Volkspark von Kühnes Gnaden

Das Hamburger Volksparkstadion heißt ab 1. Juli 2015 wieder offiziell Volksparkstadion. Wie unter anderem Stadionwelt berichtet, hat Klaus-Michael Kühne sich die Namensrechte am Stadion gesichert und möchte es zur kommenden Saison rückbenennen. Kühne erwarb außerdem für 18,75 Millionen Euro 7,5 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG.

„Es war mir als HSVer eine Herzensangelegenheit, dass die Fußball-Heimat des HSV wieder ihren ursprünglichen Namen trägt. Ich wünsche mir, dass unsere Mannschaft im Volksparkstadion wieder an alte Erfolge anknüpfen kann“, so Kühne.

In den vergangenen Jahren war das Volksparkstadion zur Wanderhure (nord-)deutschen Sportsponsorings mutiert. AOL, HSH Nordbank, Imtech: Sie alle pulverten frisches Kapital in den Fußballdino. – Allemal interessant zu sehen, wie sich Verein und die ehemaligen Sponsoren AOL und HSH Nordbank in der Folge entwickelten.

Bleibt also aus Fansicht die Frage, inwiefern man das nun gut finden soll. Einerseits ist die Nachricht erfreulich, da endlich ein Bundesligist einen anderen Weg einschlägt. Andererseits ist es bedenklich, dass eben jener Klaus-Michael Kühne, prominenter Unterstützer der Initiative „HSV Plus“, diese Änderung herbeiführt. Im (fränkischen) Volksmund würde man sagen: Das hat ein Gschmäckle! Soll heißen: Warum erobert ausgerechnet einer der Hauptprotagonisten hinter der HSV-Ausgliederung den alten Stadionnamen zurück? – Aus neuentdecktem Traditionsbewusstsein? Oder wohl doch eher aus geschicktem Kalkül im Sinne der eigenen Imagepflege?

Fakt ist, dass sich Kühne – entgegen seiner eigenen Aussage – nun doch „Einfluss am Fußballgeschehen des HSV“ verschafft hat. Allein das sollte zu Denken geben. Und Fakt ist außerdem, dass es sehr traurig ist, wie ein einzelner (finanzstarker) Senior mühelos das ermöglichen kann, wofür die eigenen Fans über Jahre eingetreten sind.

Wir bleiben deshalb bei unserer Position: Stadionnamen sind nicht verhandelbar. In Hamburg genauso wie in Nürnberg. Wenn der Stadionname den Verantwortlichen tatsächlich eine „Herzensangelegenheit“ ist, hätten sich auch andere Wege, abseits eines zusätzlichen Investments, finden lassen!

Volksparkstadion

…und für all diejenigen Kunden, die uns nun im gewohnten Reflex Sozialromantik, blinden Traditionalismus oder realitätsfremdes Gutmenschentum vorwerfen: Es stimmt natürlich, ihr habt alle Recht! – Mithilfe der Kühne-Millionen werden die kommenden van der Vaarts so richtig einschlagen beim HSV.