Nach vorne schauen!

Abgestiegen. Man tut sich natürlich immer leichter, wenn man einen Schuldigen hat. Die Ya Basta! Redaktion will sich nicht anmaßen und urteilen, woran es lag. Bei unserer Punkteausbeute bleiben die Spieler zwangsläufig als Versager in Erinnerung. Ihr derzeitiges Vermächtnis ist der Abstieg. Jeder Spieler hat es nun selbst in der Hand, diese Schuld zu begleichen und seine Zeilen in den Geschichtsbüchern unseres Vereins zu korrigieren. Denn das ist es, was am Ende einer Fußballkarriere übrig bleibt. Nicht das leicht verdiente Geld, sondern das Vermächtnis. Dazu braucht es nun Bekenntnisse! Verpisst euch und bleibt als Absteiger im Gedächtnis oder sggt es laut & deutlich, wenn ihr dieses Vermächtnis ändern wollt, bekennt euch zu diesem Abstieg, bekennt euch zu diesem Verein…

… und bekennt euch zu diesen Fans, die immer an euch geglaubt haben – nach einer Hinrunde ohne Sieg oder auch in den letzten 12 Spielen mit nur 3 Punkten! Es ist uns ein Rätsel, woher die Glubb-Familie ihren Glauben genommen hatte, als sie die letzten Spieltage gekommen war, um unseren Glubb zu unterstützen. Weniger weil sie es taten, sondern wie sie es taten. Vom Stehplatz zum Sitzplatz, vom Kind bis zum Opa. Unerschütterlich, bedingungslos, ohne die Liebe zu hinterfragen. Ohne Angst, mit Hoffnung auf ein Wunder. Woher kam der Mut? Er ist eigentlich nicht zu erklären.
Wahrscheinlich wird er erst in solchen Momenten geboren, damit uns auch in/vor der Zukunft nicht bange wird. Wir wussten alle, dass dieser Tag irgendwann kommen würde. Wir wissen, dass wir auch diese Zeit überstehen werden, wir werden niemals untergehen. Unser Glaube hat uns von der 3. Liga (innerhalb von 10 Jahren!) zum Pokalsieg geführt. Unser Glaube wird uns auch zukünftig begleiten. In der 2. Liga, in der 3. Liga und irgendwann auch wieder zu einem großen Titel.
Man weiß doch als Glubbfan eh, dass wir keinen Erfolg und ewige Erstligazugehörigkeit erwarten dürfen. Für uns gehts doch darum, dass wir eine gute Zeit miteinander haben. Mit Erfolg fällt das natürlich leichter, aber man weiß ihn nur zu schätzen, wenn man auch die Täler mitmacht. Wir werden auch in der 2. Liga eine gute Zeit miteinander haben, wir werden auch in der zweiten Liga stolz auf unseren Verein sein – so viel ist sicher! Es wird weitergehen! Es hört niemals auf!
Andere mögen mehr Geld haben, bessere Spieler, mehr Titel. Aber es sind nicht die Erfolge, die die Verbundenheit von Fans zu Verein (und umgekehrt!) stärken, es sind Momente wie am Samstag. Momente, wie wir sie schon die ganze Saison erleben durften. Momente, die unseren Glauben nähren und uns zurück bringen werden! Wir wissen das – jeder weiß das!

An dieser Stelle soll auch ein kleines Dankeschön nach Gelsenkirchen gehen. Als kurz vor Schluss fast das gesamte Stadion „Der FCN steigt wieder auf“ gesungen hat, war das Balsam für die geschundene Seele – auch wenn man es uns verständlicherweise nicht unbedingt angesehen hat. Natürlich ist das nur ein schwacher Trost, aber wir können wirklich stolz auf diese Freundschaft sein! Schalke und der FCN!

… und zu allerletzt wünschen wir uns, dass nicht jeder Fanbus den Zuschauss aus der Mannschaftskasse für einen Frustsuff hergenommen hat, sondern ihn vielleicht an Institutionen weitergeleitet hat, die das Geld nötiger haben. Hilfe für Anja eV zum Beispiel. Warum? Das brauchen wir an dieser Stelle ja nun wirklich nicht mehr erklären…

FCN!