Archiv für Oktober 2013

Ya Basta! #38
Out now!

Yippie ya yeah! Wieder mal ist es geschafft und ein Ya Basta! fertig gestellt. Dieses Mal die Nummer 38 mit frechen 112 Seiten für unverschämte 2 Euro! Wie immer also recht knapp kalkuliert und da wir bei den letzten Ausgabe nicht immer ausverkauft melden durften, haben wir die Auflage etwas nach unten korrigiert. Also schnell sein und sich am Samstag gegen Freiburg mit dem neuen Lesestoff eindecken!
Inhaltlich dreht sich dieses Mal fast alles um unsere Brüder der Ultras Rapid und ihr 25-jähriges Jubiläum. Wir haben zwei Interviews für euch geführt, werfen einen ausführlichen Blick auf ihre lange Geschichte, lassen unser gemeinsames Spiel sowie die Feier im Sommer Revue passieren und beleuchten noch einmal unsere Freundschaft. Letzteres gibts hier übrigens auch als Leseprobe zum (Auf)Saugen.
Daneben erwartet euch natürlich der übliche Stuff von Nordkurve über den Auswärtsblock, aber auch wieder einige aktuelle Themen wie die JHV 2013 oder Bullen aus der Kurve. Doch genug gelabert, schaut am Container vorbei und zieht euch den Schinken!

Leseprobe Ya Basta! 38
Ya Basta! 38 – Die Freundschaft UR + UN

YB Ausgabe 38

★ Meine Stadt
★ Spezial: 25 Jahre Ultras Rapid (Interviews, Geschichte, Freundschaft, Feierlichkeiten, Stadt & Verein…)
★ Spielberichte
★ Jugend der Nordkurve (Text: Was wäre wenn)
★ Art Gallery
★ Lesestoff & Flimmerkiste
★ Staatsfeinde (Interview: Always Carry A Number)
★ Bulle aus der Kurve
★ Max-Morlock-Stadion jetzt
★ Der Glubb is a Debb: Trainerentlassung Willi Entenmann 1993
★ Jahreshauptversammlung 2013
★ WIUP (Glubb Splitter, Trainerwechsel beim Glubb)
★ Amici (Zu Gast bei Freunden, Neues aus Hütteldorf, Neues aus GE, Neues aus Larissa, Neues aus Göteborg)
★ Auswärtsblock

… und immer dran denken: Die 5. Kolonne kann niemand aufhalten!!!

Solifeier
Samstag, 26.10.2013
UN-Lokal

Nordkurve Nürnberg,
am kommenden Samstag findet im Ultras-Lokal eine große Solifeier statt – leider sind viele Personen durch unverhältnismäßig hohe Strafen immer noch arg gebeutet. Da wollen wir natürlich nicht rumstehen, sondern den Leuten unter die Arme greifen und würden uns freuen, wenn an diesem spielfreien Samstag zahlreiche Glubb-Gesichter vorbeischauen würden! Es wird sicherlich ein gemütlicher Abend, also genau das richtige, um nach den turbulenten Wochen mal etwas abzuschalten oder doch das ein oder anderen Glubb-Gespräch zu führen – genug Anlass gäbe es ja.

Los geht’s bereits um 15 Uhr!
… die RSH wird verschiedene Workshops und Rechtstipps geben. Nehmt das Angebot an, denn wie erst wieder das Spiel in Frankfurt gezeigt hat, bewegt sich der Staatsapparat durch unangemessenes Handeln oftmals in (rechtlichen) Grauzonen. Dies können wir aber nur unterbinden, wenn wir selbst geschult sind
… im Anschluss daran wird es ein Kickerturnier verschiedener Sektionen und Gruppen geben. 16 Mannschaften treten an, um sich zu Ruhm & Ehre zu kickern
… neben einem kleinen, offiziellen Teil (es geht einfach nicht ohne) wird es natürlich auch ein gelungenes Rahmenprogramm aus Musik & Brotzeit geben, außerdem werden die Assistenza-Gruppe sowie Aufsichtsrat Ralf Peisl anwesend sein
… und als kleines Zeichen der Solidarität gibt es ein schneidiges Shirt zu erwerben, damit auch jeder sehen kann

NÜRNBERG BLEIBT UNBEUGSAM!

Radio aus der Kurve

Unsere Freunde vom Kurvenfunk haben wieder eine Sendung zusammengestellt. Morgen könnt ihr euch den Spaß wie gewohnt bei Radio Z anhören. Wir zitieren das Kurvenfunk-Blog:

Am Mittwoch um 18 Uhr wird mal wieder eine neue Folge des Kurvenfunks eure Lauscher beglücken. Neben den allmonatlichen Rubriken haben wir diesmal Katja Erlspeck-Tröger vom Nürnberger Fanprojekt zu Gast, welche uns einen kleinen Überblick über das soziale Angebot beim 1. FC Nürnberg gewähren wird.
Bis dann, weitersagen, reinhören!

Frankfurt
Vom Saulus zum Paulus

Da habt ihr wohl etwas falsch verstanden…

Vor einigen Tagen hatten wir angekündigt, die Schifffahrt nach Frankfurt nachzuholen, hatten von Beginn an jedoch betont, dass die Plätze begrenzt seien. Als Ya Basta!-Redakteure am Samstag Morgen schließlich mit dem Tretboot in Frankfurt (ok, wir sind auch erst in Franfurt gestartet) einschipperten, da staunte man nicht schlecht, welches Empfangskomittee da für uns bereit gestellt wurde. Schon in den Morgenstunden waren Hubschrauber, ein Polizeiboot, zahlreiche Sixpacks, Gelenkbusse (als Shuttleservice), Polizisten aus Rheinland Pfalz, Würzburg, Nürnberg und natürlich Hessen im Einsatz. Nur wofür?
Wen (oder besser: was???) hatten die wohl erwartet? Die gesamte Nordkurve um 9 Uhr in FFM/Sachsenhausen? Dabei hatte die Polizei in den Tagen zuvor doch sämtliche Redereien – sogar über die hessischen Landesgrenzen hinaus – abgeklappert. Ein großes Schiff wurde jedoch nirgends gechartert. Also vermutete man einen anderen, bösen Plan der Nordkurve. „Konspirative Anreise“ wurde das dann genannt. Da hätten wir es uns also sparen können, am Donnerstag noch die Anreise all jener bekannt zu geben, die auf unserem Schiff(chen) keinen Platz mehr gefunden hatten: Entlastungszug – hieß es da.
Liebe Herr Wachtmeister, vielleicht hätte das einer eurer Superschlauen (nein, nicht die SKBs, sondern die mit den 4 Sternen) ja auch kapieren können, Filmfans seid ihr offensichtlich aber auch nicht, sonst hättet ihr unser Schiff auf dem ersten Flyer auch als das erkannt, was es war: Ein Ghostship.
Übrigens, „Ghostship“ ist ein ziemlich schlechter Film und in genau so einem schlechten Film haben wir uns beim letzten Mal gefühlt…

Nun aber Spass beiseite!

Da wird also ernsthaft und unabhängig gesicherter Erkenntnisse (letztes Mal waren es 200kg Pyrotechnik, dieses Mal Vermutungen über eine „konspirative Anreise“) völlig panisch, ein enormer Sicherheitsapparat aufgefahren, nur weil man nicht genau weiß, wie rund 400 Fußballfans auf eine 250 km kurze Auswärtsfahrt fahren? Ja, gehts denn noch?
Aber macht ja nichts, beim nächsten ZIS-Bericht kann man wieder über die vielen Überstunden und hohen Einsatzkosten (Steuerzahler!) jammern, nur wundern (und nachforschen), das sollte keiner!
Kein Wunder also, dass die eingesetzten Polizisten – egal ob im Zug oder am Stadion – überaus gereizt waren. Sie hatten eben schon einen laaangen Arbeitstag hinter sich, als die Nordkurve ausgeschlafen aufgekreuzt ist. Klar, Schuld daran hatten natürlich die bösen Fußballfans, vielleicht sollte man aber auch mal eine Etage höher, bei Wendt und Co, nachfragen, ob das alles so (noch) Sinn macht.

Soviel zu den Schlapphüten, kommen wir zu den Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt, die in den letzten Wochen eine unglaubliche Verwandlung durchgemacht haben müssen.
Blicken wir kurz zurück: Noch vor dem letzten Spiel gab es Verbote, Verbote und… Verbote. Die Ursachen wie auch die Folgen sind ja hinlänglich bekannt. Der Aufschrei war groß, doch Eintracht Frankfurt setzte auf die bewährte Taktik „Aussitzen“. Kurz vor dem Spiel haben wir via Blogeintrag unsere Erwartungen an das Spiel kommuniziert. Das mit der freien Anreise hat ja nicht so ganz funktioniert (lag aber ja auch nicht an der SGE und haben wir sowieso nicht erwartet), dafür wurden jedoch fast alle angemeldeten Materialien erlaubt sowie die Ordner aus Reihe 1 abgezogen.

Doch woher der Sinneswandel? Waren es taktische Gründe (aus Deeskalation) oder vielleicht sogar das schlechte Gewissen?
Wir wissen es nicht, in jedem Fall interpretieren wir es als die längst überfällige Entschuldigung für die Scheiße, die beim letzten Mal abgezogen wurde.

… angenommen haben wir sie dennoch nicht. Wir hatten lediglich die Standardmaterialien im Gepäck, auf eine Choreographie wurde verzichtet. So leicht wollten wir uns damit auch nicht „kaufen“ lassen! Wenn die Zeit reif ist und wir Lust haben, werden wir schon noch eine Choreogrtaphie in Frankfurt machen – nicht, weil man es uns dieses Mal (gnädigerweise) erlaubt hätte. Die Möglichkeiten sollten wir dazu auch noch in Zukunft haben, schließlich kam es am Samstag zu keinen nennenswerten Zwischenfällen, so dass wir auch in den kommenden Jahren mit kaum Einschränkungen rechnen brauchen. Dennoch – und das muss man auch erwähnen – hat sich Eintracht dieses Mal von einer anderen Seite gezeigt. Von einer besseren. Vielleicht klappts beim nächsten Mal ja sogar mit einem Bierstand im Block…!

Abschließend gilt unser Dank aber auch den Fans von Eintracht Frankfurt. Auch weil sie sich 2013 bisher „vorbildlich“ in der Liga verhalten haben, mussten wir in diesem paradoxen DFB-System nicht noch einmal als Bauernopfer herhalten. Getreu dem Motto „Getrennt in den Farben – vereint in der Sache“ – oder so ähnlich. Jetzt aber wirklich: Spaß beiseite!

Frankfurt
Leinen los!

Nordkurve Nürnberg,

für alle Clubfans, die keinen Platz mehr auf dem Schiff ergattern konnten, anbei die Zeiten des Entlastungszuges.

Hinfahrt: RE 39290 – Nürnberg Hbf. ab 09:37 Uhr, Würzburg Hbf. ab 10:46 Uhr, Frankfurt / Stadion an 13:07 Uhr
Rückfahrt: RE 39291 – Frankfurt / Stadion ab 18:15 Uhr, Würzburg Hbf. an 20:18 Uhr, Nürnberg Hbf an 21:23 Uhr

Wie sehen uns!

Julius Hirsch Preis

„Für ihre Choreografie beim Bundesliga-Derby gegen den FC Bayern München und eine anschließende Veranstaltung in Erinnerung an den ehemaligen jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad werden die Ultras Nürnberg gemeinsam mit dem Verein 1. FC Nürnberg mit dem 2. Preis ausgezeichnet.“ erklärte der DFB vor einigen Wochen hochoffiziell. Am vergangenen Freitag fand nun die Preisverleihung statt.
Auf den ersten Blick mag der ein oder andere berechtigt fragen, warum nehmen Ultras einen Preis vom DFB an? Verband und Fans liegen ja nicht immer auf einer Wellenlänge, im Gegenteil. Bereits im Ya Basta! 37 haben wir kurz erklärt, was alles gegen die Annahme dieser Auszeichnung sprach. Wir haben aber auch erklärt, warum Ultras Nürnberg ihn trotzdem angenommen hat. Letztendlich hatte es der Hintergrund dieser Geschichte einfach verdient – eine Ablehnung hätte man auch der Tochter von Jenö Konrad, Evelyn Konrad, nicht schlüssig erklären können. Die Ehrung mit dem Preis bildet den Abschluss eines runden Gesamtpakets. Gleichzeitig – und das soll an dieser Stelle erneut betont werden – stellt sie aber auch eine besondere Verantwortung für die Nordkurve Nürnberg dar, dieser Auszeichnung auch zukünftig gerecht zu werden. Sie soll uns immer daran erinnern, für Antirassismus und gegen Antisemitismus einzutreten. Das Presigeld wird für soziale Projekte der Stadt Nürnberg gespendet – genauere Informationen folgen.
In diesem Zusammenhang soll daher auch auf die vielen anderen Fangruppen verwiesen werden, die schon seit Jahren (und viel intensiver) antirassistische Arbeit leisten und eine solche Auszeichnung sicher auch verdienen würden – unabhängig davon, ob man den Preis nun annimmt oder nicht. Stattdessen erfahren sie nicht immer die notwendige Unterstützung – all das sollte bei all dem Glamour rund um die Preisverleihung nicht vergessen werden!

In diesem Sinne: Für eine bunte und weltoffene Kurve!

Auswärts in Frankfurt

Nordkurve Nürnberg!

Nachdem uns beim letzten Spiel in Frankfurt übel mitgespielt wurde und wir ein Problem ausbaden durften, was uns nicht betraf (Eintracht Frankfurt erwartete eine DFB-Strafe, stand unter Beobachtung und spielte quasi auf Bewährung), gehen wir davon aus, dass die Verantwortlichen – sowohl im Verein, als auch bei den Sicherheitsbehörden – ihre Fehler analysiert haben und Wiedergutmachung betreiben wollen. Wir sind uns daher sicher, dass kein weiterer Nährboden für eine erneute Eskalation geliefert wird und wir ein stressfreies Spiel erleben werden.

Nichts anderes erwarten wir von den Verantwortlichen!

… entsprechend ergibt sich für uns folgende Erwartungshaltung:

Freie Anreise
In der letzten Saison wurde uns aus fadenscheinigen Gründen eine Schifffahrt zunichte gemacht. Diese werden wir nun nachholen und gehen davon aus, dass uns keine Steine in den Weg gelegt werden!
Anmeldungen dafür sind leider nicht (mehr) möglich, bitte habt dafür Verständnis, dass die Plätze begrenzt waren und diese lediglich intern vergeben wurden.
Alle anderen Glubbfans bitten wir, den Entlastungszug zu nehmen. Mit diesem werden wir auch zurückfahren, die Uhrzeiten folgen!

Keine Materialbeschränkungen
In der letzten Saison wurden uns nicht nur die Zaunfahnen verboten, auch andere Fanmaterialien waren in den Jahren davor massiv eingeschränkt. Dazu gab es jedoch keinen Grund. Wir erwarten daher, dass uns sämtliche angefragte Materialien erlaubt werden. Diese sind:
- drei Megaphone
- Trommeln
- Fahnen jeglicher Art und Größe
- Doppelhalter
- eine Blockfahne
- Luftballons
- 200kg Konfetti
- Wurfollen aus Tschechien
- Zaunfahnen (blickdicht)
- ein vollwertiges Konzertxylophon

Keine Ordner im Block
Schon seit Jahren positionieren sich im Gästebereich zwischen Zaun und Block mehrere Ordner. Der Sinn dahinter konnte uns noch nicht erklärt werden, allerdings birgt dieses Vorgehen immer wieder Konfliktpotential.
Aufgrund der letztmaligen Zusammenstöße könnten die Sicherungen beiderseitig noch kürzer geworden sein. Wir raten daher dringend davon ab, die Ordner erneut ganz vorne im Block zu positionieren!

Wir gehen davon aus, dass es für die Veranwtortlichen keinen Grund gibt, uns in einem der oben genannten Punkte einzuschränken. Ganz im Gegenteil. Wir werden jedoch das Verhalten sehr genau beobachten und spätestens nach dem Spiel neu bewerten.

Ganz egal, was jedoch kommen mag, denkt dran: Nürnberg bleibt cool!

Jahreshauptversammlung

Am kommenden Montag (14.10.2013 – 18.30 Uhr – Meistersingerhalle) ist die JHV des 1.FC Nürnberg. Die sportlich kritische Lage darf aber dort nicht vom Kern, nämlich der Wahl von vier Aufsichtsräten, ablenken. Unter anderem steht unser erster Fanvertreter Ralf Peisl zur Wiederwahl. Die stärkste Stimme für Ralf ist übrigens die eine Stimme, die man nur ihm gibt – also sozusagen die anderen möglichen Stimmen bewusst verfallen läßt. Natürlich sind aber alle Mitglieder in ihrer Entscheidung völlig frei – das kleine Spieltagsvideo zeigt nicht nur die Choreo vom Wochenende, sondern gibt Ralf die Möglichkeit, seine Standpunkte zu erklären. Wir drücken Ralf alle erdenklichen Daumen – in den vergangenen drei Jahren Amtszeit hat er gezeigt, wie wichtig er als Fanvertreter im Aufsichtsrat ist …

Lang lebe der Rechtschreibfehler – wir sind halt dumme Ultras – sorry Ralf!

Ein Kommentar zur sportlichen Lage

Die Mannschaft des 1.FC Nürnberg hat sich im letzten Heimspiel eine böse 0:5 Heimklatsche gegen den Hamburger SV eingefangen. Nach acht Spieltagen steht der Verein auf dem 16ten Tabellenplatz – es ist klar, diese Saison geht es bis zum Ende wohl um den Verbleib in der ersten Bundesliga. Rein sportlich ist die Misere nicht zu erklären. Eigentlich hat der FCN im aktuellen Kader ordentliche Bundesligaprofis – ein Team, welches von dem fussballerischen Können mit mindestens 8 bis 10 anderen Teams mithalten kann. Auch in den vergangenen Spielen blitzte das Vermögen zumeist für eine Halbzeit auf. Natürlich wird nun versucht an den üblichen Hebeln anzusetzen. Allen vorweg wurde gerade berichtet, dass der FCN Trainer Michael Wiesinger und Armin Reutershahn beurlaubt hat. Wahrscheinlich wird schon Dienstag oder Mittwoch ein neuer Mann auf der Kommandobrücke das Ruder in die Hand nehmen. Bei der Frage, wie es mit Michael Wiesinger (und auch Armin Reutershahn) nach der Beurlaubung weitergeht – aus Sicht des Autors dieser Zeilen haben beide keine maßgebliche Verantwortung an der augenblicklichen Situation – können die Verantwortlichen des FCN einmal mehr ihr Fingerspitzengefühl beweisen. Es wäre schön, wenn dieser Mann, der in der Winterpause der vergangenen Saison von den Amateuren ins kalte Wasser der Bundesliga gesprungen ist, weiterhin dem Verein erhalten bleibt. Er war es, der den charakterlosen Abgang von Dieter Hecking kompensiert hat. Charakter – das ist das Zauberwort. Zwischen Mannschaft und weiten Teilen der Fans stimmt es nicht – und auch innerhalb der Mannschaft stimmt es nicht. Vielleicht checken die etablierten Profis, die Wortführer nun endlich, dass es eben nicht ohne die Fans geht. Zumindest nicht, wenn die Ergebnisse ausbleiben. Wir lassen uns sicherlich die bislang schlechte Saison nicht Schönreden – so ähnlich hat man das doch schon mal gehört?! Und weil es in der Hierarchie und um den Charakter der Mannschaft nicht so gut bestellt ist, hat Wiesinger mit dem Rauswurf von Hanno Balitsch auch an der richtigen Schraube gedreht. Wahrscheinlich fehlte ihm aber der Mut oder die Unterstützung, den Bruch der Struktur komplett zu vollziehen. Unabhängig von der sportlichen Leistung der einzelnen Spieler, sondern allein auf die Charakterfrage beschränkt, braucht der FCN neue Führungsspieler. Der Verein kann und braucht aber keine neuen Spieler verpflichten. Es kicken beim 1.FC Nürnberg junge und talentierte Spieler – ihre Bereitschaft, sich für den Verein aber komplett ins Zeug zu werfen, wird aber offensichtlich durch eine Konstellation von Macht, Einfluss und Bevormundung innerhalb der Mannschaft gehemmt. Sie müssen in die Verantwortung kommen bzw. genommen werden – und das gilt eben auch hinsichtlich des Umgangs mit den Fans. Ein Mannschaftsrat muss auch außerhalb des Platzes die Meinung der Mehrzahl der Spieler repräsentieren – wenn er das nicht tut, dann entsteht kein Teamgeist und keine Identifikation. Diese Faktoren machen den Unterschied aus – es geht nicht um Geld oder Gehälter. Im Abstiegskampf geht es um Teamgeist – es geht darum, bedingungslosen Willen zu zeigen – es geht darum als Mannschaft zu bestehen. Der augenblickliche Mannschaftsrat und der Kapitän können dies offensichtlich nicht leisten. Der Verein kann es sich nicht leisten vor dieser Tatsache die Augen zu schließen. Auch der neue Trainer muss vor allem die Hierarchie und die Struktur der Mannschaft neu aufstellen. Diese Neuaufstellung muss im Zweifel sogar gegen gute sportliche Leistungen vollzogen werden – gute Einzelnoten bringen Verein und Mannschaft nichts. Es hat den Anschein, als wenn die Mannschaft innerhalb der Spielerkollegen nicht geführt, sondern befehligt wird. Hier braucht es schnell Veränderungen: Die Mannschaft soll einen neuen Mannschaftsrat und einen neuen Kapitän wählen. Es wird keine Leistungsexplosion wie bei dem Spieleraufstand 1984 (und das Festhalten am Trainer war damals auch eine reichlich ungewöhnliche Maßnahme) geben, aber es stehen dann bestimmt wieder Jungs am Platz, die sich wie eine Einheit präsentieren.

Don‘t foul…!

Es hat schon seinen Grund, warum wir kurz auf die politisch-motivierte Greenpeace-Aktion beim Spiel Basel – Schalke hinweisen wollen.
Einerseits sollte uns allen bewusst sein, dass unser Fußball schon längst ein Teil vieler politischer Prozesse geworden ist, andererseits zeigt der Fall einmal mehr die perfiden Reflexe eines Fußballverbands, aber auch die perfiden Zwänge, in denen sich seine Spielfiguren (=Marionetten) befinden. Feige, realitätsfern und repressiv. Aus diesem Grund sei euch folgender Artikel ans Herz gelegt:
Abgeblogged – Eurosport Blog vom 3. Oktober 2013 Michael Wollny: Peinliche Angst vor der Wahrheit


Bild: Greenpeace

Weitere Informationen: Greenpeace-Aktivisten zeigen Champions League-Sponsor Gazprom die rote Karte

Der Fall Frankfurt –
Vertrauen nachhaltig erschüttert

Über die Vorfälle zum Spiel Frankfurt – Nürnberg wurde ja schon viel geschrieben und berichtet…

10. Feburar: Rigorose Repressionen und Polizeigewalt
13. Februar: Wir wollen Antworten
14. Februar: Viel Arbeit
22. Februar: Vorfälle in Frankfurt – Neuigkeiten
27. Februar: Frankfurt Auswärts – auch wir geben keine Ruhe!
23. August: Nürnberger Polizeimärchen führt zur Eskalation
16. September: Fick dich DFB! Frankfurt und kein Ende

… viele offene Fragen blieben trotzdem.

Auch die Rot-Schwarze Hilfe hatte sich kurz nach der Begegnung (per Mail) an Eintracht Franfurt gewandt und sich ein paar Antworten erhofft. Diese blieben jedoch aus. Vielleicht wollte man nicht, vielleicht durfte man nicht antworten – beides ist denkbar. Kontaktaufnahmen seitens Ya Basta! via Telefonanrufen und Mail an einen der Frankfurter Fanbeauftragten scheiterten zu Beginn leider ebenfalls, irgendwann erfolgte jedoch ein Rückruf. Letztendlich haben wir also ein paar Informationen aus erster Hand erhalten. Es sind zwar keine Neuigkeiten und offiziell würde diese wohl auch niemand bestätigen (wollen/können), aber mit der nötigen Distanz können wir sagen, dass sich unsere ganzen Vermutungen in der Tendenz bestätigt haben.

Demnach war der entscheidende Punkt der viel zitierten Ausgangslage die Situation des Gastgebers:
… Eintracht Frankfurt stand unter Beobachtung und mit dem Rücken zur Wand – man war gewillt jegliche (DFB-Sicherheits-) Vorgaben konsequent umzusetzen – ungeachtet der Sinnhaftigkeit. Eine mögliche weitere Bestrafung von Eintracht Frankfurt hätte in Form eines Geisterspiels oder Teilausschlusses einen ungeheuren finanziellen Verlust bedeutet. Vor diesem Hintergrund wurden Faninteressen belanglos.

Die fahrlässige Entscheidung bezüglich „Verbot aller Nürnberger Zaunfahnen“ wurde schließlich und ganz konkret durch folgende Faktoren beeinflusst:
… Kurz vor dem Spiel keimte das schier unglaubliche Gerücht über 200kg Nürnberger Pyrotechnik auf, dessen Entstehung bis heute nicht mehr genau rekonstruiert werden konnte (wohl aber auf die Nürnberger Polizeiinspektion Süd zurück zu führen ist). Man kann jedoch nur noch mit dem Kopf schütteln, wie blauäugig solche Behauptungen aufgestellt und wie sie mehr oder weniger ungeprüft übernommen werden, so dass sie folgenschwere Entscheidungen beeinflussen. Dem gegenüber steht aber nach wie vor die Aussage Herrn Gallers, Einsatzleiter der Nürnberger Polizei im Bereich Fußball, wonach Eintracht Frankfurt in den Tagen vor dem Spiel darüber informiert wurde, dass sich das Gerücht nicht erhärtet habe.
… Trotzdem blieb das Spiel von höchster Brisanz und die Entscheidungen wurden von oberster Stelle getroffen. Fanprojekte, Fanbeauftragte und sogar die Sicherheitsbeauftragten hatten nichts mehr zu melden. Also genau jene Personen, die in solchen Situationen noch eine realistische Lageeinschätzung hätten abgeben können, wurden nicht mehr gehört.
… Auf der Sicherheitsbesprechung in der Woche vor dem Spiel kam es schließlich zur Fehleinschätzung und dem Zaunfahnenverbot. Eintracht Frankfurt und die Polizei Frankfurt waren beide gewillt, das durchzuziehen, obwohl bekannt war, dass dies zu Probleme verursachen könnte.
Pikant: Am Spieltag gab der Einsatzleiter oder irgendein besonders wichtig tuender Schlapphut vor, kein Problem mit Zaunfahnen zu haben… Wollte da etwa schon jemand den „schwarzen Peter“ weiterschieben oder nur eine Runde „Guter Cop, böser Sicherheitsblob“ spielen? Wie das Beispiel „Schalke – Saloniki“ zeigt, kann die Polizei aber sehr wohl eigenmächtig über „Verbote von Zaunfahnen“ entscheiden. Hätte es die Polizei in Frankfurt also als richtig bzw. besser empfunden, hätte sie auch den Hausrechtsinhaber und Entscheidungsträger (Vorstand Eintracht Frankfurt) überstimmen können. Stichwort „Gefahr in Verzug“. Tat sie aber nicht, von daher können wir diese Aussage mal wieder eher unter der Kategorie „Heuchelei“ ablegen.

Was anschließend passierte, war für alle beteiligten abzusehen:
Es folgten Zusammenstöße mit Polizei und Ordnungspersonal. Was letztendlich und konkret vor dem Stadion die Situation aus den Fugen geraten ließ, kann man nicht eindeutig bestimmen. Es ist auch zweitrangig, denn die Fehler, die dazu führten, wurden bereits vorher begangen – in den oberen Etagen schnuckeliger Büros fernab der Realität.

Im Nachhinein werden sich die Verantwortlichen damit herausreden, dass es dieses Gerücht gab und es von der Nürnberger Szene nicht glaubhaft widerlegt wurde:
… Man verlangte – kurz nach dem Zaunfahnenverbot – einen öffentlichen Aufruf (zum Beispiel via unseres Blogs), auf dem man den Verzicht von Pyrotechnik erklären sollte. Dieser Forderung kam man nicht nach, denn Zaunfahnen sind nicht verhandelbar. Außerdem hätte man sich dadurch erpressbar gemacht – jeder Verein hätte diesem Beispiel folgen können, hätte man sich darauf eingelassen. Des Weiteren wurde ein Gespräch mit der Polizei abgelehnt (die allgemeingültigen Gründe dafür folgen weiter unten).
… An der Reaktion und dem offenen Umgang mit dem Zaunfahnenverbot hätte man jedoch erkennen können, dass an diesem Tag niemals Pyrotechnik geplant war. Zumindest wussten es diejenigen, deren Einschätzungen plötzlich nicht mehr gefragt war.
… Spätestens als es vor dem Spiel – während der Auseinandersetzungen – zu keinerlei Pyrotechnik kommt, muss auch den Entscheidungsträgern bewusst geworden sein, dass ihre Maßnahmen unbegründet waren und ihre Fehleinschätzung zu dieser Situation führten. Zugeben – das würden die feinen Herren natürlich niemals.

7 Monate später wird der FCN vom Sportgericht zu einer Geldstrafe von 80.000 Euro verurteilt:
… Als Begründung werden u.a. die Vorfälle in Frankfurt genannt. An dieser Stelle sollten nun auch Nicht-Juristen mit dem Kopf schütteln, warum ausgerechnet der FCN dafür bezahlen soll. Aber klar, der DFB konnte Eintracht Frankfurt ja nicht bestrafen, schließlich hatte Eintracht Frankfurt ja „nur“ die DFB-Vorgaben umgesetzt – konsequent und voller Gehorsam. Da aber erst genau das zu der Situation führte, müsste der DFB die Fehler bei sich suchen, was er (nach außen) natürlich nicht tut. Also blieb nur noch der FCN, obwohl der Verein in den Tagen vor dem Spiel immer wieder vom Zaunfahnenverbot abriet. Welchen Fehler hat der FCN begangen, der ihn für diese Strafe verantwortlich macht und warum er schuldig gesprochen wird? Entspricht eine solche Rechtsprechung „Strafe trotz Unschuld“ einer modernen und demokratischen Institution wie es der DFB sein will?
… wir fordern den FCN dazu auf, die DFB-Strafe konsequent zu bekämpfen und sich ein Beispiel an Dynamo Dresden zu nehmen. Die SGD strebt aktuell eine Klage gegen den DFB für den Wegfall des §9a der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO // verschuldensunabhängigen Bestrafung) an. Offenbar scheint dies auch Eindruck beim DFB zu machen oder warum wurde Dynamo seither mit keiner Strafe mehr belegt, obwohl man beispielsweise beim Spiel in Kaiserslautern mediales Aufsehen erregte?

Damit leider nicht genug:
… Denn auch zahlreiche Fans sind mittlerweile durch eine Stadionverbote direkt betroffen und müssen damit die Suppe auslöffeln, die ihnen andere eingebrockt haben!
… Interessant wäre natürlich auch mal zu wissen, wer der „geheime (Des)Informant“ zum Thema 200kg Pyrotechnik war…

Abschließend bleiben daher nur noch folgende Erkenntnisse:
… Wir werden auch zukünftig jegliche Vorkommnisse, Verbote und Strafen hinterfragen, hartnäckig und unbequem bleiben
… Es wird auch weiterhin keinen Austausch mit der Polizei geben. Die Polizei hat unser Vertrauen schon vor Jahren nachhaltig und für die Ewigkeit mißbraucht, sie ist kein verlässlicher Gesprächspartner. Sie hat kein Interesse an einem Austausch auf Augenhöhe, solche Gesprächsangebote sind Vorwände oder dienen lediglich der einseitigen Information. Einen Nutzen wird es für Fans, die ihre Freiräume und Rechte beanspruchen, niemals geben. Und solange die Polizei nicht die Fähigkeit zur nötigen Selbstreflexion erlangt, wird sich daran auch nichts im Ansatz ändern.
… Die Vorfälle in Frankfurt sollten für alle Vereine ein warnendes Beispiel sein, Zaunfahnen (das Ur-Element der Fankultur) zu verbieten und realitätsferne Personen in derartige Entscheidungen einzubinden. Wir gehen davon aus, dass uns das nie mehr passieren wird und auch die interne Fehleranalyse bei Eintracht Frankfurt & DFB ganz anders ausgesehen haben muss, als dies in die Öffentlichkeit getragen wurde. Einerseits begrüßen wir das natürlich, andererseits sollte man dann auch endlich einmal die Eier in der Hose haben und auch öffentlich dazu stehen anstatt die Leute zu blenden.
… Das Vertrauen vieler Fans in die Vereine, aber auch Sicherheitsorgane, die Fankultur zu achten, wurde nachhaltig erschüttert

Zum kommenden Spiel in Frankfurt:
… Am 19.10, ist es wieder so weit, wir werden nach Frankfurt zurück kehren. Wie bereits geschrieben, gehen wir fest davon aus, dass sich Eintracht Frankfurt (aufgrund der oben genannten, internen Fehleranalyse) dieses Mal weitaus fanfreundlicher zeigen wird.
… Wir werden euch in den kommenden Tagen mit Informationen um das Spiel versorgen und unsere Erwartungen kommunizieren