Gemeinsame Erklärung der FCN-Fanzines

In Trauer und Solidarität mit den ermordeten Kollegen von „Charlie Hebdo“

Die Pariser Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und drei Nürnberger Fußball-Fanzines haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Das Entscheidende aber schon: wir sind zwar in erster Linie kein klassischer Teil der Medienlandschaft (welche von uns oft genug kritisiert wird) – und trotzdem leisten auch Fanzines einen Beitrag hinsichtlich der freien journalistischen Medien. Mehr als viele andere Zeitungen und Magazine unterliegen Fanzines keinerlei Beschränkungen und stehen somit im Dienste einer wirklichen Meinungsvielfalt.

Der heutige Anschlag auf unsere französischen Kollegen trifft indirekt somit jeden, der sich in Schrift und Bild für eine offene Diskussionskultur einsetzt. Egal ob es um politische Karikaturen oder um Berichterstattungen rund um das Leben als Fan des 1.FC Nürnberg geht.

Auch wir Fußballfans müssen kritische Meinungen anderer Fans ertragen. Wir werden kritisiert – manchmal für unsere nicht nachvollziehbaren Gesänge, wir werden gelobt – zum Beispiel für Choreografien. Oft kritisieren wir in Spruchbändern – teilweise über, ab und an unter der Gürtellinie. Wir kritisieren uns gegenseitig – in anderen Fanzines. All das fordert Toleranz – von allen Seiten. Diese Toleranz anderen Meinungen und Menschen gegenüber haben die Mörder der Kollegen von „Charlie Hebdo“ mit Füßen getreten.

So gesehen ist heute auch für unsere Fanzines ein trauriger Tag. Wir werden als Freizeit-Redakteure auch in der Zukunft unsere Sicht auf die (Fußball)welt unseren Lesern mitteilen.

Heute aber ist die Zeit, um uns solidarisch zu zeigen und um die Opfer dieses Angriffes auf die Pressefreiheit zu trauern.

Mit traurigen rot-schwarzen Grüßen von Nürnberg nach Paris in Gedenken an die ermordeten Kollegen von „Charlie Hebdo“

Die Redaktionen der FCN-Fanzines

„Hefdla“
„Ya Basta!“
„Der Daggl“