Archiv für März 2017

Zum Heimspiel in Würzburg

Viele werden sich gefragt haben, warum wir ausgerechnet beim Spiel in Würzburg zu einem gemeinsamen Treffpunkt und Corteo aufgerufen haben. Medial ist bereits von einem „Marsch“ die Rede und in Kombination mit Bildern vom Derby gegen Fürth wird dadurch ein völlig reißerisches Szenario heraufbeschworen.

Wir geben gerne „Entwarnung“. Schließlich sagen wir ganz bewusst: lautstark, fanatisch, kreativ. Das Spiel am 23. April ist für uns kein Derby. Denn seien wir ehrlich: Mit Kickers Würzburg gibt es keine Rivalität – weder auf den Rängen, noch auf dem Rasen. Die Frage nach der Nummer 1 in Franken muss mit keinem Verein jemals geklärt werden. Die Antwort ist unverrückbar und unabhängig jeglicher Momentaufnahmen, wie einer Tabelle. Keiner will und muss sich mit ihnen messen, es gibt nichts zu beweisen.

Der Grund für unseren Aufruf ist ein anderer: Noch immer leben in und um Würzburg mehr Glubberer als Fans anderer Vereine. Genau deswegen müssen wir uns bei einem „Auswärtsspiel“ mal nicht wie unerwünschte Gäste fühlen – und gehen davon aus, dass wir uns frei bewegen dürfen, wie wir es immer in Würzburg tun! Im Gegenzug braucht aber auch keiner von uns auf dicke Hose machen. Würzburg ist eine rot-schwarze Hochburg und als solche zu besuchen. – In Nürnberg benehmen wir uns schließlich auch nicht wie die letzten Menschen.

Was dieses Spiel besonders macht, ist nicht der Gegner, sondern dass aus allen Himmelsrichtungen, allen Straßen und Gassen Glubbfans nach Würzburg pilgern, um ihren Glubb vor der Haustüre zu erleben. Wir wollen mit der gesamten Glubbfamilie aus nah und fern ein entspanntes Wochenende in Würzburg verbringen, Kneipen besuchen, am Main chillen und am Sonntagmorgen gemeinsam zum Stadion laufen. Macht euch also locker – und nicht ins Hemd!

Alle Glubbfans bitten wir, sich ihr Trikot überzustreifen. Auch all denjenigen, die ohne Karte dastehen, garantieren wir ein grandioses Wochenende!

Ultras Nürnberg 1994 & Fiasko Nürnberg

Aliens

Erlebnis Fussball #71 out now

Normalerweise nutzen wir dieses Blog überwiegend für unseren eigenen Kram. Da für das neue Erlebnis Fussball (EF) aber auch einige Gubbfans etwas beigesteuert haben, machen wir an dieser Stelle gerne Werbung.

Die aktuelle Ausgabe #71 des überregionalen Fanzines beschäftigt sich mit dem Thema Sektionen: Was sind Sektionen? Welche Gruppen haben Sektionen? Wie lebt es sich im Exil?

Auch Ultras Nürnberg ist in Sektionen gegliedert. Das war für die Macher des EF Anlass anzuklopfen. Entstanden ist ein umfangreiches Interview mit dem Fiasko Nürnberg beziehungsweise der Sektion Unterfranken. Dazu die Kollegen vom EF:

Rund 110 Kilometer trennen Nürnberg und Würzburg. Nicht gerade um die Ecke, aber sicher keine Weltreise. Anscheinend genau die richtige Entfernung, damit sich eine sehr respektierte Gruppe entwickeln konnte: das Fiasko. Ansässig in Würzburg sind sie Kern der Sektion Unterfranken, und damit auch Teil von Ultras Nürnberg. Sie sehen sich als Platzhirsch in Würzburg, haben die Nordkurve zum großen Teil mitgeprägt und vertreten die schwarz-roten Farben im Exil. Bei einem persönlichen Treffen erklärten sie uns, wie es sich als Clubberer in Würzburg lebt, was ihre Gruppe ausmacht, und kramten zusätzlich eine Menge Anekdoten hervor.

„Eine Menge Anekdoten“, das könnte passen. Denn auf Anfrage des Ya Basta! erinnert sich auch Fiasko-Mitglied John an eine unterhaltsame Nacht:

Wir haben einen Abend lang hart gesoffen und aus dem Nähkästchen geplaudert. Dass da eine Aufzeichnung mitlief, hab ich irgendwann komplett vergessen gehabt. Und Alter hatte ich einen Schädel am nächsten Tag… Fast so wie der eine von der SM, als er… Wobei, das ist eine andere Geschichte. – Jedenfalls war der Schreiber vom EF glaube ich recht froh, als wir ihn wieder haben gehen lassen. Ob der sich nochmal zu uns traut? Gefallen hat’s ihm aber glaube ich. Hehe.

…freut euch also auf ein interessantes Interview und viele andere spannende Themen im neuen EF. Da der Container dicht ist, können wir euch das Heft – genauso wie andere Fan-Publikationen – leider nicht im Stadion anbieten. Bei Interesse könnt ihr das Magazin für 4 Euro im Shop vom EF bestellen oder natürlich auch bei den Kollegen von NOFB.

Neues EF

Blocksperre gegen Aue

Nordkurve Nürnberg,

in dieser Woche hat uns der DFB erneut mit einer Sperre der Blöcke 7,9 und 11 sanktioniert. Die Strafe greift im Heimspiel gegen Aue am 15. April 2017.

Nach den Vorfällen in Karlsruhe im Oktober 2016 ist das vermutlich nur eine Frage der Zeit gewesen. Wahrscheinlich haben wir auch damit rechnen müssen. Trotzdem ist uns die Sinnhaftigkeit solcher Sanktionen schleierhaft. Bereits zum vierten Mal sind unsere Stimmungsblöcke gesperrt.

Auch dieses Mal wird es in einem Stadion, das aktuell nur zur Hälfte ausgelastet ist, kein Problem sein, sich für einen anderen Sektor Karten zu organisieren. Die Nordkurve kann auch von der Gegengerade supporten. Die Frage ist nur: Wollen wir das überhaupt?

Wir sind uns diesbezüglich selbst unschlüssig. Deshalb würden wir gerne eure Meinung hören. Kommt deshalb bitte am Freitag, 31. März nach dem Spiel gegen Karlsruhe mit ins UN-Lokal und diskutiert mit uns! Wir wollen wissen, wie ihr dazu denkt und gemeinsam mit euch die richtige Entscheidung im Sinne der Kurve treffen. – Eine Entscheidung zusammen mit allen Betroffenen und nicht für die Betroffenen. Gerade jetzt müssen wir Stärke zeigen und mit einer Stimme sprechen.

Denn egal wie wir uns als Kurve letztlich entscheiden: Wir dürfen uns von derartigen Sanktionen niemals spalten lassen! Das ist nämlich das eigentliche Ziel der Maßnahmen: Einen Keil zwischen uns zu schlagen und uns nachhaltig zu schwächen.

Zeigen wir ihnen, dass die Nordkurve Nürnberg sich niemals unterkriegen lässt!

Wer nicht weiß, wo sich das Lokal befindet, kann nach Spielende vor den Block 911 kommen.

Ultras Nürnberg 1994

Blocksperre

Heimspiel in Würzburg – 23.04.2017

Heimspiel in Wuerzburg

Handballdamen am Samstag unterstützen

Servus Nordkurve,

ihr sucht nach einer entspannten Freizeitgestaltung am Wochenende? Ihr wollt euch Ärger und graue Haare sparen und trotzdem eure Stimmbänder strapazieren? – Keine Sorge: Ihr könnt die Flyer für den Kirchenchor in der Jackentasche verschwinden lassen. Die Nordkurve entert wieder die Halle am Valznerweiher!

Bei all dem Troubel der letzten Wochen haben wir natürlich nicht vergessen, dass es auch coole Damen im Dienste des FCN gibt. Die Zeiten bei den Handballdamen haben sich genauso geändert wie bei den Profi(?)kickern des FCN. Statt Deutscher Meister-Gesänge anzustimmen, gilt es das Team aus dem Keller der Bayernliga zu schreien. Gegner am Samstag ist der TSV Ottobeuren aus dem Allgäu. Anwurf am Valze ist um 18:00 Uhr. Kommt rechtzeitig und holt euch zusammen mit uns ein wenig von unserem Spaß zurück.

Le Glubb, c’est nous!

Glück gehabt – Fürth bleibt Fürth

Hi Folks,
pünktlich zum Derby wollen wir euch eine neue Rubrik vorstellen: „Erbrochenes am Morgen“ – lose, persönliche Gedanken zu Themen aus aller Welt. Den Anfang macht Joe, Redaktionsmitglied:

„Erst neulich hab ich wieder an die furchtbare Idee der Einverleibung Fürths in die Stadt Nürnberg gedacht. Ein Glück ist daraus nichts geworden… Darüber sollten die Fürther mal ne Choreo machen!“

Die Luft wird dünner

Es ist bekannt, dass das Verhältnis zwischen Ultras Nürnberg und dem Verein derzeit auf einem Nullpunkt ist. Ultras Nürnberg hat seit November jeglichen Kontakt abgebrochen, weil man der Meinung ist, dass etwas Abstand beiden Seiten gut tun würde und dies besser als ein direkter Konfrontationskurs sei.

Daraus resultierte natürlich auch eine gewisse Einschränkung, was die Durchführung von Choreographien bei Heimspielen anbelangte. Große Blockfahnen oder Tausende von Zetteln lassen sich nun mal nicht einfach so mit ins Stadion nehmen. Diese benötigten in der Vergangenheit eine Anmeldung bzw. Genehmigung seitens des Vereins und selbst die Inhalte mussten bekannt gegeben werden. Ultras Nürnberg beschränkte sich seitdem auf Choreographien, die ohne Bürokratie, Abhängigkeit von Vereinsoffiziellen oder gar den viel zitierten sogenannten „Privilegien“ durchgeführt werden können.

Schaut man sich die vergangenen Aktionen an, dann muss man feststellen, dass diese Freiheit in keiner Weise missbraucht wurde. Weder die verwendeten Materialien noch die Inhalte waren zu beanstanden. Im Gegenteil: Die gezeigten Choreographien waren – trotz der genannten Einschränkungen – eine der wenigen positiven Erscheinungen im Max-Morlock-Stadion in der bisherigen Rückrunde. Schaut euch doch mal um, was in diesem Stadion von der „Faszination 1. FC Nürnberg“ noch geblieben ist!

Welchen Grund könnte es für einen Verein geben, sich nun daran zu stören, außer Machtspielchen?    

Denn schon bei der letzten Choreographie gegen Braunschweig wurden wir von der Sicherheitsabteilung belehrt, dass das große Banner angemeldet hätte werden müssen. Gegen Bochum wurde schließlich genauer hingeschaut und (nicht relevante) Teile der Choreo am Eingang verboten. Trotzdem hätte die Aktion durchgeführt werden können, wenn man nicht daran gehindert worden wäre, das Vereinslogo auf einem Banner vom Oberrang in den Unterrang zu spannen. Die Ordner im Oberrang hatten die „klare Anweisung“. Natürlich hätte man diese ignorieren und die Choreographie durchführen können, man wollte die Situation aber nicht eskalieren lassen. Es war uns die Sache dann einfach nicht wert und wir hatten es bereits gesagt:

„WIR BRAUCHEN DAS ALLES NICHT!“

Trotzdem haben wir uns in den letzten Wochen ungeachtet der erschwerten Bedingungen immer wieder aufgerafft, weil es unsere Bewegung ausmacht und weil wir natürlich auch eine gewisse Verantwortung gegenüber unserer Kurve und dem großen Namen 1. FC Nürnberg haben, um dem positiven Ruf der Nürnberger Choreographien weiterhin zu erhalten.

Diese Verantwortung trieb uns schließlich sogar dazu, zähneknirschend eine Anmeldung für das Derby direkt bei den Verantwortlichen der Westvorstadt vorzunehmen, welche jedoch nicht sofort bearbeitet wurde. Man wollte sich erst mit den Kollegen aus Nürnberg unterhalten, hieß es etwas überraschend. Kurz darauf wurde uns mitgeteilt, dass man darauf besteht, dass die Choreographie in Nürnberg angemeldet werden muss, bevor man alles weitere bespricht – das wäre ein standardisierter Ablauf.

Im Klartext: Wir sollten eine Choreographie, die wir der Fürther Fanbetreuung bereits offen gelegt hatten, nachträglich (nochmal!) in Nürnberg anmelden, damit diese sie (nochmal?) nach Fürth weiterleitet, denn nur dann dürfe/könne/wolle man in Fürth über eine Genehmigung entscheiden. Ob der Passierschein A38 auch noch verlangt worden wäre, wissen wir nicht, denn wir haben uns an dieser Stelle ausgeklinkt. Uns erschloss sich der Sinn dahinter nicht, außer Machtspielchen, denn die Nürnberger Fan- und Sicherheitsabteilung hätte sich sicher keinen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn man über diesen „Formfehler“ hinweg gesehen hätte. Da kann man sich über die Presse noch so rechtfertigen und den schwarzen Peter schon mal weiterschieben. Wir werden dieses Mal aber nicht mit Empörung reagieren, wie sie es erwarten und erhoffen. Dann ist das eben so. Auch dieses Mal ist es uns die Sache einfach nicht wert.

Wir brauchen das alles nicht und wir fühlen uns darin bestätigt, weiterhin auf Abstand zu bleiben. Die Signale, die wir erhalten haben (einige weitere sind noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt), waren eindeutig und geben Anlass unsere gute Miene zum bösen Spiel zu überdenken. Denn wofür das Ganze? Für einen Verein, der durch seine derzeit handelnden Personen, so schlecht dasteht wie nie zuvor? Hört sich übertrieben an, aber schauen wir uns die Fakten an:

- Der 1. FC Nürnberg steht mit 29 Punkten nach dem 22. Spieltag in der 2. Liga auf Platz 9. Das ist die schlechteste Platzierung zu diesem Zeitpunkt der Saison seit der Regionalliga 1996/1997.

- Das Verhältnis innerhalb der Glubbfamilie (sowohl in der Kurve, als auch am Valznerweiher selbst) ist so schlecht wie nie. Meeske und Herrmann haben einen großen Anteil daran, dass das vorher noch nie so dagewesene Gemeinschaftsgefühl „Ich bereue diese Liebe nicht“ innerhalb von nur 2 Jahren komplett verloren ging und man sich voneinander entfernt. In einigen Themenfeldern treiben sie die Spaltung sogar bewusst voran.  

- Nicht unerwähnt darf bleiben, dass auch die Beschwerden der Gästefans über unwürdige Maßnahmen wie Ganzkörperkontrollen (zuletzt beim Heimspiel gegen Bochum) zunehmen. Auch dies ist kein Zufall!

- In sportlicher Hinsicht gibt es keinerlei Konzept, keinerlei Perspektive, außer das billige (Wahl-) Versprechen, dass nach einer Ausgliederung „vieles besser/einfacher“ werden würde.

- und wenn man nach den Gründen für die derzeitige Misere fragt, dann bekommt man immer noch zu hören, dass die „Vorgänger-Regierung“ ein Chaos hinterlassen hat und die Bedingungen (-> eV) so schlecht sind.

- ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass der 1. FC Nürnberg immer noch bessere Voraussetzungen als die meisten anderen Zweitligisten hat und es den verantwortlichen Personen trotzdem nicht gelingt, besser dazustehen. Mehr noch: Aus den letzten 1 1/2 Jahren können sie NICHTS vorzuweisen, was die Hoffnung wecken könnte, es würde mit ihnen wieder aufwärts gehen – ob ausgegliedert oder nicht.  

Der Abstand tat beiden Seiten gut, denn es war trotz des angespannten Verhältnis ruhig. Es ist also völlig unverständlich, warum der Verein in der jetzigen Situation unnötigerweise wieder auf Konfrontationskurs geht. Der FCN hat derzeit ganz andere Probleme und wenn er glaubt, dass er sich einen weiteren Nebenkriegsschauplatz leisten kann, dann zeigt es sehr deutlich, dass die handelnden Personen den 1. FC Nürnberg nicht verstanden haben und ihn verändern wollen.  

Ultras Nürnberg, März 2017