Archiv für Juli 2015

Freiburg wird monster

Wir lassen den Motor an und fahren hoch auf Betriebstemperatur. Ab geht die Reise. Herzlich willkommen zur Saison 2015/16.
Seien wir ehrlich: Die Chancen auf den Aufstieg stehen gering. Zumindest wird es verdammt schwer. Der Kader der letzten Saison wurde nur punktuell verstärkt. Gleichzeitig verließ uns mit Javier Pinola eine große Identifikationsfigur. In den vergangenen Wochen hat sich etwas Lethargie breit gemacht. Viele planen schon jetzt mit einem weiteren Jahr 2. Liga. Lassen wir uns davon nicht anstecken. Beißen wir die Zähne zusammen. Heute im flach gebauten Freiburger Block wird die Nürnberger Hinchada ihre erste Visitenkarte hinterlassen: Lasst die Hände zappeln, es spielt der Glubb!
Natürlich hätte es schönere Ziele für die erste Auswärtsfahrt gegeben. Die liebliche Stadt an der Dreisam überzeugte in den vergangenen eher mit Inkompetenz an den Toren und redefreudigen Heimfans. Nüchtern betrachtet ist Freiburg diese Saison jedoch beinahe ein Highlight. Also freut euch darauf. Und wenn nicht darauf, dann zumindest auf die Freunde, die heute wieder an eurer Seite stehen. Zur neuen Saison sind einige Stadionverbote abgelaufen. Willkommen zurück im Getümmel. Freiburg wird monster.

Danke

In den letzten Tagen erreichte uns viel positives Feedback, welches uns Mut gab und weiter darin bestätigte, unseren Weg weiterzugehen, weil er ein richtiger ist! An dieser Stelle noch einmal Danke an alle, die sich mit unserer Sache identifizieren können/wollen, auch wenn sie nicht aktiv daran teilhaben können/wollen. Alleine euer Zuspruch gibt uns verdammt viel Kraft und sagt uns, dass wir nicht aufgeben dürfen. Die Sache, für die wir kämpfen, bedeutet uns allen zu viel!

Zwei der Reaktionen wollen wir hier exemplarisch veröffentlichen – danke!

Servus Ya Basta,

Ich möchte einfach nur für Eure wertvolle Arbeit Danke sagen! Ihr seid für mich das gute Gewissen des 1. FC Nürnberg! Es bedarf eigentlich nicht mehr Worte, aber ich muss trotzdem noch einiges loswerden. Ihr seid journalistisch (selbst, wenn dieser Begriff in unseren Reihen negativ belastet ist) besser als jede Tages -und Wochenzeitung in Deutschland!
Besonders bewegt und belastet hat mich natürlich der Artikel bezüglich der beispiellosen Schikane rund um das Gedenktunier! Allgemein beunruhigen mich die Entwicklungen der Kriminalisierung von unabhängig und kritisch agierenden Gruppen, egal ob mit oder ohne Fußballbezug sehr…

Ich bin erst kürzlich Papa geworden und frage mich jeden Abend, wenn ich im Bett liege, was ich mal meinem Sohn antworte, wenn er mich fragen sollte, was ich gegen diese unglaublichen Entwicklungen getan habe…

„nur“ Ya Basta lesen wird nicht ausreichen! Ihr könnt mit Stolz antworten aktiv dagegen vorgegangen zu sein! Ihr könnt stolz auf euch sein! Und ich bin stolz in einer Kurve stehen zu dürfen, die ihr Schicksal nicht aus der Hand gibt!

Und so wie ich angefangen habe, ende ich auch: DANKE!

Sebastian aus Erlangen

Hallo Leute,

ich bin überwältigt von der Organisation und von der Berichterstattung die ihr auf die Beine stellt. Ich glaube der Zana und dem Vitus (Wolfgang) hat`s sehr geholfen.
Ich war mit meinem Sohn Mike (dem Sänger) und “Beini” (dem 2. Gitarristen) schnell von dem 50. meines Bruders zur Veranstaltung gefahren. Total überwältigt von dem Aufgebot und der Solidarität und dem Kloß im Hals, als ich von Zana erfuhr wie das ganze abgelaufen ist, beschäftigt mich das Thema bereits die ganze Woche.

Ich hoffe mit meinem Videoclip (wenn`s einer von Euch gesehen hat) konnte ich meinen Beitrag mit dazu tun. Zudem ging ein zum Nachdenken anregender Brief mit einer CD der Videoclips direkt an den Dienststellenleiter der PI-MET und unsern Eberhard (Bürgermeister). Den Beitrag von Ya Basta! werde ich an den Stadtrat verteilen, um den Leuten das immer noch vorhandene “Bild” aus den Köpfen zu nehmen.

Noch eine Bitte. Seid auch so direkt und lasst den a.c.a.b.-Scheiß. Wenn was nicht passt, dann schreibt`s auf deutsch (mir wechen auf fränggisch z.B. alle Bulln sinn Wiggser).
Ich finde es es auch schade, wenn wegen ein paar A…löchern der ganze Berufszweig darunter leidet. Die meisten der Jungs machen anständigen Dienst und halten den Arsch hin.

Bis dahin, Grüße aus Mellerscht: Robert

Nicht vergessen wollen wir an dieser Stelle auch den Beitrag der FCN-Fanbetreuung, die sich ebenfalls im Nachhinein auf ihrer FB-Seite geäußert hat und die Kritik an der PI Mellrichstadt unterstreicht. Dort tut man derweil das, was man in solchen Situationen am besten kann: Aussitzen.

Hasta Luego Amigo Pino

Als Ultras Nürnberg im letzten Spiel der vergangenen Saison Javier Pinola mit einer großen Choreografie für 10 Jahre Vereinstreue ehrte, war noch nicht klar, wie es mit Pino weitergeht. Irgendwie war man nach seiner sportlich ordentlichen Rückrunde frohen Mutes, dass unser Argentinier weiter für den Glubb spielen wird. Sportlich möchten wir uns auch gar nicht als Experten einstufen – dafür arbeiten im Verein hochbezahlte Fachleute. Wie Pino letztendlich aber dann den Verein verlassen musste, ist in letzter Konsequenz alles andere als in Ordnung. Hier bewiesen die Verantwortlichen – Bader, Wolf und Weiler – wenig Fingerspitzengefühl für die Treue eines Pokalhelden, der mindestens einmal Verein über Einkommen (Schalke Angebot) gestellt hatte. Und er wäre gerne in Nürnberg geblieben, hätte am Ende sogar das nochmals verminderte Angebot des Vereins angenommen – aber da war die Entscheidung wohl schon gegen ihn gefallen. Mit Pinola musste das größte verbliebene Stück Nürnberger Fan-Identität innerhalb der Mannschaft nun gehen. Diese Identität kann man nicht kaufen – und das sollten die agierenden Personen wissen – sie muss innerhalb des Vereins wachsen. Es gibt auch jetzt ein paar Spieler in der Mannschaft, denen das durchaus zugetraut werden kann. Aber mindestens für die kommende Saison ist das Erbe von Pinola für alle potentiellen Kandidaten viel zu schwer. Die Verantwortlichen müssen sich dieser Kritik stellen und nur sportlicher Erfolg kann Trainer und Mannschaft vor weiterer Kritik schützen. Diese Situation hatte man in der Mannschaft schon sehr lange nicht mehr – immer waren Leute wie Andreas Köpke, Sasa Ciric, Andreas Wolf, Marek Mintal und Javier Pinola Teil des Kaders und somit ein wesentlicher Teil der Identifikation – unabhängig vom sportlichen Ausgang. Da nützt es auch nichts, dass auf der Homepage vollmundig von Abschiedsspiel und Integration von Pinola nach der Karriere geschrieben wurde – wir brauchen Identitäten innerhalb der Mannschaft, um gemeinsam den Karren durch den Matsch der zweiten Liga zu ziehen. Die Entscheidung gegen Pinola fokusiert den sportlichen Erfolg gegenüber Identifikation und Tradition. Nach den Pleiten der vergangenen Spielzeiten ein riskantes Spiel.

Welch bedeutende Rolle Javier Pinola für die Fanseele der Glubb-Fans hat und hatte, zeigt der musikalische Abschiedsgruß. Halt, es ist eigentlich kein Abschiedsgruß – die Fanszene sagt nicht Ade, sondern „Hasta Luego – Amigo Pino“, also sinngemäß: “Bis bald alter Freund!“