Von lustlosen Spielern und marktorientierten Vereinsoffiziellen!

Der YaBasta!-Blog ist nicht der richtige Platz, um einen ausführlichen Kommentar zur aktuellen Lage des 1.FC Nürnberg zu schreiben. Es ist aber der richtige Platz, um kurz und bündig – manchmal auch absichtlich provokativ – auf offensichtliche Schieflagen im Verein hinzuweisen. Leider erfordert die Situation, mehr noch die Perspektive, aktuell ein paar Anmerkungen.


Wir wollen Euch kämpfen sehen

Es geht primär nicht darum, dass die Mannschaft noch nicht den Schlüssel zum Erfolg gefunden hat. Aber die Einstellung der Profis ist von wenigen Ausnahmen abgesehen bislang unter den Anforderungen der Fans. „Wir wollen Euch kämpfen sehen“ – so hat die Kurve mehrfach im Spiel gegen die blauen Münchner skandiert. In der zweiten Halbzeit wurde das Kollektiv der Spieler nicht einmal dieser Minimalforderung gerecht. Und was nach dem Spiel vor dem Block 911 abgelaufen ist, war höchst seltsam. Der Block wusste Bescheid, dass zwei Fanvertreter der Mannschaft ein paar Worte sagen mussten, und blieb deshalb trotz erneuter Niederlage weitgehend sehr gefasst und ruhig. Die Mannschaft kam und Kevin Möhwald ging die letzten Meter allein zu den Vertretern – die Unterhaltung dauerte keine zwei Minuten. Warum der Kapitän oder Teile des Mannschaftsrats hier nicht hinzugekommen sind, bleibt rätselhaft! Warum jedoch die Mannschaft schon abdrehte, während Möhwald noch im Gespräch war, ist höchst bedenklich! Für die kommenden Spiele – vor allem das Derby – braucht es definitiv ein besseres Miteinander von Mannschaft und Kurve.


Der schmale Geldbeutel

Die neuen Vorstände des Vereins ließen rückblickend seit Beginn ihrer Amtszeit keine Gelegenheit aus, um die finanzielle Schräglage des Vereins herauszustellen. In letzter Zeit hat sich das ein wenig gebessert. Schnippisch könnte man sagen, dass der neue Ausrüster Umbro und der neue Hauptsponsor Nürnberger Versicherung sonst ja auch keine finanziell erfolgreichen Partnerschaften für den Verein wären. Nein – es ist sehr gut, dass hier anscheinend eine Konsolidierung begonnen hat. In letzter Zeit hat aber der neue Trainer offensichtlich ein Problem hinsichtlich der richtigen Einordnung der Geldbörse des FCN. Gebetsmühlenartig spricht er vom schmalen Geldbeuten und rechtfertigt so den bisherigen sportlichen Fehlstart. Sparen wir uns doch bitte dieses Gejammer – Etat und Kader rangieren im Ligavergleich deutlich im oberen Drittel. Dem Etat des (angeblich) so schmalen Geldbeutels, sollte bitte nicht weiterhin mit der Mentalität des großen Gejammers gekontert werden. Wir sind Glubb-Fans und halten schon noch ein paar Jahre die zweite Liga aus – die Überraschung nach oben nehmen wir immer gerne mit.


Eingetragener Verein

Der Erhalt des eingetragenen Vereins ist Teil der Identität des 1.FC Nürnbergs. Das sollten Fans und Vereinsoffizielle verinnerlichen – und dann wird diese Identität auch mittelfristig zum Erfolg führen. Das Thema wurde schon auf der letzten Jahreshauptversammlung angesprochen und im Vorwort des aktuellen Mitgliedermagazins werden Überlegungen angedeutet. Das Thema ist kompliziert und wird im YaBasta! Magazin bald ausführlich beleuchtet. Schauen wir uns nur mal 1860 München an – was ist von Ihnen noch übrig? Seit Jahren hängen sie am Tropf eines Investors und kicken glücklos in der zweiten Liga. Eine Ausgliederung ersetzt keine Strategie – sie führt im Zweifel nur zu Abhängigkeiten. Die Mitglieder des Vereins (als höchstes Gremium in der gemeinsamen Versammlung) sind hoffentlich so schlau, dass sie sich nicht selbst abschaffen und dem Einfluss von außen Tür und Tor öffnen. Es gibt auch für einen e.V. andere Methoden, sich modern und wirtschaftlich besser Aufzustellen. Die Vereinsvertreter müssen dazu aber den Willen haben!

YaBasta! Redaktion – im September 2016.

Schalke 04 – gegen den Trend noch immer E.V. und trotzdem „wirtschaftlich“ erfolgreich!


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