Die Weltverbesserer

Als zu Beginn des Jahres die Initiative „Ich bereue diese Liebe nicht“ ins Leben gerufen wurde, dann hatte sie zum Ziel, eine positive Stimmung im Umfeld des FCN zu schaffen. Dazu sollten alle ins Boot geholt werden: die Ultras, die Nicht-Ultras, Spieler, Vereinsverantwortliche und Stadt. Für gute oder schlechte Stimmung trägt aber natürlich auch die Presse – leider maßgeblich – bei. Doch in den (Sport-)Redaktionen der Lokalzeitungen bzw. lokalen Ableger sind sie ja (fast) alle Glubb-Fans und auch sie bereuen ihre Liebe nicht, oder? Man war guter Dinge, dass auch sie einen kleinen Teil im Rahmen ihrer Möglichkeiten/Berichterstattung zu einer positiven Stimmung im Umfeld des FCN beitragen würden. Zumindest war man aber fest davon erzeugt, dass sie nicht mutwillig & unnötig Unruhe ins Umfeld bringen würden.

Das Schmierblatt mit den 4 Buchstaben hat es dann aber doch geschafft. Fast genau zwei Wochen (!) nach dem Ereignis und somit kurz vor dem schweren wie wichtigen Spiel gegen Bremen berichten Daniell Westagte und Max Schneider von einem Besuch der Spieler Drmic und Gebhart im UN-Lokal nach dem emotionalen Sieg gegen Braunschweig. Während die Herren ihrer Berufung als Moralapostel der Nation nachkommen und die Ereignisse natürlich völlig schockiert dokumentieren, sollten wir folgende Schlüsse aus diesem Abend ziehen:

a) mal wieder hat uns ein Beispiel gezeigt, dass Facebook schnell zu einem Eigentor und Ärger führen kann.

b) der Besuch der Spieler im Lokal hat uns darin bestätigt, dass Fußballer – Gott sei Dank – auch nur (junge!) Menschen sind. In völlig ungezwungener Atmosphäre haben sie das geschafft, was die Sensationsgeilheit einiger Journalisten wieder kaputt macht: sie haben für gute Stimmung im Umfeld des FCN gesorgt, sie haben dazu beigetragen, dass sich die Beziehungen zwischen Fans und Spieler weiter festigen. Genau das brauchen wir im Abstiegskampf, auf geheuchelte Moral können wir dagegen verzichten. Wir hoffen, dass sich die beiden (und auch alle anderen) Spieler nicht durch so eine Berichterstattung abschrecken lassen, weiterhin den Kontakt zu Fans suchen und auch mal Mensch statt abgeschotette Fußballprofis sein dürfen. In Zukunft dann sicherlich ohne die Bilder online zu stellen.

c) mal wieder wurde die Springerpresse ihrem Ruf gerecht, ohne Rücksicht Schlagzeilen zu schreiben, Auflagen zu steigern und Hysterie zu schüren. So ist es auch kein Wunder, dass der Artikel genau vor dem Spiel gegen Bremen erschien, obwohl der Besuch bereits zwei Wochen zurück liegt. Hier wird nicht nur auf ein Privatleben von jungen Spielern geschissen, sondern auch ein bemerkenswertes Zusammenrücken zwischen Fans, Verein und Spielern belastet. Man muss vermuten, die beiden Verfasser wünschen dem FCN am heutigen Samstag nichts Gutes. Scheinbar sind sie doch nicht alle Glubb-Fans…

… und immerhin ordnen die meisten den Artikel auch dort ein, wo er hingehört: nämlich unter der Kategorie „lächerlich“. Manchmal muss es nicht immer Facebook sein, um ein Eigentor zu schießen!

Eine Frage hätten wir dann doch noch:
Warum fangen die Weltverbesserer eigentlich nie bei sich an?