Ein Kessel „Buntes“

Mit besonderem Blick auf das vergangene Heimspiel gegen Dynamo Dresden will das YaBasta! mal wieder ein paar Anmerkungen loswerden …

Zunächst einmal muss man den 1.FC Nürnberg loben. Den Gästefans aus Dresden wurden offenbar bezüglich einer großen Kurvenchoreografie kaum Hindernisse in den Weg gelegt – u.a. wurden offensichtlich Spruchbänder im gesamten Oberrang und eine Megafonanlage genehmigt. Das ist auf ganzer Linie zu begrüßen. Es bleibt spannend – wie werden die nächsten Gästefans im Max-Morlock-Stadion mit dieser neuen Freiheit umgehen?

Im Fokus der – zum Teil seitens der Nordkurve selbst gewählten – „Einschränkungen“, tun solche Bilder trotzdem vielen Fans ungeheuer weh. Hier ist seitens der Glubberer jedoch Standhaftigkeit gefragt. Es geht um nichts anderes als die Unabhängigkeit der Kurve, welche seit Jahren von der Sicherheitsabteilung nur repressiv behandelt wird. Wir hatten es doch schon alles: Zum Beispiel Choreoverbote, eingeschränkter Zugang zum Stadion oder Beschränkungen bei Foto-Arbeitskarten. Nürnberger-Fankultur steht vor allem bei der „Stadionorganisation“ unter einem ständigen Generalverdacht. Es ist schon mehr als verwunderlich, wie die zuständige Mitarbeiterin hier problemlos die Fronten wechseln konnte. Es ist beileibe kein Geheimnis, dass sie früher Teil der Nürnberger Ultras Bewegung gewesen ist. Im Ost-West-Jargon würde man den Begriff „Wendehals“ benutzen.

Zurück zum Dynamo-Spiel: Der Zustand am Gästeeingang scheint dann schon mehr in die Nürnberger Tradition der Fan-Unfreundlichkeit zu passen. Die „Schwarz-Gelbe-Hilfe“ berichtet von gefährlichen Situationen und offensichtlichen Fehleinschätzungen der Sicherheitsträger des 1.FC Nürnberg. Betroffene Personen können sich unter info@schwarz-gelbe-hilfe.de melden.

Dass das Leben kein Wunschkonzert ist, erlebte unser Sonnenkönig (Vorstand Meeske) im Zusammenhang mit dem Dresden-Heimspiel abermals. Wünschte er sich doch im Interview von Uli Digmayer (online auf nordbayern.de) den Auftaktsieg mehr als einen Frühbucherrabatt für das Trainingslager 2018 oder eine funktionierende Rasenheizung. Tja – für die beiden anderen Dinge könnte er im Zweifel selbst verantwortlich gemacht werden. Regelrecht paradox bleibt die Ausgliederungsgeschichte: „Unsere Planungen für die nächsten fünf Jahre gehen jetzt erst einmal vom Erhalt des e.V. aus.“ – da fällt einem eigentlich nichts mehr ein. Kann sich die Initiative „Mein Club – mein Verein“ jetzt auflösen? Nein, der Mann bleibt seinem Masterplan treu: Das Thema immer schön klein und unwichtig reden, und schon gar nicht seine Person daran binden – aber gleichzeitig keine Gelegenheit auslassen, um Werbung für die Ausgliederung zu machen. Die „Jetzt erst Recht“-Stimmung vom Neujahrsempfang empfindet aber mit Sicherheit nur ein elitärer Kreis. Werbetechnisch traditionell kreativ könnte man ja den Slogan „Hop etz – Jetzt erst Recht“ ins Spiel bringen – dann ziehen bestimmt wieder alle an einem Strang. Es ist schwer zu sagen, ob sportlicher Erfolg oder eben kein Erfolg eine mögliche Ausgliederung begünstigt. Die Herren werden es sich so oder so zurecht reden! Und mit der Nürnberger Versicherung scheint ja schon der erster Investor gefunden – oder deuten wir die Zeichen zwischen den Zeilen falsch?

Leider scheint auch bei der Weihnachtsaktion „Wünsch dir was“ nicht alles glatt verlaufen zu sein. Natürlich ist es streng genommen untersagt, an einer solchen Aktion herum zu nörgeln. Weil man sich aber auch hier eines Sponsors bediente, muss diese Kritik erlaubt sein – ohne dabei den positiven Grundgedanken zu untergraben. Eigentlich war für den 20.12.2016 im Club-Museum eine Art Bescherung geplant. Nachdem die Anzahl der Wünsche offensichtlich die Erwartungen übertroffen hat, sollten einige Geschenke abgeholt bzw. überbracht werden. Mitte Januar waren noch viele Geschenke nicht bei den Empfängern – Weihnachtsaktion bzw. Weihnachtsgeschenke? Selbstkritik – zum Beispiel die Aussage, dass man offensichtlich mit der puren Anzahl der Wünsche etwas überfordert war – sucht man beim Club aktuell allerdings vergeblich. Auf der Homepage herrscht bezüglich der Aktion eitel Sonnenschein. Allein die Reihenfolge sagt schon alles: Club, Sponsor und ein paar Weihnachtshelfer machten Wünsche wahr. Der überhebliche König nennt sich immer zuerst – wir bleiben das unliebsame Volk!


0 Antworten auf „Ein Kessel „Buntes““


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× drei = neun