Absicht oder Zufall?

Wie bereits in vielen Medien zu lesen ist, kam es vor der Begegnung am Samstag zu Zwischenfällen auf dem Weg zum Stadion.
Es hat ein bisschen gerappelt, danach hat sich die Situation beruhigt und es hätte weitergehen können. Passiert. Derby eben.

Doch mal wieder kam es anders. Nicht ganz unerwartet folgten die üblichen Schikanen und ein Shitstorm in den Medien.

Derzeit wird viel spekuliert, wie es zu den Vorfällen gekommen ist. Doch alles, was am Samstag passiert ist und wie es passiert ist, war scheinbar von der Polizei genauso gewollt. Dabei scheut man sich auch nicht, im Nachhinein die Tatsachen zu seinen Gunsten zu verdrehen und zu dramatisieren.
Man muss ja schon fast von Lügen sprechen, wir haben jedenfalls den Glauben daran verloren, dass es nur eine andere Wahrnehmung aus Sicht der Polizei ist.

Zuviel Verschwörungstheorie? Gut, fassen wir die Fakten noch einmal zusammen:
1. Die Nürnberger Autofahrer wurden nicht auf direktem Weg zum Stadion geleitet, sondern unweit eines bekannten Brennpunktes entlang geführt. WARUM?
2. Von diesem Brennpunkt aus näherte sich eine große Anzahl Münchner ohne Polizeibegleitung den Gästen. Kein Problem, doch eine Frage bleibt:
Wenn sich ca. 80 Münchner an einem Brennpunkt unbemerkt sammeln und sich den Gästen nähern können, dann kann das doch kein Zufall sein. Der Polizei, die sonst nie Fehler macht (oder zumindest keine eingesteht) und bei einem Derby angeblich alle Sicherheitsvorkehrungen trifft, soll so etwas verborgen geblieben sein?
3. Da Nürnberg auf einer Brücke stand, war ein direkter Kontakt nur schwer möglich, das ganz große Chaos blieb also aus. Aber warum der Stress, aus einem kleinen Chaos kann man ja später immer noch ein großes Chaos machen und Tatvorwürfe finden sich auch immer.
4. Selbst ging das USK mit äußerster Brutalität und einer wahren Freude auf die Fans los. Beim Betrachten ihrer Videoaufnahmen sieht man USK’ler tuscheln und lachen.
5. Nur wenige Stunden später liest man von einer neuen Dimension der Gewalt gegen Polizeibeamte. Um das zu „belegen“, präsentierte man schockiert die Zahl von 16 verletzten Polizisten und spricht von einem Steinhagel. Rund 400 Augenzeugen haben die Situation komischerweise ganz anders erlebt…
6. Abseits der öffentlichen Wahrnehmung zeigt die Polizei dagegen gerne ihr wahres Gesicht. Viele Festgenommene berichten von Drohungen und Beleidigungen seitens der Polizei während ihrer Ingewahrsamnahme. Aber auch andere Glubbfans berichten von ähnlichen Vorfällen.
7. Der Plan wird vollendet: Innenminister Herrmann forderte umgehend ein konsequentes Vorgehen gegen die „Randalierer“ und stärkte seinen prügelnden Polizisten den Rücken! Er verspottet damit alle Opfer der Polizeigewalt an diesem Tag und befeuert – plangemäß – die Debatten um Sicherheit beim Fußball erneut.

Fazit:
Von diesen Vorfällen profitierte nur die Polizei. Sie hat es krachen lassen wollen, um danach wieder alle Maßnahmen ergreifen und Register ziehen zu können. Immerhin wird es somit wahrscheinlicher, dass sie sich in naher Zukunft Arbeit sparen wird, wenn Gäste regelmäßig verboten sind.

Es ist jedoch ein Armutszeugnis für unser Land und unsere Politik, wenn die Exekutive dank ihrer Meinungshoheit in der Öffentlichkeit und unter dem Deckmantel des Gewaltmonopols mit solch perfiden Methoden agiert.
Man braucht ja nicht glauben, dass es in anderen Bereichen anders zugeht. Der Polizeiberuf ist jedenfalls schon lange kein besonders ehrenwerter mehr…

Und nein, natürlich wollen wir der Polizei nicht pauschal vorwerfen, dass sie uns einerseits in unserer Freiheit beraubt, wenn sie uns im engen Kessel zum Stadion geleitet, und andererseits die Schuld an Rauferein trägt, wenn sie mal nicht so präsent ist. Wir fordern auch bestimmt nicht, dass sie andere dafür besser zu bewachen hat und unseretwegen kann sie ja auch weiter prügeln & beleidigen.
Nur: Wenn sie aus den Raufereien, die sie ja berufsbedingt eigentlich verhindern will, mittlerweile mehr profitiert, dann könnte man durchaus den Verdacht hegen, dass ihr möglicherweise daran gelegen ist. Und wenn dadurch junge Leute kriminalisiert werden und wir massive Einschnitte wie Fahrverbote zu befürchten haben, dann muss das vehement kritsiert werden.
Genau das war in München der Fall, denn durch die oben geschilderte Masche profitiert die Polizei. Mehr, als wenn alles seinen ruhigen Lauf genommen hätte…

… aber das ist auch nur unsere Wahrnehmung. Interessanterweise teilen diese Wahrnehmung jedoch immer mehr Fußballfans.
Wenn diese Wahrnehmung also falsch ist, dann täten Polizei & Politik an ihrer Stelle doch gut daran, diese zu widerlegen…
… doch wahrscheinlich werden sie sich wieder nur ins Fäustchen lachen. DIE können ja doch nichts machen, DENEN glaubt ja sowieso niemand.

Augenzeugenbericht: http://meyerjohannes.de/einmal-mit-profis-oder-wie-es-die-polizei-schafft-einen-normalo-gegen-sich-aufzubringen/