Archiv für Dezember 2013

Video – Auswärts in Hannover

Das Unentschieden in Hannover war ein herber Rückschlag – vor dem Hintergrund einer 3:0 Führung. Trotzdem berufen wir uns in diesen schweren Zeiten auf höhere Werte und werden den 1.FC Nürnberg auch aus dieser sportlich schwierigen Situation heraus begleiten. Wie lange das auch dauern mag …

Neue Stadionverbotsrichtlinien

Gemeinsame Stellungnahme der Rechtshilfen Nürnberg, 1860 München, Hannover, Rostock, Dresden und Union Berlin zur Änderung der Stadionverbotsrichtlinien durch den DFB

1.
Wie schon im letzten Jahr, als das Sicherheitskonzept durchgesetzt wurde, hat man auch jetzt bei der Veränderung der aktuellen Stadionverbotsrichtlinien (SVRi) nicht auf Transparenz und Mitsprache der Fans gesetzt, sondern dies im stillen Kämmerlein ausgehandelt. Bereits Anfang Oktober diesen Jahres bekamen sämtliche Fanprojekte und Vereine die Vorschläge des DFB mitgeteilt. Um anscheinend Stellungnahmen und Hinweise auf das sehr wohl bedenkliche Vorhaben der Neuregelung zu vermeiden, haben weder Vereine noch Fanprojekte es gewagt, diese Informationen zur allgemeinen Diskussion an die breite Fanmasse weiterzugeben. Praktisch der gleiche selbstherrliche Vorgang wie 2012, als einzig über den Verein Union Berlin das Vorhaben des DFB durchsickerte und ein breiter Proteststurm mit der Aktion 12:12 entstand.

2.
Wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) auf Faszination Fankurve „Mehr Transparenz und Präzision statt Verschärfung“ mitteilt, verstehe diese nicht, dass der Eindruck entstanden sei, bei den neuen SVRi handle es sich um eine Verschärfung.
Wenn eine SV-Kategorie D eingeführt wird, die beinhaltet, dass die Maximaldauer auf fünf Jahre hochgesetzt wird, ist dies sehr wohl eine Verschärfung! Viel schlimmer jedoch ist, dass die staatlicher- und verbandlicherseits bezahlten und geförderten Fanprojekte wenig Interesse haben, die anzugreifen, die sie bezahlen. Anstatt Stadionverbote als das zu deklarieren, was sie eigentlich sind, nämlich eine Bestrafung, lässt man sich vom DFB vor den Karren spannen und will der Fangemeinde mitverantwortlich suggerieren, es handle sich hier um präventive (vorbeugende) Maßnahmen.
Stadionverbote sind zwar im materiell-rechtlichen Sinn keine Strafe, sanktionieren aber ein bestimmtes Verhalten, das von Polizei/Ordnern/Vereinen als Unrecht qualifiziert wird (was im Übrigen die Definition von Strafe ist), ohne dass allerdings eine objektive Prüfung der Vorwürfe durch ein Gericht erfolgt ist. Die Fanprojekte in Form der BAG haben die Chance vertan, Stadionverbote als das zu bezeichnen, was sie sind: Ungerecht, willkürlich und sozialpädagogisch sinnlos! Es hätte aus dieser Richtung ein klares Zeichen kommen müssen, dass die SVRi nicht verschärft werden dürfen. Sie hätten abgeschwächt werden müssen, im besten Fall hätte sogar die Feststellung getroffen werden müssen, dass eine von einem Verband erfundene private Rechtsordnung unzulässig ist.

3.
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Sicherheitsbeauftragten der Vereine bzw. der DFB selbst kaum einen Zweifel daran ließen, dass das SV einen Strafcharakter hat. Meist unreflektiert haben Vereine/DFB auf Zuruf der Polizei die Verbote ausgesprochen. Eine Unschuldsvermutung galt nie und wird/soll auch in Zukunft nicht gelten. Auch die nun von der BAG hochgejubelte Anhörung/Stellungnahme ist ein Witz, da es sich um eine „Soll“– und keine „Muss“-Bestimmung handelt. Hier fehlt zudem der Satz: „Ohne Anhörung des Betroffenen darf das Stadionverbot nicht ausgesprochen werden. Die Stellungnahme darf nicht an Ermittlungsbehörden bzw. Dritte weitergegeben werden“ – ähnlich wie im Fall eines Arbeitnehmers, dessen Kündigung ohne die Anhörung eines Betriebsrats unzulässig ist. Der springende Punkt ist dabei, dass es für Arbeitnehmer Rechte gibt, für Fußballfans nicht.

4.
Es gibt Vereine, die mit dem Thema Stadionverbot wirklich seriös umgegangen sind. Die absoluten Negativbeispiele sind Vereine wie Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Schalke 04, Bayern München oder der VfL Wolfsburg. Allzu gerne werden bei diesen Vereinen Stadionverbote nach dem „Gießkannenprinzip“ ausgesprochen. Wolfsburg hatte beispielsweise „Blankostadionverbote“ für die Polizei unterschrieben, so dass diese nur noch Namen und Anschrift eintragen mussten.
Bei vielen Vereinen werden Anhörungen nicht gewährt, und wenn doch, werden sie nicht berücksichtigt. Das Problem nach Aussprache eines Stadionverbotes ist, dass es äußerst schwierig ist, das Stadionverbot wieder aufzuheben – vor allem in den Fällen, in denen überhaupt keine Gründe für ein Stadionverbot genannt werden. Viele Staatsanwaltschaften stellen zum Beispiel Verfahren ein, ohne die Betroffenen darüber zu informieren, so dass diese erst umständlich Erkundigungen einziehen müssen, wie der Sachstand denn ist. Seit der Einstellung des Verfahrens ist dann meist schon geraume Zeit verstrichen, in der die Betroffenen ausgesperrt waren, aber aufgrund der fehlenden Information keine Aufhebung des Stadionverbots beantragen konnten.
Ein weiterer negativer Trend ist, dass die Vereine „ihre“ Heimfans bei Stadionverboten anders behandeln als die Gästefans. Dies liegt vorallem daran, dass beispielsweise die Rechtshilfen auf die Vereine zugehen und mit ihnen verhandeln oder die heimische, aktive Fanszene sich für ihre Mitglieder einsetzt, was bei Gästefans oft nur schwer möglich ist.

5.
Wünschenswert wäre es, wenn von dem Instrument des Stadionverbots komplett abgesehen würde, da diese Maßnahme in keinster Weise überzeugt hat bzw. kein belegbarer Beweis dafür geliefert werden kann, dass ein Stadionbesuch dadurch sicherer wird.
Nun aber wurde ein Papier geschaffen, das keine Verbesserungen für die Fans beinhaltet. Die Vereine werden genau so weitermachen wie bisher, und so werden auch in den kommenden Jahren viele Jugendliche, wohlgemerkt ohne rechtskräftig verurteilt worden zu sein, da sein müssen, wo es ihnen besonders weh tut – vor den Toren der Stadien. Und dies ist beabsichtigt, will man doch die Kurven nach und nach auflösen und durch Eventpublikum füllen, das sich kommentar- und kritiklos der Berieselung durch den Kommerz hingibt.

Ich bereue diese Liebe nicht!

Ya Basta! #39
Out now!

Bei uns gehts ruckizucki! Nur 4 Wochen nach Ausgabe 38, erscheint Ya Basta! 39 am Freitag gegen Mainz.
Zu Lasten der Qualität soll das aber nicht gehen und so erwarten euch auf den 80 Seiten wieder einige Leckerbissen.
Los geht’s mit einem Doppelhalter-Spezial. Damit beschäftigen wir uns – nach den Zaunfahnen – mit einem weiteren wichtigen Stilmittel der Kurve. So einen Doppelhalter hat wahrscheinlich jeder schon mal in den Händen gehabt, aber so wirklich drüber nachgedacht haben wahrscheinlich auch nur die wenigsten. Dabei steckt da richtig viel Message dahinter!
Richtig interessant und vor allem auch sympathisch ist unser Interview mit dem neuen Trainer Gertjan Verbeek geworden. Noch immer dürfte der Holländer ein eher unbeschriebenes Blatt sein, wir sind uns sicher, das ändern zu können. Cooler Typ!
Ganz besonders wollen wir euch aber auch noch einen kleinen Ausblick/Rückblick auf 20, 15 und 10 Jahre UN ans Herz legen, sowie einen Text über die Schulde des Lebens. Letzterer ist so wertvoll, dass wir ihn gleich als Leseprobe hochgeladen haben! Ansonsten gibts natürlich noch jede Menge weiteren Lesestoff… „geiler Scheiß“ – würden wir glatt behaupten!

Leseprobe Ya Basta! 39
Ya Basta! 39 – Schule des Lebens

YB Ausgabe 39

★ Meine Stadt
★ Spezial: Doppelhalter – die Welt in Händen (Bedeutung, Entwicklung, Nürnberger Schmuckstücke, Anekdoten uvm)
★ Spielberichte
★ Vorschau 20 Jahre UN / Rückblick 15 & 10 Jahre UN
★ Jugend der Nordkurve (Text: Schule des Lebens)
★ Art Gallery
★ Szene News (Interview: Always Carry A Number)
★ Rot-Schwarze Hilfe Spezial (Text: Zur Lage der Nation)
★ Fight Modern Football (Text: Ganz oder gar nicht)
★ Der Glubb is a Debb (Trainerentlassung Herbert Widmayer 1963)
★ Interview Gertjan Verbeek
★ Amici (Zu Gast bei Freunden)
★ Auswärtsblock Spezial: Aktuelle Lage in Argentinien
★ Auswärtsblock

Nun aber genug gelabert, kauft euch den Schnack!

Ultras stellen sich vor die Mannschaft

Der Glubb kann nicht mehr gewinnen – seit nunmehr 14 Spielen. Alle fragen sich woran das liegen kann? Eine aktuelle Umfrage bei Sport1 Text bringt die Wahrheit auf den Tisch – schuld sind „die Ultras“ . Knallhart recherchiert – journalistische Meisterleistung – ein eindeutiges Ergebnis.
Das heißt, wenn man die möglichen / angebotenen Optionen betrachtet, dann fehlt eventuell mit der Mannschaft ein großer Konkurrent auf den ersten Platz?
Aber in der Tendenz stimmen wir zu. Schuld ist genauer gesagt die Gruppe Ultras Nürnberg 1994 – mal schauen ob die Jungs entlassen werden, vielleicht übernehmen die Ultras Leverkusen (haben am Wochenende im Match gegen Nürnberg mal wieder voll überzeugt) dann den vakanten Posten. Schon seit Jahren „überzeugen“ sie durch konstante Leistungen, nicht umsonst spielt deren Elf regelmäßig europäisch.

Das YaBasta! hat blitzschnell reagiert und mit einem der Ultras gesprochen:

“ Wegen personeller Sorgen – viele Stadionverbotler – können wir im Moment nicht die gewohnte Unterstützung abrufen. 2007 beim Pokalsieg konnten wir noch maßgeblich mit zum Erfolg beitragen – da waren noch alle Mann an Bord. Das muss sich wieder ändern – sollten wir bis dahin nicht entlassen sein. Aber da sind eben auch die Behörden gefordert!“

Soweit die Bitznews. Die Ultras übernehmen also Verantwortung und stellen sich vor Mannschaft, Trainer und Vorstand. Weitere Anrufe bei Sport 1 erbeten – schützen wir unseren Verein. Informationen wie es dann mit den Ultras Nürnberg weitergeht und welche Gruppe die Nachfolge übernehmen könnte, gibt es am Sonntag im Doppelpass. Eine Einladung liegt mittlerweile vor.