

Eine gute Möglichkeit dazu bietet Crowdsourcing, welches verschiedene Quellen zusammenführt und auswertet. Die verschiedenen Quellen sind dabei die Erfahrungen und Beispiele von uns allen! Zum Thema „Polizeigewalt, Transparenz, demokratische Kontrolle“ wurde nun ein solches Crowdsourcing von www.metronaut.de ins Leben gerufen und wartet auf eure Mitarbeit:
Crowdsourcing zum Thema Polizeigewalt, Transparenz, demokratische Kontrolle

Anbei noch einmal eine unvollständige Übersicht verschiedenen Publikationen im Februar 2013, es wird Zeit…
SZ: Schläge im Namen des Gesetzes
SZ: Führungsfehler und falscher Korpsgeist
FAZ: Heule, heule Gänschen

Auswärtssieg!

Es muss was Besonderes gewesen sein, wenn wir uns nach einem Spiel zu Wort melden – und das war es auch, obwohl der Gegner normalerweise nur Achselzucken hervorruft. Mit dem Sieg wurde ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht und die Stimmung war wirklich ausgezeichnet. Hat Spaß gemacht!
Aber nicht nur aufgrund der sportlichen Bedeutung sorgte dieses Spiel in den Tagen zuvor für Schlagzeilen. Irgendein unbekannter Journalist, der sich einen Namen verschaffen wollte, schoss via Online-Publikation kräftig gegen den FCN (sowie seine Anhängerschar) und löste damit die zu erwartende Empörung aus. „Unverschämtheit! Wie kann der nur!?!
Aber mal ehrlich, das war doch genau das, was dieses Spiel benötigte, damit den Augsburger die nötige Beachtung für eine hitzige Partie geschenkt wird. Das war doch genau das, was die Nordkurve benötigte, um bis ins letzte Eck hochmotiviert nach Schwaben zu fahren! Auf der Gegengerade gab es endlich mal wieder Fußballemotionen zu sehen, die teilweise überkochten! Der Gästeblock sang bereits weit vor dem Spiel die Mannschaft aus der Kabine zum Aufwärmen herbei und schon weit vor dem Spiel verdeutlichten die Nürnberger Schlachtenbummler den enormen Unterschied zwischen Nürnberg und Augsburg. Es war an diesem Tag sogar der entscheidende Unterschied, der dank dieses Journalisten (Name entfallen) erst richtig aus uns herausgekitzelt wurde. Denn richtig ist, Nürnberg mag eine unterdurschnittliche Bundesliga-Mannschaft sein – in Augsburg ist aber vieles immer noch nicht erstklassig.

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