GLUBB gegen Schalke

Erst Pokalflop, dann Pokalfight und zum Schluss fast noch ein Pokalkrimi.
Trotz der Niederlage gestern war es ein hoffnungsvoller Abend, der auch durch einige, nickliche Begleiterscheinungen nicht getrübt werden konnte.

Da wären zum einen die beiden Banner in den jeweiligen Kurven zu nennen, die auf die eingetragenen Vereine in Nürnberg und Gelsenkirchen verwiesen. Ein Thema, welches ja nun auch im Frankenland heiß diskutiert wird. Ein Jahr Anlaufzeit nahm sich dafür der neue Nürnberger Sonnenkönig, um dieses Fass aufzureißen, in der Hoffnung bis dahin genug Unterstützer gesammelt zu haben.

Zum anderen wäre da aber auch unser Ya Basta-Verkauf zu nennen, der dieses Mal nicht wie üblich im Stadion, sondern davor stattfinden musste. Das änderte also freilich nichts daran, dass wir unser Heft nicht an den Clubfan bringen konnten, viel mehr ging es eben darum, ein „repressives Zeichen zu setzen“. Ob kleinlich oder nicht, das wertet jeder für sich. Eine Nachhaltigkeit im Sinne einer Einsicht wird jedenfalls nicht stattfinden. Wieso auch? Wir fühlen uns in der Reaktion einiger Käufer sogar bestätigt zwar den Kopf zu schütteln aber dennoch zu lächeln.

Zuletzt muss an dieser Stelle aber auch noch auf ein weiteres Choreoverbot verwiesen werden. Nun stören sich die Ultras mittlerweile weniger daran, sanktioniert zu werden. Der Umgang damit ist gelernt und wird jedes Mal als Herausforderung wahrgenommen und gemeistert. Das Überleben dieser Kultur hängt weiß Gott nicht von Choreographien oder „anderen Privilegien“ ab. Wenn es also nur darum ginge, dass den Nürnberger Ultras in die Suppe gespuckt wird, dann wäre das gestern eben so gewesen. Wenn allerdings eine Freundschaftschoreo verboten wird, die mittlerweile eine einzigartige 35-jährige Verbindung dokumentiert, dann hat das noch eine andere Tragweite. Dann wird vor allem den Schalker Gästen eine schallende Ohrfeige verpasst. Nach einem Jahr Anlaufzeit hätte der neue Nürnberger Sonnenkönig auch dafür ein Gespür bekommen können. Schalke machte gestern den Gästeblock voller als die Fürther im Derby. Das Spiel gegen den befreundeten Club aus dem Ruhrgebiet zog sogar fast so viele Nürnberger ins Stadion wie das Derby. Es hätte nur wenige Gegner in dieser Pokalrunde gegeben, die die Hütte so voll wie gestern gemacht hätten. Vor diesem Hintergrund war das Choreoverbot weniger eine Sanktion und ein Denkzettel für die Nürnberger Ultras, es war viel mehr eine Respektlosigkeit gegenüber den Schalker Gästen und einer 35-jährigen Freundschaft.

Warum war es dennoch ein hoffnungsvoller Abend?
… weil man deutlich gesehen hat, wie Ultras und Fans sich ergänzen und aneinander für eine gute Stimmung brauchen. Der Motor braucht seinen Turbo und der Turbo startet nicht ohne laufenden Motor.
… und weil man gemerkt hat, dass der 1. FCN nicht immer als Sieger vom Platz gehen muss, um stolz auf ihn sein zu können.
Der Abend war hoffnungsvoll, weil er uns gezeigt hat, dass es gut ist, so wie es ist. Die Kurve und auch der 1. FCN als eingetragener Verein.
Solche Abende wie gestern. Mehr brauchen wir nicht!