Archiv für März 2015

Ya Basta! #42
Out now!

Das Warten hat ein Ende, denn spätestens am 10.4.2015 könnt ihr beim Heimspiel gegen Darmstadt das neue Ya Basta! #42 in den Händen halten. Wenn unsere Lieblingsdruckerei richtig Gas gibt, dann wird es sogar schon auf der Rückfahrt von Leipzig die passende Lektüre im Sonderzug geben. Eine Info dazu folgt noch rechtzeitig, packt euch aber lieber schon mal 4 Gulden mehr ein.

Bei diesem Preis haben wir uns natürlich nicht lumpen lassen und ein Backstein dürfte weniger wiegen, als unser 156-Seiten starkes Pamphlet, wie es einige liebevoll nennen. Für uns (und euch) ist es aber natürlich das geilste Heft der Welt, so dass wir uns (und unsere Nürnberger Kollegen) dieses Mal selbst gefeiert haben. In unserem 40-seitigen Titelthema geht es um die „Nürnberger Fanzines“, ihre Entwicklung, Geschichte und viele Interviews mit Hefte-Machern. Über Wochen haben wir wirklich viel gelesen, recherchiert, zusammengetragen und geschrieben, so dass am Ende ein Spezial herausgekommen ist, das unser Herzblut für Fanzines deutlich spürbar machen dürfte. Zieht es euch rein und die beste Nachricht: Weil das Titelthema so umfangreich geworden ist, mussten kurzfristig einige andere Beiträge geschoben werden, so dass wir noch in dieser Saison mit der Ausgabe 43 aufwarten werden – versprochen!

… und weil bei euch nun sicher wieder die Schnappatmung eingesetzt haben dürfte und die Zeit bis zum Heft trotzdem noch sooo lang erscheint, gibt es hier wieder eine kleine Köstlichkeit vorab. Erneut haben wir einen Brief geschrieben, dieses Mal an den aktuellen Trainer des RB-Konzerns, Achim Beierlorzer. By the way: Uli, solltest du das hier lesen, wir warten immer noch auf deine Antwort!

Leseprobe Ya Basta! #42 – Brief an Achim B.

Ya Basta! #42 out now!

Weitere Themen:

★ Titel: Nürnberger Fanzine-Geschichte
★ Nordkurve (Spielberichte und geile Bilder)
★ Wintertrainingslager: Larissa – Belek – Göteborg
★ Rund um den Glubb
★ Fight Modern Football (Brief an Achim B. // Spieltagszerstückelung)
★ Im Fokus: Massenaufläufe (HoGeSa, Pegida & Co)
★ Presseschau (Unwort des Jahres: Lügenpresse)
★ Spieler-Interview: Patrick Rakovsky
★ Amici (u.a. 10 Jahre Ultras Göteborg)
★ Im Fokus: Soziales Engagement (bei uns und anderswo)
★ Seitenblick (Refugees Welcome)

Den Konzern ausschließen

Viele fragen sich, was machen die Nürnberger denn nun nächsten Sonntag im Leipziger Zentralstadion? Wie kann man die Ablehung des Konzerns vielleicht sogar auf positive Weise zum Ausdruck bringen?

Eigentlich kann man das gar nicht. Spiele bei oder mit dem Konzern sind immer ein Tiefpunkt!

Viele Möglichkeiten wird es ohnehin nicht geben – das war zu erwarten, denn der Konzern versucht natürlich jegliche Stilmittel einer lebendigen Kurve gleich im Keim zu ersticken. Aus Angst, es könnten Anti-Konzern-Aktionen folgen oder aber die Unterschiede durch einen lebendigen Auftritt besonders deutlich sichtbar & hörbar werden. Aus diesem Grund sind die choreographischen Möglichkeiten natürlich stark eingeschränkt worden und es wird sicher 2x hingeschaut, was den Weg ins Stadion finden soll. Erwartungsgemäß – auch wenn der Konzern von sich gerne als „fanfreundlichen Verein“ spricht und „Fankultur fördern“ will. Alles Lügen. Aber Lügen gehören zum Konzern-Konzept!

Dennoch wird der Konzern ein geschlossenes Bild der Nordkurve nicht verhindern können und wir schließen uns dem Aufruf der Ultras an, die Reise nach LE in einem roten Trikot oder Shirt anzutreten. Bei letzterem würde sich beispielsweise die „Ich bereue diese Liebe nicht“ – Serie eignen, denn wahrscheinlich werden auch die Konzerngetreuen irgendwann mal so etwas wie Choreographien oder Mottofahrten durchführen, aber nicht mit dieser Aussage. Denn sie werden ihre Liebe irgendwann bereuen und dann erst verstehen, dass der Konzern trotz seiner Milliarden eben nicht die Seele eines gewachsenen und gelebten Vereins hat kaufen können.

Trotzdem darf dieses Spiel nicht durch die Attraktivität, die in unserer Kurve gelebt werden soll, verklärt werden. Dieses Spiel ist kein normales und das darf es niemals werden – auch wenn wir diesem Konzern ohnmächtig gegenüber stehen. Die Verachtung und Ablehnung muss dem Konzern und seinem Gefolge in jeder Sekunde entgegenschlagen. Spieler und Personal des Konzerns muss es unangenehm sein, für diesen zu arbeiten. Sie müssen sich schlecht fühlen, führen wir es ihnen jedes mal vor Augen, dass sie den wahren Fußball verraten. Macht kaputt, was uns kaputt macht!

Die Arbeit, die in LE geleistet wird, sollen wir würdigen? In LE gibt es nichts zu würdigen, die Arbeit dort gleicht viel mehr dem Cheaten beim Bundesliga Manager Professionell – und irgendwann wird der Rechner ausgeschalten und das Spiel landet in der Ecke.

Wir fühlen keinen Hass, wir fühlen keinen Neid, für euch haben wir nur Verachtung und Mitleid. Spielt erfolgreichen Fußball, werdet Meister, verliert auch mal, es ist egal – es wird eh nie an die Gefühle herankommen, die wahre Fußballfans fühlen, sobald ihre Mannschaft den Rasen betritt.

Na, Ralf R., hast du schon wieder Pippi in den Augen? Keine Sorge, irgendein Pressevertreter wird sicher schon bald bei dir anrufen, dann kannst du dich ausheulen und wieder irgendwelche Märchen verbreiten.

Daher ist es kaum verwunderlich, dass wir derzeit in den Medien eine gefährliche Diskussion beobachten, denn auch hier gewinnt die Lobby um den Konzern mehr und mehr an Einfluss, so dass Tradition als überholt erklärt wird und fragwürdige Definitionen des Begriffs in den Raum geworfen werden. Die Gesellschaft und das Fußballverständnis sollen endgültig umgepolt werden, weil der Konzern eben doch genau weiß, dass ihm dieses „gewisse Etwas“ fehlt und immer fehlen wird! Wir brauchen aber auch keine schwammige Definitionen von Tradition. Wir sind, was wir sind und der Konzern ist, was er ist. So ist es, so wird es immer bleibem und das wird sich auch am 5.4.2015 zeigen.

Wir wollen aber noch einen Schritt weitergehen und fordern alle Vereine sowie Spieler auf, jegliche Verhandlungen mit dem Konzern abzulehnen. Schließt den Konzern aus der Mitte unseres Fußballs aus, distanziert euch, drängt ihn an den rand! Der Konzern und alle, die ihm dienen, machen den Fußball kaputt!

Organisatorisches LE

Voucher/Zugticket/Eintrittskarte/T-Shirt

Heute könnt ihr noch einmal euren Voucher in das richtige Zugticket umtauschen, sowie die Eintrittskarte abholen!
Wer es nicht schaffen sollte, der kann dies im Lokal nachholen, für alle Verchecker gibt es direkt vor der Abfahrt des Sonderzuges am Südeingang/HBF noch ein letztes Mal die Gelegenheit. Dort werden dann auch die T-Shirts ab 5 Uhr ausgegeben! Sollte es zeitlich nicht machbar sein, alle T-Shirts vor der Abfahrt auszugeben, kommt bitte im Zug auf das Organ-Team zu (zu erkennen an den grauen Orga-Shirts).

Verpflegung

Ihr habt’s gut, ihr braucht euch wie immer um nichts zu kümmern. Es wird für alles gesorgt sein!

Zugzeiten Love-Train

Abfahrt NBG 6.01, Gleis 8.
Ankunft LE 11.03, Gleis 14.

Abfahrt LE 17.26, Gleis 13
Ankunft NBG, 22.37, Gleis 8

Wir bitten alle rechtzeitig am Bahnhof zu sein!
Bitte denkt dran, das Zugticket am Spieltag unbedingt mitzunehmen!

Was läuft hier eigentlich falsch?

Ein Kommentar

Gestern Abend, kurz vor 23 Uhr, ich chille noch etwas auf der Couch, parallel läuft SternTV (es geht um das Lohnniveau und die Methoden bei der Deutschen Post), da bekomme ich am Tablet noch einen interessanten Link-Tipp rein. 

Der Sport BILD auf die Finger geschaut – bedrohen die Ultras unsere Bundesliga auf turus.net

Schnell noch geladen, denn turus.net hat sich in der Vergangenheit schon mehrfach durch hohes (Kurven-) Fachwissen und den bei anderen Medien ebenfalls oftmals fehlenden „Blick von der anderen Seite“ ausgezeichnet. Auch dieses Mal spricht mir der Artikel einfach aus der Seele und ich würde mir wünschen, wenn noch mehr Leute auf solche Texte aufmerksam werden würden. Aber dazu fehlt natürlich die Lobby und relativ schnell beginne ich mich (wieder) damit abzufinden, dass er leider nie die Beachtung bekommen wird wie beispielsweise der kritisierte BILD-Artikel „Terror aus der Kurve“ – obwohl er fachlich und inhaltlich um Längen besser ist. Er hat eben nur die „falsche“ Aussage für die besorgte und genormte Gesellschaft. Der BILD-Artikel selbst lässt mich dagegen relativ kalt. Die übliche Polemik, die übliche Meinungsmache, über Wortwahl und einzelne Behauptungen will und kann ich mich nicht mehr aufregen. Das wird sich nur Sekunden später ändern.

Themenwechsel bei SternTV. Es geht um den Krieg in Syrien, genauer gesagt um den Dokufilm „Süchtig nach Jihad“ von Germanistik-Student Hubertus Koch, der versucht die Flüchtlingssituation in Syrien zu schildern. 

SternTV – Ein deutscher Student dokumentiert das Flüchtlingsdrama in Syrien
Die Doku „Süchtig nach Jihad“ auf Youtube“ (in mehreren Teilen)

Unweigerlich bleibt die Überschrift „Terror aus der Kurve“ des BILD-Artikels im Hinterkopf. Ich weiß natürlich, dass der Herr BILD-Chefreporter in seinem Bericht über uns Ultras das Wort „Terror“ als Stilmittel der Übertreibung verwendet hat – trotzdem hat er es bewusst verwendet. Ich unterstelle ihm auch, er weiß sehr genau, was wirklicher Terror ist, aber er wird sich damit rausreden, dass man es ja auch anders definieren kann – obwohl er es gezielt benutzt, um zu dramatisieren und dabei auch eine „Verwechslungsgefahr“ in Kauf nimmt. Ich weiß auch, dass wir in unserem Kurvenleben selbst oft und (leider) zu gerne zu solchen Übertreibungen und damit auch Fehlgriffen greifen. Dafür erfahren wir auch Kritik. Der Unterschied ist aber: Wir sind nun mal nicht Chefreporter eines Millionenblatts, welcher von Natur aus ein höheres Maß an Verantwortung und Weitsicht mitbringen sollte und kann – im Gegensatz zu einer heterogenen Fußballkurve. Ich empfinde es es sogar als bedenklich, wenn sich ein Mann in der Position eines Chefreporters bewusst einen solchen Fehlgriff leistet/leisten darf und mit solchen Worten/Vergleichen spielt. Denn er will durchaus diese drastische Assoziation unterbewusst beim Leser wecken und Empörung erzeugen.

Ersteres gelingt ihm bei mir „besser“ als ihm lieb sein dürfte, denn natürlich bringe ich ganz unweigerlich die beiden Beiträge, in denen es – mal mehr, mal weniger – um Terror geht, miteinander in Verbindung und erst bei dieser wirklich krassen Gegenüberstellung und dem kurzen Zeitintervall dazwischen – eine pure Zufallssituation –, merke ich, was für einen Fehlgriff sich der Herr BILD-Chefreporter hier geleistet hat. Hätte ich die beiden Beiträge unabhängig/zeitlich versetzt aufgenommen, hätte ich sie beide nicht so emotional verknüpft – so aber frage ich mich: Was läuft hier eigentlich falsch? 

Ich merke nun, wie mich das Thema innerlich aufwühlt. Es macht mich traurig & wütend. Sowohl der SternTV-Bericht selbst, als auch diese ganze Diskussion um „Neue Dimensionen der Gewalt“ beim Fußball. Ich erinnere mich plötzlich an eine kürzlich getätigte Aussage von Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer BVB), als es Ärger um das Solibanner der Desperados Dortmund für die Boyz Köln gab. „Je suis Boyz“ stand da drauf. Hans-Joachim Watzke meinte sinngemäß, er werde Stadionverbote prüfen, weil er darin eine „Verhöhnung der Opfer vom Anschlag in Paris“ sieht (siehe dazu auch Je suis Köln und der BVB auf turus.net). Unweigerlich frage ich mich, wie es dann beim „Terror-Bericht“ des Herrn BILD-Chefreporter ausschaut? Vielleicht sollte der DFB hier auch mal ein Stadionverbot prüfen? Vielleicht sollte der Herr BILD-Chefreporter aber auch einfach mal diesselbe Reise nach Syrien wie Hubertus Koch antreten. Und den Wendt kann er dazu gleich mitnehmen. Beiden will ich nämlich nicht absprechen, dass sie unsere (Stadion-) Welt etwas „besser“ machen wollen. Aber ich bin mir sicher, ihr Eifer wäre im Flüchtlingslager Bab Al-Salameh einfach viel besser angebracht und würde sie vielleicht auch mal wieder ein bisschen auf den Boden der Tatsachen zurück holen.

Apropos Eifer: Hubertus Koch merkt man ihn spürbar an und er hat mich mit seinen Aussagen und richtigen Fragen so gepackt, dass ich schon bald nicht mehr über die „gefühlten Ungerechtigkeiten“ und Stimmungsmache gegen uns Ultras nachdenke. Dieser Journalismus (daran könnte sich übrigens – rein fachlich gesehen – unser sogenannter BILD-Chefreporter eine Scheibe abschneiden) hat mich erreicht und er hat mir (mal wieder) gezeigt, dass es in der Tat wichtigere Dinge (ja, liebe Jungultras, da steht „wichtigere Dinge“ – eine Erkenntnis, die erst mit dem Alter kommt) als Fußball gibt und das Wenige, was ich tun kann, ist zumindest auf dieser Plattform darauf aufmerksam zu machen – und natürlich auf eine Auswahl von Spendenmöglichkeiten:

www.spendahilfe.de
www.uno-fluechtlingshilfe.de
www.spendenkonto-nothilfe.de
www.unicef.de
www.drk.de
(hier kann und muss natürlich jeder selbst entscheiden, welche Organisation man bevorzugt)

Vielleicht macht ihr es ja wie ich: Lasst am Samstag in Kaiserslautern die (heiß ersehnten) Weinschorlen einfach weg und spendet den 10er an Flüchtlingshilfen.

… weil das aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, stell ich noch folgende Frage: Am 30. Spieltag trifft der FCN im Max-Morlock-Stadion auf Sandhausen, trotzdem werden bei diesem Spiel wieder hunderte Polizisten im Einsatz sein. Liebe Polizei, könnt ihr da nicht einfach daheim bleiben? Ich bin mir sicher, ihr wäret da vollkommen überflüssig. Und das eingesparte Geld, das überweist ihr dann einfach an eine der Flüchtlingshilfen. Was spräche denn dagegen?

PS: Vielleicht werden mir nun einige vorwerfen wollen, ich würde die Thematik um Syrien benutzen, um Politik gegen Boulevardpresse und Polizei zu betreiben. Natürlich nehme ich das auch zum Anlass, aber ich habe die Thematik „Terror“ nicht ins Spiel gebracht und es ist offensichtlich notwendig die Relationen mal wieder etwas zurecht zu rücken. Wer’s nicht nachvollziehen kann, der möge sich doch einfach dem Selbsttest unterziehen und die oben erwähnten Artikel nacheinander durchlesen/anschauen.

Ich gestehe BILD, Wendt & Co natürlich zu, Vorgänge in Deutschlands Fußballstadien zu kritisieren ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil es in Syrien (und anderswo) noch viel schlimmeres bzw wirkliches Leid gibt. Aber dann sollen sie es sachlich und weniger skandalisierend tun und nicht immer wieder solche populistische Vergleiche ziehen! Denn das läuft hier definitiv falsch! Ich verachte eure Versuche, ein falsches Weltbild zu skizzieren und zu verklären, um damit Lobbyarbeit zu betreiben. Und ihr solltet euch selbst verachten!

… und wenn mein Kommentar sowohl bei den sogenannten Chefreportern als auch den Weinschorle-Liebhabern zum Nachdenken anregt, dann kann das ja nicht verkehrt sein. Aber machen wir uns nichts vor, bei letzteren wird es wohl eher ankommen.

Crowdfunding freigeschaltet

Dumm verloren. Das kennen wir vom Glubb zu genüge. Die Aufstiegsränge rücken dadurch etwas in die Ferne. Aber sind wir ehrlich: So wirklich hatte mit dem Aufstieg doch sowieso niemand mehr gerechnet.
Eine erfreuliche Nachricht erreichte uns dafür heute aus Istanbul. Das Crowfunding-Projekt von unserem Kumpel Freddy ist jetzt endlich freigeschaltet. Wer aktuell noch ein paar Groschen über hat, kann die gerne im Sinne einer guten Sache spenden. Von Fans für Fans. Falls die benötigte Spendensumme nicht erreicht wird, bekommt ihr euer Geld von Startnext natürlich zurück.

https://www.startnext.com/geisterspiel

Geisterspiel