Archiv für März 2016

Nächste Runde: Red Bull

Den Freunden der Tastatur aus Leipzig juckt es sicherlich schon in den Fingern; wir tun ihnen und den Kommentarspalten gerne den Gefallen. – Nächste Woche spielt der 1.FCN zum vierten Mal gegen Red Bull Leipzig: Zeit für eine erneute inhaltliche Auseinandersetzung.

Dieses Mal wollen wir auf einen guten Text verweisen, den vor kurzem die Corillos aus Freiburg veröffentlicht haben. Sehr ausführlich, doch inhaltlich gelungen, inklusive interessanter Ansätze, die fast deckungsgleich auch auf Nürnberg anwendbar sind.

Doch wo war in den vergangenen Jahren das Aufbäumen der (kleinen) Vereine? Immer mehr Vereine haben ihre Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert. In der Bundesliga spielen größtenteils nicht mehr eingetragene Vereine, als Zusammenschluss vieler verschiedener Menschen, sondern (gewinnorientierte) Unternehmen. Auch wenn wir diese Entwicklung sehr kritisch sehen, spielen wir dieses Spiel einmal mit und stellen einen einfachen Vergleich zur Wirtschaft her.

Hier steht ein Unternehmen im ständigen Wettbewerb zu anderen Unternehmen. Dringt nun ein neues Unternehmen von außen in den Markt, erhöht sich der Wettbewerb. In diesem Fall verstärkt sich die Konkurrenzsituation innerhalb des Marktes und der Kampf um das Überleben beginnt. Ist ein Unternehmen nicht innovativ genug oder hat verglichen mit den anderen deutlich geringere finanzielle Mittel, droht der Verlust von Arbeitsplätzen oder gar das Aus.

Beim Sport-Club sind unsere Innovationen im übertragenen Sinne die Fußballschule, die immer wieder neue Talente zum Vorschein bringt. RB ist ein neuer Wettbewerber auf dem Markt, der eigentlich aus einer ganz anderen Branche kommt. Dadurch hat RB, wie wir alle wissen, deutlich mehr finanzielle Mittel, die unsere „Innovationen“ in den Schatten stellen.

Langfristig werden wir uns als Sport-Club gegen diesen Wettbewerber nicht durchsetzen können. Dies gilt nicht nur für den Sport-Club, sondern auch für den Großteil der anderen Bundesligaclubs. Werfen wir wieder einen Blick auf die Wirtschaft. Tritt ein finanziell übermächtiges Unternehmen in einen neuen Markt, würden die anderen Unternehmen versuchen, dies zu verhindern. Denn sie wissen, dass der neue Wettbewerber ihre Existenz gefährdet. In der Regel ist es jedoch sehr schwer dies zu verhindern. Doch in unserem Beispiel wäre es durchaus möglich gewesen. Denn in der DFL regeln die Vereine ihren „Fußballmarkt“ in erster Linie selbst und machen ihre eigenen Regeln. Doch in dieser Richtung ist kaum etwas geschehen. Schade.

Zum gesamten Text: Red Bull und der Fußball

Sik tir, Red Bull!

Wie einst bei der BILD: Nordbayern.de schreibt Bullshit

Das Spiel Hannover 96 gegen den 1. FCN Köln war noch keinen Tag alt, da wusste ausgerechnet nordbayern.de darüber zu berichten.

Nanu, was interessiert uns auf einmal die graue Maus aus Niedersachen? Eigentlich überhaupt nicht, aber da ja mit Martin Bader der personifizierte Club-Untergang nun fleißig am Niedergang der 96er arbeitet, kann man ja schon mal nach Norden schielen.
… und nun sollen laut BILD auch noch die H96-Spieler ihre Trikots an die Ultras abgegeben haben, was das Sonntag-Nachmittag-Nickerchen der nordbayern.de-Redaktion jäh beendet hatte. Folgendes Manuskript wurde uns dabei vom Praktikanten anonym übermittelt:

„Du, Chef, „Spieler geben Trikots an Ultras ab“ schreibt die BILD. Ich komm nicht drauf, aber das kommt mir irgendwie bekannt vor. Italien oder so?“

„Neeee, Karlsruhe! War doch der Bader schuld dran.“

„Genau, der Bader. Der ist ja nun auch in Hannover. Passt ja wie die Faust aufs Auge, hehe…“

„Ja, da können wir die ollen Kamellen wieder ausgraben. Läuft mittlerweile auch alles zu gut hier in Nürnberg. Nix mehr los… Friede, Freude, Eierkuchen. Wie langweilig.

„Gebhardt weg, Bader weg… wenn das so weitergeht, kürzen die hier noch Stellen. Ich setz mal was auf…

„Sehr gut! Wie schauts mit Pyro aus?“

„Ne, lass ich raus. Wenn ich ehrlich bin, finde ich das ja selber geil!“

„Na und? Wirst jetzt ja wohl kein Gewissen bekommen haben… aber gut, dann nimm dafür den „Rastplatz-Rapport“ mit rein, der zieht immer noch gut!“

„Alles klar. Was hältst du dann von folgender Schlagzeile „Wie einst bim Club: H96-Profis geben Trikots an Ultras ab“?

„Richtig gut! Wir haben zwar keine Ahnung, obs stimmt, aber bis das dementiert wird, ist unser Artikel doch schon längst 3x um die Welt gelaufen!“

… Wie wahr, wie wahr… wen interessiert da noch die Aussage von Hannover 96 Pressesprecher Christian Bönig in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung: „Einen von den Ultras geforderten Striptease hat es definitiv nicht gegeben, das ist Quatsch.“???

Zugegeben, der obige Dialog ist natürlich völlig überspitzt, aber so wird die Boulevard-Presse mittlerweile eben wahrgenommen. Und es platzt uns zurecht der Arsch, wenn solche Artikel verfasst werden, denn eine gewisse Böswilligkeit lacht uns dabei ja förmlich an. Nächstes Mal bitte weiter schlafen!

Ya Basta! präsentiert: Rot-schwarz am Bosporus

Ein Mitglied unserer Redaktion verbrachte vergangenes Jahr fünf Monate in der Türkei. Entstanden ist ein kleines Fanzine: „Istanbul’da kirmizi-siyah – Rot-schwarz am Bosporus“. Das Heft ist eine Mischung aus Tagebuch und Hoppingheft über Fußball, Leben und Kultur in Anatolien. 172 Seiten, DinA5. Bereits in den kommenden Tagen erhältlich in den Shops von NOFB und BFU; oder beim nächsten Heimspiel gegen Red Bull für 3,50 Euro am UN-Container.

„Von Februar bis Juli 2015 habe ich knapp fünf Monate für ein Erasmussemester in Istanbul gelebt. Fünf Mal wöchentlich habe ich meine Wohnungstür in Richtung Uni verlassen. Die restliche Zeit verblieb für mein Hobby und ewige Konstante: König Fußball. Bis zum Saisonende Anfang Juni habe ich 20 Spiele, davon 19 in der Türkei und eines in Griechenland, besucht. In luxuriösen Arenen und baufälligen Bruchbuden; in Vorstadtmilieus und malerischen Landschaften. Die gewonnenen Erfahrungen möchte ich gerne mit euch teilen.“

Cover-Rot schwarz am Bosporus

**Leseprobe**

Ich setze mir den Schuss / 26.5.2015

Morgens hatte ich meinen Kumpel Victor erfolgreich Richtung Flughafen manövriert. Nach der anschließenden Vorlesung hatte ich mir fest vorgenommen einen Abend für die Uni und liegengebliebene Arbeit zu investieren. Dann wanderte mein Blick auf Mackolik. Es war bereits Saisonende, wahrscheinlich würde es nicht mehr viel zu sehen geben. Ich wurde eines besseren belehrt: Istanbulspor spielte gegen Çorum im Relegationsfinale für den Aufstieg in die 2. Lig. Ich checkte die Karte: Istanbulspor spielt normalerweise in Bahçelievler, nahe des Atatürk-Flughafens. Würde ich direkt aufbrechen, könnte ich mit leichter Verspätung dort sein. Dann wäre jedoch nicht sichergestellt, ob ich ein Ticket bekäme. Bei Pendik in der Vorwoche hatte es nicht geklappt. – Mein Kopf sagte „nein“, doch der Drang war stärker. Ich fotografierte mir die Karte ab und verließ fluchtartig die Wohnung. (mehr…)

Hurra, die DFL gibt Spieltermine bekannt!

In einem Kraftakt hat es die DFL nach wochenlangen Verhandlungen und Planungen nun endlich geschafft, die Termine der in 1 1/2 Wochen beginnenden Spieltage zu veröffentlichen. Wie immer natürlich vorläufig. Änderungen kann es ja trotzdem noch geben, wie das letzte Wochenende mit den 4 Sonntagspartien gezeigt hat.

Na klar, wir wissen schon, die Belange der europäisch spielenden Clubs müssen berücksichtigt werden und die Spiele der 1. Liga bedingen nun auch mal die Termine der 2. Liga, da müssen schließlich so viele Aspekte berücksichtigt werden. Blablabla…

Nur leider nicht die Aspekte der Fans, womit uns die DFL mal wieder deutlich zeigt, dass wir in Ihren Augen nur zahlende, austauschbare Kunden sind.
So heißt es für uns Clubfans kurzfristig Urlaub einreichen und am kommenden Freitag 450km nach Bielefeld düsen – alles kein Problem, oder?

Wir würden ja zu gerne unsere Unmut den verantwortlichen Stellen direkt entgegen bringen. Leider will bei der DFL nur keiner für dieses rücksichtlose Verhalten zuständig sein. Verständlich, der gute Mann hätte die Tage sicher nen heißen Telefonanschluss, vielleicht würden die Spieltage 30-32 dann aber schneller terminiert werden…