Der Kapitän klatscht,
aber er klatscht nicht mit Herz

0:3 Heimniederlage, 11 Spiele, kein Sieg, Tabellenvorletzter – die nackten Zahlen sind jedem bekannt und höchst alarmierend.
Dabei erspielte sich der FCN gegen bis dato ebenfalls sieglose Freiburger zahlreiche Chancen und war über weite Strecken spielbestimmend. Nein, eine schwache und lustlose Leistung kann man der Mannschaft nicht vorwerfen. Stattdessen mangelte es an der Chancenverwertung, mal wieder stand Aluminium im Weg (zum 9. mal in dieser Saison) und am Ende kam auch noch Pech dazu, so dass ein Sonntagsschuss die Niederlage besiegelte.

In der Stunde solcher Niederlagen zeigt sich aber auch der Charakter einer Mannschaft.

… und einmal mehr schien dieser von Raphael Schäfer geprägt worden zu sein.
Einmal mehr war er es, der die Mannschaft – fast schon gezwungenermaßen – bis kurz vor die Eckfahne führte, belanglos klatschte und dann abdrehen ließ.
Wir sind uns sicher, dass viele Spieler nach einem solchen Spiel eine andere Reaktion gezeigt hätten, ja sogar wollten.
Dieses scheinheilige und immer gleiche Auflaufen in Richtung der Kurve, ob bei Sieg oder Niederlage, zeigt einer sensiblen und leidgeprüften Kurve wie der Nord jedoch, dass sie nicht ernst genommen wird.

Erst auf Nachdruck der Fans kam die Mannschaft wieder aus der Kabine, um Rede & Antwort zu stehen. Wenn Pressevertreter diese bekommen, dann ist es nachvollziehbar, wenn diese auch in direkter Kommunikation mit den Fans gefordert werden. Dabei wurde bewusst Wert auf Sachlichkeit gelegt, Ziel war ein konstruktiver Austausch. Die Leistung scheint schließlich abrufbar zu sein!
Dennoch war der erst später dazu gestoßene Kapitän immer wieder kritischen Stimmen ausgesetzt.* Die Kurve beobachtet sein ignorantes Verhalten schon seit geraumer Zeit (erinnern wir uns nur an das Zurückrufen der Mannschaft aus der Kurve in Düsseldorf). Und eine Kurve vergisst nicht!

Raphael Schäfer fühlte sich daraufhin so provoziert, dass er beim Zurückgehen die Kapitänsbinde – ein hohes Ehrenamt – wutentbrannt auf den Boden warf.

Dies ist die bisher größte Entgleisung in einer Reihe von mehreren Fehltritten. Mag das Verhältnis und sein Verhalten in der Vergangenheit und vielleicht auch dieses Mal durch Mißverständnisse geprägt worden sein, es bleibt eine unverzeihliche Geste, welche das Verhältnis zur Anhängerschaft massiv und nachhaltig belasten wird.

Wer sein Amt so zu Boden wirft, hat aufgehört zu kämpfen!

Wir wollen keineswegs die unumstrittenen Verdienste eines Raphael Schäfers schmälern oder gar vergessen, aber: Vor diesem Hintergrund scheint es fraglich, ob Raphael Schäfer in dieser Situation noch der richtige Mann im Tor des FCN ist und zukünftig das Kapitänsamt ausführen möchte. Aus Sicht der Kurve ist Raphael Schäfer jedenfalls nicht mehr der Kapitän dieser Mannschaft!
Es wird Zeit, der Mannschaft ein neues Gesicht zu verpassen. Es wird Zeit, dass die Mannschaft einen neuen Charakter entwickelt, um – gemeinsam mit der Nordkurve – das erklärte Ziel Klassenerhalt zu erreichen.

Die Zeit des Redens ist jedenfalls vorbei!

* Fairerweise wollen wir an dieser Stelle aber auch Pressemeldungen und vielen Gerüchten widersprechen. Es ist nicht korrekt, dass Raphael Schäfer vor den Fans nichts sagen wollte. Egal was Raphael Schäfer jedoch gesagt hätte, man hätte die Worte danach zerrissen. Aus diesem Grund wurde von Fanseite der Wunsch geäußert, dass jemand anderes ein paar Worte an die Kurve richtet. Wir wollen damit nicht behaupten, dass sich schützend vor die Person Raphael Schäfer gestellt wurde, es hätte ihm nur sowieso keiner geglaubt. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass das Kapitel „Schäfer und der FCN“ beendet werden sollte. So leid es uns auch um einen Pokalhelden von 2007 tut, aber wir sollten ihn als solchen in Erinnerung behalten und nicht als jemand, der in seinen letzten Jahren im offenen Konflikt mit der Anhägerschaft in Ungnade gefallen ist. Doch genau diese Situation wird sich weiter zuspitzen, zu viel ist passiert, als dass man die Richtung noch einmal korrigieren könnte. Harte Worte und tiefe Eingriffe – aber zum Wohle aller Beteiligten!