Archiv für Februar 2017

Derby-Treffpunkt

Flyer Derby

Treffpunkt beim Bochum-Heimspiel

Treffpunkt Bochum

Ode an die Fanzines – aus Nürnberg

Nach der gefühlten Fanzine-Renaissance von vor drei bis vier Jahren herrscht aktuell Flaute auf dem Hefte-Markt. Die bekannten Publikationen erscheinen wie gewohnt, doch vielerorts gehen die Auflagen zurück. Shops melden, dass es schwer sei die Druckerzeugnisse loszubekommen. Die Wertschätzung für Fußball-Fanzines scheint gesunken.

Das merken wir auch bei den Ya Basta!-Verkäufen. Da bleiben die Alt-Glubberer stehen, kramen die Tragetasche aus der Jacke und kaufen gleich vier Hefte. Viele jüngere Semester stolzieren in der neuesten Nordkurve-Kollektion und Markenschuhen vorbei, haben außer einem Grinsen allerdings nichts für uns übrig.

Ein Spiegelbild des Medienwandels? Eine unausweichliche Folge der Digitalisierung? Printsterben beim Fußball?

Vielleicht. Doch auch von älteren Szenegesichter hören wir schon mal, dass sie keine Hefte mehr lesen. Das, was im Ya Basta! oder dem Daggl steht, wisse man sowieso schon alles. Vielleicht haben sie damit recht und auch wir Hefte-Macher sollten umdenken: Hintergründiger werden und keine News wiederkäuen, die man sowieso nach fünf Minuten auf dem Handydisplay hat. Abwechslungsreicher werden und Infos gewissenhafter recherchieren.

Ode an die Fanzines

Doch: Es bleibt ein Kampf gegen Windmühlen. Seit mehreren Ausgaben versuchen wir im Ya Basta! etwa das übliche Spielberichtsschema zu brechen. Ihr kennt das alle zur Genüge: Anreise, Choreo und Stimmung, Spielgeschehen, Stimmung beim Gegner, Abreise. „Schullandheimbericht“ sagen wir dazu beim Ya Basta!. Die Anzahl dieser „Schullandheimberichte“ hielt sich in unseren letzten Heften stark in Grenzen. Wahrscheinlich tendierte sie sogar gegen Null. Selbst bei den größten Rotz-Spielen haben wir versucht den Fokus auf andere Teilaspekte des Spieltags zu lenken und dadurch Interesse zu wecken. Reaktionen darauf: Keine. Lediglich, wenn es mal einen „Aufreger“ gab, bekamen wir (kritisches) Feedback auf Spielberichte. Ansonsten blieb es wie gewohnt: „Spielberichte les‘ ich nicht, ich weiß ja sowieso schon alles.“ Oder um es auf Hopping-Hefte zu übertragen: „Les‘ ich nicht, steht doch eh nur wieder Belgrad drin.“ – Auch wenn ein Heft wie der Daggl das Belgrader Derby in den letzten Ausgaben komplett aussparte oder nur angereichert mit zahlreichen Hintergrundinfos etwas dazu schrieb.

Zum Thema Fanzines hat sich auch der Blaue Brief der Ultras Gelsenkirchen in der Ausgabe zum Spiel gegen Eintracht Frankfurt Gedanken gemacht. Auf Schalke ist die Situation ähnlich zu der in Nürnberg. Der Autor beschreibt sie in seiner „Ode an die Fanzines“ wie folgt:

Schaut man sich die Entwicklung der Verkäufe des BFU auf Schalke an, wird diese These unterstützt. Hat man früher bis zu 200 Hefte bestellt und verkauft, bekommt man heute kaum den kleinen Stapel weg. Woran liegt das? Gibt es kein Interesse mehr, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen? Reicht die bloße Information, das Wie und Warum ist egal? Sind wir so abgestumpft und schaffen den Blick nach draußen nicht mehr? Wir stehen als Ultras dauerhaft in der Diskussion, wie sollen wir Kritikern begegnen, wenn wir Ultras selber nicht mal wissen, was wir da tun, sondern immer nur einfach machen? Natürlich reicht es dabei nicht, wenn man sich durchliest, wie der Prof im Dröhnbütel beschreibt, wie er sich in Schweden bei ‘nem Glas Cola einen runtergeholt hat. Ich habe vielmehr den Eindruck, dass dieser Wissensdurst nach Hintergründen teilweise gar nicht mehr existent ist.

Auf diesen sehr lesenswerten Text folgte prompt eine Antwort im darauffolgenden Blauen Brief zum Spiel gegen Hertha am vergangenen Wochenende. Der Schreiber nimmt die Situation ähnlich wahr, appelliert an die Vorbildfunktion und bringt verschiedene Ideen, wie sich der Status Quo ändern ließe:

Doch gibt es genug andere Möglichkeiten, um das Fanzine wieder aus seiner Nische herauszuholen. Zum einen kann das ganz einfach über die Vorbildfunktion passieren: Beim Hineinwachsen in die Fanszene bekommt man ganz automatisch bestimmte Inhalte vorgelebt, sowohl auf einer allgemeinen Ebene, bei der ich an grundsätzliche Werte wie Zusammenhalt und Aufrichtigkeit denke, als auch im Speziellen, wie im Fall der Bedeutung von Zaunfahnen oder Szene-Klamotten. Und sind wir mal ehrlich: Wenn sich eine ganze Generation von Fans mit North-Face Jacken und New Balance eindeckt, weil „das halt dazugehört” oder „in ist”, warum sollte sich dieser Effekt nicht auch bei Fanzines erzielen lassen?

Die gemachten Vorschläge nehmen auch wir vom Ya Basta! gerne mit: Als Aufforderung weiter Gas zu geben; Gegenöffentlichkeit zu sein, Sammlerstück und vermutlich eines der besten Fanzines in Deutschland. Den nötigen Elan haben auch wir in den kommenden Monaten etwas vermissen lassen, doch wir sind gewillt es wieder anzupacken. Inhaltlich steht unsere Ausgabe 48 bereits.

Crowdfunding für ein Max-Morlock-Stadion?

Zum Thema Max-Morlock-Stadion und Crowfunding-Projekt der Consorsbank zitieren wir die Stellungnahme der Initiative „Max-Morlock-Stadion jetzt!“:

In den letzten Tagen wurde bereits viel über das Max-Morlock-Stadion und die Pläne einer Bank diskutiert. Demnach wird sich die Bank die Namensrechte sichern und mittels einer Crowdfunding Kampagne den Namen „Max-Morlock-Stadion“ realisieren, wenn dadurch 800.000 Euro zusammenkommen.

Das klingt interessant und es zeigt wieder einmal, dass „Max-Morlock-Stadion“ eine Option ist, mit der sich alle Ebenen befassen oder befassen müssen, weil es nicht nur unumgänglich, sondern auch charmant und einzigartig ist!

Bevor wir jedoch in Jubel ausbrechen, weil das Achteck endlich seinen verdienten Namen bekommen soll, müssen wir noch einmal genauer hinschauen.

Crowdfunding, Bank und Namensrechte – das sind nun mal Begrifflichkeiten, die nicht mit unserer Welt der Fußballromantik zu vereinbaren sind. Denn natürlich verspricht sich auch die Bank von diesem Engagement Profit. Sie wird mit dem MMS und unserer Wertevorstellung Geld machen wollen. Und letztendlich ist sie es auch, die am Ende des Tages ganz alleine über den Namen entscheiden kann. Deshalb werden wir genau hinschauen, wie das Crowdfunding ablaufen soll. Wir werden intervenieren, sobald in Bereiche unseres Fandaseins eingegriffen wird. Genauso wie wir intervenieren, sollten Konzerninteressen über der Sache stehen.

Eine Kernaussage unserer Initiative war es, dass das „Max-Morlock-Stadion“ ohne Sponsor oder Gönner realisiert wird. Diese Kernaussage wird auch bestehen bleiben. Das bedeutet: Unabhängig vom Ausgang der Crowdfunding-Kampagne wird die Arbeit unserer Initiative weitergehen. Das Ziel ist noch nicht erreicht.

Klar ist aber auch: Diese Nachteile würde jeder Sponsor mit sich bringen. Der Vorstoß der Consors Bank könnte aber dagegen eine Türe öffnen. Hat sich der Name erst einmal im offiziellen Sprachgebrauch verankert, dann wird er danach unantastbar sein!

Wir sehen den jetzigen Schritt als Etappenziel. Es mag schwer fallen die Aktion einer Bank zu unterstützen – doch das gespendete Geld wandert an die Stadt Nürnberg und nicht an die Bank. Nach 10 Jahren wäre die Verwirklichung dieses Vorhabens wohl der größte Schritt zum Ziel! Es bleibt aber nur ein Etappenziel, das in der heutigen Zeit wahrscheinlich sogar unumgänglich ist, erreicht und überwunden werden muss.

Max Morlock Stadion

Daggl beim Glubb

Kollege Benny schreibt folgendes:

Bitte bei Gelegenheit posten: „Am Freitag gibt es vor dem Eingang Nordkurve noch ca. 40 Daggl #11 im freien Verkauf. Man sieht sich! Wir sind die Fans vom Glubb!“

…und ein Bild gibt es auch dazu:

Restausgaben Daggl

10 Jahre Pokalsieger

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus… Kommt alle in den Löwensaal und erlebt noch einmal die magische Nacht vom 26. Mai 2007!

10 Jahre Pokalsieger

Heidenheim: Unbeschreibliche Momente

Eine Besonderheit der Glubbfamilie liegt darin, gerade dann Fußballfeste zu feiern, wenn es keiner erwartet. So geschehen gestern in Heidenheim. Auf dem Platz weckte eine junge Glubbelf Hoffnungen und erkämpfte sich einen verdienten 2:3-Auswärtssieg. Gleichzeitig zauberte die Nordkurve einen verrückten Auftritt ins Albstadion, frei von Zwang und Konventionen. Es hat einfach Spaß gemacht!

Passend dazu haben wir vor und während des Spiels zwei neue Lieder ausprobiert. Während eines eine spontane Kreation war, ist das zweite genau genommen ein mittlerweile 17 Jahre alter Klassiker, der nahezu in Vergessenheit geraten wäre. Auf die Melodie des NDW-Klassikers „Codo“ von DÖF singen wir:

Und wir düsen, düsen, düsen, düsen im Sauseschritt / und nehm‘n drei Punkte mit / von unser‘m Auswärtstripp.

Denn das siegen, siegen, siegen, siegen das macht uns Spaß / viel mehr Spaß / als irgendwas.

…und nicht vergessen: „Wir sind der HASS!“ ;-)

Daggl in Heidenheim

Samstag spielt der Glubb in Heidenheim. Folgende Info von den Kollegen vom Daggl:

Der Daggl fährt Auswärts! In Heidenheim wird der Köter vor dem Stadion unter das Volk gebracht und kann für den Einzelpreis von 4 Euro erworben werden. Wir haben auch ein paar wenige Glubbfibeln im Gepäck, also haltet die Augen und Ohren offen. Glubberer? – Fraaaalie!

Heute vor 10 Jahren

„Handykamera aus!“ – doch bei diesem Video drücken wir gerne ein Auge zu. Die Impressionen vom Torjubel beim 3:0 des 1.FCN gegen die Bayern am 2.2.2007 sind einfach zu schön. 1:0 Saenko (13.), 2:0 Schroth (71.), 3:0 Vittek (86.). Danke für diese magische Nacht!

Ein Kessel „Buntes“

Mit besonderem Blick auf das vergangene Heimspiel gegen Dynamo Dresden will das YaBasta! mal wieder ein paar Anmerkungen loswerden …

Zunächst einmal muss man den 1.FC Nürnberg loben. Den Gästefans aus Dresden wurden offenbar bezüglich einer großen Kurvenchoreografie kaum Hindernisse in den Weg gelegt – u.a. wurden offensichtlich Spruchbänder im gesamten Oberrang und eine Megafonanlage genehmigt. Das ist auf ganzer Linie zu begrüßen. Es bleibt spannend – wie werden die nächsten Gästefans im Max-Morlock-Stadion mit dieser neuen Freiheit umgehen?

Im Fokus der – zum Teil seitens der Nordkurve selbst gewählten – „Einschränkungen“, tun solche Bilder trotzdem vielen Fans ungeheuer weh. Hier ist seitens der Glubberer jedoch Standhaftigkeit gefragt. Es geht um nichts anderes als die Unabhängigkeit der Kurve, welche seit Jahren von der Sicherheitsabteilung nur repressiv behandelt wird. Wir hatten es doch schon alles: Zum Beispiel Choreoverbote, eingeschränkter Zugang zum Stadion oder Beschränkungen bei Foto-Arbeitskarten. Nürnberger-Fankultur steht vor allem bei der „Stadionorganisation“ unter einem ständigen Generalverdacht. Es ist schon mehr als verwunderlich, wie die zuständige Mitarbeiterin hier problemlos die Fronten wechseln konnte. Es ist beileibe kein Geheimnis, dass sie früher Teil der Nürnberger Ultras Bewegung gewesen ist. Im Ost-West-Jargon würde man den Begriff „Wendehals“ benutzen.

Zurück zum Dynamo-Spiel: Der Zustand am Gästeeingang scheint dann schon mehr in die Nürnberger Tradition der Fan-Unfreundlichkeit zu passen. Die „Schwarz-Gelbe-Hilfe“ berichtet von gefährlichen Situationen und offensichtlichen Fehleinschätzungen der Sicherheitsträger des 1.FC Nürnberg. Betroffene Personen können sich unter info@schwarz-gelbe-hilfe.de melden.

Dass das Leben kein Wunschkonzert ist, erlebte unser Sonnenkönig (Vorstand Meeske) im Zusammenhang mit dem Dresden-Heimspiel abermals. Wünschte er sich doch im Interview von Uli Digmayer (online auf nordbayern.de) den Auftaktsieg mehr als einen Frühbucherrabatt für das Trainingslager 2018 oder eine funktionierende Rasenheizung. Tja – für die beiden anderen Dinge könnte er im Zweifel selbst verantwortlich gemacht werden. Regelrecht paradox bleibt die Ausgliederungsgeschichte: „Unsere Planungen für die nächsten fünf Jahre gehen jetzt erst einmal vom Erhalt des e.V. aus.“ – da fällt einem eigentlich nichts mehr ein. Kann sich die Initiative „Mein Club – mein Verein“ jetzt auflösen? Nein, der Mann bleibt seinem Masterplan treu: Das Thema immer schön klein und unwichtig reden, und schon gar nicht seine Person daran binden – aber gleichzeitig keine Gelegenheit auslassen, um Werbung für die Ausgliederung zu machen. Die „Jetzt erst Recht“-Stimmung vom Neujahrsempfang empfindet aber mit Sicherheit nur ein elitärer Kreis. Werbetechnisch traditionell kreativ könnte man ja den Slogan „Hop etz – Jetzt erst Recht“ ins Spiel bringen – dann ziehen bestimmt wieder alle an einem Strang. Es ist schwer zu sagen, ob sportlicher Erfolg oder eben kein Erfolg eine mögliche Ausgliederung begünstigt. Die Herren werden es sich so oder so zurecht reden! Und mit der Nürnberger Versicherung scheint ja schon der erster Investor gefunden – oder deuten wir die Zeichen zwischen den Zeilen falsch?

Leider scheint auch bei der Weihnachtsaktion „Wünsch dir was“ nicht alles glatt verlaufen zu sein. Natürlich ist es streng genommen untersagt, an einer solchen Aktion herum zu nörgeln. Weil man sich aber auch hier eines Sponsors bediente, muss diese Kritik erlaubt sein – ohne dabei den positiven Grundgedanken zu untergraben. Eigentlich war für den 20.12.2016 im Club-Museum eine Art Bescherung geplant. Nachdem die Anzahl der Wünsche offensichtlich die Erwartungen übertroffen hat, sollten einige Geschenke abgeholt bzw. überbracht werden. Mitte Januar waren noch viele Geschenke nicht bei den Empfängern – Weihnachtsaktion bzw. Weihnachtsgeschenke? Selbstkritik – zum Beispiel die Aussage, dass man offensichtlich mit der puren Anzahl der Wünsche etwas überfordert war – sucht man beim Club aktuell allerdings vergeblich. Auf der Homepage herrscht bezüglich der Aktion eitel Sonnenschein. Allein die Reihenfolge sagt schon alles: Club, Sponsor und ein paar Weihnachtshelfer machten Wünsche wahr. Der überhebliche König nennt sich immer zuerst – wir bleiben das unliebsame Volk!