Archiv für Januar 2015

Beste Radio

Boiz and Gurls,
morgen um 18 Uhr wieder eine Stunde Ultras-Radio bei den Habibis von Kurvenfunk. Wie immer mit jeder Menge guter Mucke und Dummgwaaf par excellence. Läuft.

Infos: kurvenfunk.blogsport.de

Beste Radio

Bleiben oder gehen?

Es war im Frühjahr 2009, da spielte Feine Sahne Fischfilet einen Soligig im Würzburger B-Hof. Damals hatten sie gerade ihr erstes Album „Backstage mit Freunden“ veröffentlicht. Es entwickelte sich eine grobe Party: Bengalen, abartige Pogos und das gute Gefühl seine Wut auf den Staat einfach mal herausschreien zu können.

Damals, vor inzwischen sechs Jahren, hätten wir es wohl nie für möglich gehalten, dass es die Band mit ihrer straighten Attitüde jemals so weit bringen würde. Heute spielt Feine Sahne Fischfilet schon mal vor 10.000 Menschen auf dem Hurricane – und das ohne „sell-out“ oder sich selbst nicht treu geblieben zu sein.

An diesem Freitag erschien ihr inzwischen vierter Langspieler „Bleiben oder gehen“. Eine Platte in deren Zentrum die Frage nach der richtigen Form der Selbstverwirklichung steht: Provinz oder Großstadt? Strukturen nutzen oder selbst aufbauen? Langfristig binden oder größtmögliche Freiheit genießen? Die Antworten darauf – und das ist das Schöne daran – überlassen die Jungens einem selbst. Feine Sahne Fischfilet präsentieren sich druckvoll wie immer und dabei deutlich variabler als noch auf vergangenen Alben. Die zwölf Songs schenken unglaublich viel Mut. Der passende Sound zum Selbermachen.

Schon jetzt freuen wir uns auf weitere exzessive Konzerte, inklusive Monchi beim Stage-Dive. Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Feine Sahne Fischilet

Volkspark von Kühnes Gnaden

Das Hamburger Volksparkstadion heißt ab 1. Juli 2015 wieder offiziell Volksparkstadion. Wie unter anderem Stadionwelt berichtet, hat Klaus-Michael Kühne sich die Namensrechte am Stadion gesichert und möchte es zur kommenden Saison rückbenennen. Kühne erwarb außerdem für 18,75 Millionen Euro 7,5 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG.

„Es war mir als HSVer eine Herzensangelegenheit, dass die Fußball-Heimat des HSV wieder ihren ursprünglichen Namen trägt. Ich wünsche mir, dass unsere Mannschaft im Volksparkstadion wieder an alte Erfolge anknüpfen kann“, so Kühne.

In den vergangenen Jahren war das Volksparkstadion zur Wanderhure (nord-)deutschen Sportsponsorings mutiert. AOL, HSH Nordbank, Imtech: Sie alle pulverten frisches Kapital in den Fußballdino. – Allemal interessant zu sehen, wie sich Verein und die ehemaligen Sponsoren AOL und HSH Nordbank in der Folge entwickelten.

Bleibt also aus Fansicht die Frage, inwiefern man das nun gut finden soll. Einerseits ist die Nachricht erfreulich, da endlich ein Bundesligist einen anderen Weg einschlägt. Andererseits ist es bedenklich, dass eben jener Klaus-Michael Kühne, prominenter Unterstützer der Initiative „HSV Plus“, diese Änderung herbeiführt. Im (fränkischen) Volksmund würde man sagen: Das hat ein Gschmäckle! Soll heißen: Warum erobert ausgerechnet einer der Hauptprotagonisten hinter der HSV-Ausgliederung den alten Stadionnamen zurück? – Aus neuentdecktem Traditionsbewusstsein? Oder wohl doch eher aus geschicktem Kalkül im Sinne der eigenen Imagepflege?

Fakt ist, dass sich Kühne – entgegen seiner eigenen Aussage – nun doch „Einfluss am Fußballgeschehen des HSV“ verschafft hat. Allein das sollte zu Denken geben. Und Fakt ist außerdem, dass es sehr traurig ist, wie ein einzelner (finanzstarker) Senior mühelos das ermöglichen kann, wofür die eigenen Fans über Jahre eingetreten sind.

Wir bleiben deshalb bei unserer Position: Stadionnamen sind nicht verhandelbar. In Hamburg genauso wie in Nürnberg. Wenn der Stadionname den Verantwortlichen tatsächlich eine „Herzensangelegenheit“ ist, hätten sich auch andere Wege, abseits eines zusätzlichen Investments, finden lassen!

Volksparkstadion

…und für all diejenigen Kunden, die uns nun im gewohnten Reflex Sozialromantik, blinden Traditionalismus oder realitätsfremdes Gutmenschentum vorwerfen: Es stimmt natürlich, ihr habt alle Recht! – Mithilfe der Kühne-Millionen werden die kommenden van der Vaarts so richtig einschlagen beim HSV.

Manchmal, aber nur manchmal…

Wir verlinken ja nicht häufig kommentarlos Berichte von der RSH-Homepage.
Den geschilderten Fall wollen aber auch wir über unseren Blog verbreiten – und auch nicht gänzlich umkommentiert lassen:

Polizist nimmt eigenes Opfer fest – jetzt verliert er seinen Job

In den Medien bekam der Prozess gegen drei angeklagte Polizisten nach dem HSV-Spiel viel Beachtung. Unterschwellig wurde aber auch in den meisten Presseartikeln das Bild des „armen Polizisten, der sich in seiner Amtsausführung gegen brutale Fußballfans nur zur Wehr setzen musste“ verbreitet. Entsprechend lösten Prozess und Urteil beinahe schon Entsetzen unter Lesern aus, wie später auch einige Leserbriefe zeigten. Bekanntermaßen können die Medien die Wahrnehmung ganz einfach manipulieren – ebenso wie dies die Polizei im geschilderten und sicher nicht einzigen Fall tat. Entsetzen wäre in der Tat angebracht – allerdings nur bei den nun nachgewiesenen Methoden, die in den Presseartikeln leider kaum Erwähnung fanden…

Abschließend bleibt wirklich zu hoffen, dass nicht nur dieser Fall aufhorchen lässt!

Endergebnis

Die Gelder sind gezählt – endlich kann der finale Betrag bekannt gegeben werden. Bei der diesjährigen Weihnachtsspende der Nordkurve Nürnberg kamen satte 18.716,01 € zusammen. Der Betrag wird seitens Ultras Nürnberg (aus der eigenen Gruppenkasse) auf runde 20.000 € aufgestockt. Was für ein Ergebnis! Die „Erinnerungs-Pins“ (mit dem „Christkind-Motiv“ der Choreografie vom letzten Heimspiel) sind eingetütet und erreichen hoffentlich die nächsten Tage alle Personen, die via Überweisung gespendet haben.

Der Geldbetrag wird aufgeteilt – fünf Organisationen bekommen jeweils eine Spende in Höhe von 4.000 Euro. Vielen Dank für die Vorschläge aus der Fanszene – nicht sauer sein, wenn euer Vorschlag dieses Jahr keine Berücksichtigung gefunden hat. 2015 geht die Weihnachtsspende hoffentlich in die nächste Runde!

Hier die fünf Organisationen (in Klammern nur das Wesen der Tätigkeit – genauere Infos via Link):

Hospiz-Team Nürnberg e.V
(u.a. mobile Kinderhospiz und Palliativstation)

Schneckenhaus Kinder- und Jugendwohnung / Gemeinnützige GmbH
(u.a. Betreuung von Jugendlichen mit Problemen im Elternhaus)

Hilfe für Anja e.V.
(kommt aus der Nürnberger Fanszene / hat sich dem Kampf gegen Leukämie verschrieben)

Hängematte e.V.
(u.a. Anlaufstelle für drogenabhängige Obdachlose in Nürnberg)

Wildwasser Nürnberg e.V.
(u.a. Hilfe für Frauen und Mädchen bezüglich sexueller Gewalt)

Die Übergabe soll beim ersten Heimspiel des neuen Jahres (15.02.2015 gegen Union Berlin) erfolgen. Bewusst wurde das Stadion als Übergabeplatz gewählt. Es ist zwar die große Bühne (was die gute Sache an sich nicht braucht), aber die Spenden wurden ja auch im Stadion gesammelt bzw. kommen mit großer Mehrheit von den Stadiongängern.

Noch eine kleine Anmerkung zum Ende: Auf der einen Seite dürfen alle Spender stolz auf das Gesamtergebnis sein. Egal, ob nun beruflich erfolgreichenr Geschäftsmann, Schüler oder Arbeitsloser. Alle waren bereit einen Teil ihres Geldes abzugeben und unterstützten die gute Sache. Auf der anderen Seite sollten man nicht in zu großes Selbstlob verfallen. Die Aktion der Weihnachtsspende wird hoffentlich zur jährlichen Routine der Nordkurve Nürnberg. Gleichzeitig sollten wir uns alle vornehmen das soziale Engagement – im Rahmen der eigenen Möglichkeiten – über das gesamte Jahr hinweg nicht zu vergessen. Diese Gesellschaft hat zu viele Lücken, zu viele Ungerechtigkeiten und zu viele schutzbedürftige Personen erfahren Unrecht. Die offiziellen Anlaufstellen und Zuwendungen an private Organisationen seitens des Staates reichen lange nicht aus. Die vielen sozial tätigen Verbindungen und Organisationen brauchen Hilfe – entweder in Geldform oder durch weitere Personen, die sich ehrenamtlich engagieren. Jeder muss sich da selbst am Schopf packen – warten wir nicht, bis wir in den Medien wieder mit schlechten Nachrichten konfrontiert werden!

Gemeinsame Erklärung der FCN-Fanzines

In Trauer und Solidarität mit den ermordeten Kollegen von „Charlie Hebdo“

Die Pariser Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und drei Nürnberger Fußball-Fanzines haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Das Entscheidende aber schon: wir sind zwar in erster Linie kein klassischer Teil der Medienlandschaft (welche von uns oft genug kritisiert wird) – und trotzdem leisten auch Fanzines einen Beitrag hinsichtlich der freien journalistischen Medien. Mehr als viele andere Zeitungen und Magazine unterliegen Fanzines keinerlei Beschränkungen und stehen somit im Dienste einer wirklichen Meinungsvielfalt.

Der heutige Anschlag auf unsere französischen Kollegen trifft indirekt somit jeden, der sich in Schrift und Bild für eine offene Diskussionskultur einsetzt. Egal ob es um politische Karikaturen oder um Berichterstattungen rund um das Leben als Fan des 1.FC Nürnberg geht.

Auch wir Fußballfans müssen kritische Meinungen anderer Fans ertragen. Wir werden kritisiert – manchmal für unsere nicht nachvollziehbaren Gesänge, wir werden gelobt – zum Beispiel für Choreografien. Oft kritisieren wir in Spruchbändern – teilweise über, ab und an unter der Gürtellinie. Wir kritisieren uns gegenseitig – in anderen Fanzines. All das fordert Toleranz – von allen Seiten. Diese Toleranz anderen Meinungen und Menschen gegenüber haben die Mörder der Kollegen von „Charlie Hebdo“ mit Füßen getreten.

So gesehen ist heute auch für unsere Fanzines ein trauriger Tag. Wir werden als Freizeit-Redakteure auch in der Zukunft unsere Sicht auf die (Fußball)welt unseren Lesern mitteilen.

Heute aber ist die Zeit, um uns solidarisch zu zeigen und um die Opfer dieses Angriffes auf die Pressefreiheit zu trauern.

Mit traurigen rot-schwarzen Grüßen von Nürnberg nach Paris in Gedenken an die ermordeten Kollegen von „Charlie Hebdo“

Die Redaktionen der FCN-Fanzines

„Hefdla“
„Ya Basta!“
„Der Daggl“