Julius Hirsch Preis

„Für ihre Choreografie beim Bundesliga-Derby gegen den FC Bayern München und eine anschließende Veranstaltung in Erinnerung an den ehemaligen jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad werden die Ultras Nürnberg gemeinsam mit dem Verein 1. FC Nürnberg mit dem 2. Preis ausgezeichnet.“ erklärte der DFB vor einigen Wochen hochoffiziell. Am vergangenen Freitag fand nun die Preisverleihung statt.
Auf den ersten Blick mag der ein oder andere berechtigt fragen, warum nehmen Ultras einen Preis vom DFB an? Verband und Fans liegen ja nicht immer auf einer Wellenlänge, im Gegenteil. Bereits im Ya Basta! 37 haben wir kurz erklärt, was alles gegen die Annahme dieser Auszeichnung sprach. Wir haben aber auch erklärt, warum Ultras Nürnberg ihn trotzdem angenommen hat. Letztendlich hatte es der Hintergrund dieser Geschichte einfach verdient – eine Ablehnung hätte man auch der Tochter von Jenö Konrad, Evelyn Konrad, nicht schlüssig erklären können. Die Ehrung mit dem Preis bildet den Abschluss eines runden Gesamtpakets. Gleichzeitig – und das soll an dieser Stelle erneut betont werden – stellt sie aber auch eine besondere Verantwortung für die Nordkurve Nürnberg dar, dieser Auszeichnung auch zukünftig gerecht zu werden. Sie soll uns immer daran erinnern, für Antirassismus und gegen Antisemitismus einzutreten. Das Presigeld wird für soziale Projekte der Stadt Nürnberg gespendet – genauere Informationen folgen.
In diesem Zusammenhang soll daher auch auf die vielen anderen Fangruppen verwiesen werden, die schon seit Jahren (und viel intensiver) antirassistische Arbeit leisten und eine solche Auszeichnung sicher auch verdienen würden – unabhängig davon, ob man den Preis nun annimmt oder nicht. Stattdessen erfahren sie nicht immer die notwendige Unterstützung – all das sollte bei all dem Glamour rund um die Preisverleihung nicht vergessen werden!

In diesem Sinne: Für eine bunte und weltoffene Kurve!