Archiv für April 2017

3. Lokal Kärwa

Ultras Nürnberg eröffnet die Kärwa-Saison und lädt nach dem Stuttgart-Heimspiel zu fränkischen Köstlichkeiten ins Lokal ein.
Fassbier, Weinstand, Schnapsba…, viel wichtiger ist aber wieder einmal der Stand der Assistenza und deren Aktion „Ball für Ball“.
Mit dem Kauf eines Balles sponsort ihr einen weiteren Ball, der einer sozialen Einrichtung in Nürnberg zugute kommt. Man glaubt fast gar nicht, wie viel so ein „einfacher“ Ball bewirken kann und kleinen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Wir freuen uns daher auf zahlreiche Gäste, schaut vorbei!

Der Kneipenguide zum Wochenende

Am Sonntag spielt der 1.FCN in Würzburg. Die rot-schwarze Hochburg lockt mit ihrer Kneipenlandschaft. Exklusiv hat das Ya Basta! einige Trinkhallen und Tanzlokale getestet.

Seien wir ehrlich: Innerhalb der Nürnberger Fanszene sind wir vom Ya Basta! nicht die passioniertesten Trinker. Den Schalteppich haben wir abgelegt und ins Schema der sogenannten „Sieben Seidlas-Theorie“ für die einfache Strecke einer Auswärtsfahrt passen wir auch nicht. Ein kühles Blondes würden wir dennoch nie ablehnen.

Da passt es gut, dass der Glubb am Sonntag, 23. April sein Heimspiel in Würzburg austrägt. Die Studentenstadt weist für ihre Größe eine hohe Kneipendichte auf. Wir haben uns einige Einkehrmöglichkeiten angesehen und für euch getestet. Mit unserem Kneipenguide sollte einem gepflegten Wochenende in der Mainstadt nichts im Wege stehen. – Und damit das findige Lokaljournalisten nicht missinterpretieren können, anbei ein Auszug aus dem Duden

Für stilbewusste Romantiker: Der Biertümpel

Fans entspannter Kneipenatmosphäre kommen nahe der alten Mainbrücke voll auf ihre Kosten! Der Biertümpel lockt mit bezahlbaren Preisen und nächtlicher Haute cuisine. Das Unterhaltungsangebot ist ausgeprägt und spätestens nach einer „Essacher Luft“, der Spezialität des Hauses, möchte man diese Lokalität nie wieder verlassen. Praktisch für Glubbfans ohne Pennplatz: Der Biertümpel schließt erst um 5 Uhr morgens!

Biertümpel, Zeller Straße 17, 97082 Würzburg

Biertuempel

Für alle Stromgitarren-Fans: Das Laby

Liebhaber harter Gitarren-Riffs und brachialer Double-Base-Einlagen kommen im Laby auf ihre Kosten. Der Name Laby, kurz für Labyrinth, ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn zwischen Gothic-Girls und Metal-Dudes kann man bei Nacht schnell den Überblick verlieren. In Sachen Kleidung sollte sich der Glubbfan deshalb eher an der dunkleren Vereinsfarbe des FCN orientieren. Dann steht einem ruhigen Abend bei sanften Klängen nichts mehr im Wege!

Diskothek Labyrinth, Beethovenstraße 3, 97080 Würzburg
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Main-Post: Wenn das Wort „Heimspiel“ als „aggressiv“ gilt

Sogenannte „Ein-Quellen-Stücke“ gelten unter Journalisten als heikel. In einem Bericht sollten mindestens zwei Stimmen zu Wort kommen – und idealerweise sollten sie unterschiedliche Positionen vertreten. Das ist eigentlich journalistischer Standard. Auch bei der Würzburger Main-Post?

Am Dienstag-Nachmittag ist auf deren Web-Präsenz ein Vorbericht zum anstehenden Duell der Würzburger Kickers gegen den 1.FC Nürnberg erschienen. Unter dem Titel „Nürnberg-Derby: Ein Fußballfest unter Polizeischutz“ vermengt der Autor die Partie am Wochenende mit möglichen Krawall-Szenarien, dem Derby gegen Fürth und einem Pyro-Bild aus Karlsruhe. Gesprochen hat er dafür offensichtlich mit nur einer Quelle: Dem Würzburger Polizeichef.

Und tatsächlich: „Das wird nicht ohne“, sagt eben jener Polizeichef im Bezug auf die Abreise der Gästefans. Ansonsten bleibt er in den Zitaten sachlich:

„Wir werden gezielt dazu aufrufen, besonnen zu bleiben, den Sport in den Vordergrund zu stellen und sich nicht provozieren zu lassen“.

Das klingt nur bedingt nach dem (erhofften?) Krawallszenario, weshalb der Autor des Beitrags weitere Infos einfließen lässt.

Screenshot Main-Post
Quelle: Screenshot www.mainpost.de

So gebe es etwa 15 bis 20 Nürnberg-Fans mit Stadionverbot, schreibt er. Das mag für Außenstehende bedrohlich klingen – aber in Relation zu 2.000 erwarteten Glubb-Fans? Wenig erschütternd.

Also schiebt der Journalist eine weitere Zahl voran: 400 bis 500 dieser Gästefans würden laut eines szenekundigen Beamten als „gewaltbereit“ gelten. Schockierend! – Allerdings vermeidet es der Autor einerseits zu erwähnen, dass oft schon eine Personalien-Aufnahme am Rande eines Fußballspiels genügt, um von der Polizei dauerhaft als „gewaltbereit“ („Kategorie B“) eingestuft zu werden. Andererseits verschweigt er den Namen des „szenekundigen Beamten“, ohne explizit darauf hinzuweisen, dass dieser gegebenenfalls namentlich nicht genannt werden möchte.
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Heimspiel in Würzburg – Zugzeiten

Heimspiel in Würzburg Zugzeiten

Daggl Sonderausgabe gegen Aue

Servus miteinander,

zum Heimspiel gegen Aue erscheint die erste Sonderausgabe von Der Daggl. Auf 12 Seiten gibt es alles rund um das Max Morlock Stadion und die dazugehörige Crowdfunding Aktion.

Warum das Ganze?

„An all diejenigen, die nicht so recht wissen, wohin mit dem Thema und wie richtig bewerten. Hierbei wollen wir jedoch ganz gezielt meinungsbildend und nicht meinungsmachend an die Sache herangehen. Ziel unseres Werkes ist nicht, die Leser in eine gewisse Richtung pro oder contra zu lenken. Wir wollen lediglich den Part übernehmen, den wir bisher einfach selbst vermisst haben: Einer hintergründig recherchierten Aufarbeitung des Themas aus absolut allen Blickwinkeln. Im optimalen Falle aus der Feder von investigativen Schreibern, dessen Text nicht am Ende des Tages den Interessen eines Massenmediums unterliegen.“

Das Heft ist gratis, jedoch würden wir uns über eine kleine (freiwillige) Spende freuen, um die Druckkosten zu decken. Das Heft wird vor und nach dem Spiel vor dem Stadion verteilt.

Der Daggl

Treffen Nordkurve Nürnberg

Zur Erinnerung:
Morgen sind alle interessierten Glubbfans ins UN Lokal eingeladen, um über den weiteren Weg der Nordkurve Nürnberg zu diskutieren.
Ultras Nürnberg wird bei dieser Gelegenheit noch einmal die Eindrücke der letzten Monate schildern, die zum jetzigen, absoluten Tiefepunkt im Verhältnis mit dem Verein geführt haben. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen.

Auch dieses Mal wird es die Möglichkeit geben, sich nach dem Spiel dem Haufen vor dem Eingang Nordkurve anzuschließen, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Lokal zu fahren.

Kein Support gegen St. Pauli und Aue

Die fehlende Sinnhaftigkeit der DFB-Strafe (Sperre der Blöcke 7, 9 und 11 für das Aue-Heimspiel) ist in aller Munde. Dies ist aber auch schon der einzig positive Aspekt – rund um die Suche nach einer zeitweisen Heimat für die Nordkurve Nürnberg. Mit der Blöcken 30 + 32 wollte Ultras Nürnberg dem Wunsch nachkommen, auf einen Standort auszuweichen, der weniger ausgelastet als die Gegengerade ist. Bereits auf der offenen Veranstaltung im Lokal von Ultras Nürnberg wurde diese Lösung ins Auge gefasst – und anschließend hier auf dem Blog kommuniziert. Verein und Sicherheitsorgane sahen zum Erstaunen der Fans allerdings ein so massives Sicherheitsproblem, dass man die Karten für die Südkurve ad hoc aus dem Verkauf nahm. Dieses Sicherheitsproblem resultiert jedoch ausschließlich aus Vermutungen sowie Unkenntnis über die Bewegung und kann durch keine Fakten belegt werden.

Beim FCN scheint man auch darüber verärgert zu sein, dass die Entscheidung für die Südkurve nicht mit dem Verein direkt abgesprochen wurde. Hier sehen wir allerdings beileibe keine böse Absicht – wir hatten es ja schon vorher geschrieben: Es war eine offene Veranstaltung – kein Vertreter des Vereins war anwesend oder hatte sich im Vorfeld beziehungsweise danach erkundigt. Gerade in Zeiten einer massiven „Kommunikations-Eiszeit“ hätte auch das Fanprojekt eine Hilfe sein können – selbiges war anwesend, wurde vom Verein aber offenbar auch nicht zur Veranstaltung befragt. Nicht zuletzt: Es ist ein freies Land, niemand sollte um Erlaubnis fragen müssen, für welchen Block er sich Karten kauft!

Hintergrund der Strafe des DFB waren die Probleme (Pyrotechnik) beim Auswärtsspiel in Karlsruhe. Sicher können wir mit etwas Abstand selbstkritisch einräumen, dass wir in der Vergangenheit auch nicht alles richtig gemacht haben. Dies gilt bei einer objektiven Betrachtung allerdings auch für die Vertreter des 1.FC Nürnberg. Ohne erkennbaren Grund wurden die Freiheiten der Kurve fortwährend eingeschränkt. Am Ende wurde sich seitens Ultras Nürnberg für mehr Abstand entschieden – in der Hoffnung, dass eine „Auszeit“ auf beiden Seiten die verhärteten Fronten abbauen würde.

Rund um die Posse „Karten für das Aue-Heimspiel“ ist das sprichwörtliche Fass nun leider übergelaufen. Konkret hatten wir Lösungsansätze angeboten, um das Aue-Heimspiel mit gutem Willen für alle Besucher reibungslos zu gestalten. Eine störungsfreie „Übersiedlung“ hatten wir signalisiert und auch von den Gästefans wäre in dieser Situation die notwendige Sensibilität sowie Solidarität vorhanden gewesen. Vom Verein hätte man daher einen gegenseitigen Vertrauensvorschuss erwarten können – sind wir ehrlich: Ohne einen Vertrauensvorschuss von beiden Seiten kann sich die Situation nicht verbessern – und wir können mit Blick auf die letzten Monate behaupten, unseren Teil dazu beigetragen zu haben. Die Entscheidung des Vereins und der Sicherheitsbehörden den Umzug in die Südkurve zu verweigern, stellt für uns dagegen einen weiteren Tiefpunkt da. Seitens des FCN wurde keine akzeptable Lösung angeboten und kein Wille, den Fans entgegen zu kommen, gezeigt. Es wäre eine Möglichkeit gewesen, das Verhältnis zur Nordkurve wieder in richtige Bahnen zu lenken. Sie wurde verpasst.

Als Konsequenz bleibt Ultras Nürnberg im Moment nur der traurige Schritt, den Support vorerst einzustellen. Das gilt für die beiden Heimspiele gegen St. Pauli und Aue. Nach dem Aue-Heimspiel sind alle interessierten Fans abermals ins Lokal von Ultras Nürnberg eingeladen – hier werden wir zusammen diskutieren, wie der weitere Weg aussehen kann. Darüber hinaus möchten wir Euch dort konkreter erklären, warum wir nun zu diesem drastischen Schritt greifen mussten. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber bei allen Überlegungen erscheint es vor allem für das Aue-Heimspiel die beste Lösung zu sein, die nicht noch weiteres Öl ins Feuer gießt. Jeder kann sich seinen Platz im weiten Rund nun selbst aussuchen – oder auch zuhause bleiben. Ultras Nürnberg wird als Gruppe selbstverständlich das Spiel besuchen.

Ultras Nürnberg, April 2017

Ich fühl mich sicher – Aue

Nun ist es also nicht möglich, dass die Nordkurve für das Heimspiel gegen Aue in die Blöcke 30 und 32 umsiedelt. Sicherheitsbedenken im und außerhalb des Stadions – kein Vertrauensvorschuss, dafür harte Linie. Die Geschichte ist fast schon zu einer Posse mutiert. Trotzdem möchten wir drauf hinweisen, dass die Entscheidung für die Blöcke 30 und 32 nicht heimlich im kleinen Kämmerchen getroffen wurde (sinngemäß wird das auf der FCN Homepage behauptet). Vielmehr gab es eine offene Veranstaltung / Diskussionsrunde im Lokal von Ultras Nürnberg 1994 zu dem Thema (siehe Ya Basta! Blogeintrag „Blocksperre gegen Aue“). Von den Vertretern des Club war keiner anwesend. Es hat auch keiner gefragt, ob er kommen soll darf kann – und nach dem Ausgang der Diskussion hat sich auch keiner erkundigt – zum Beispiel beim anwesenden Fanprojekt. Die Südkurve war in der Diskussion eine von vielen Leuten präferierte Option – kein Mensch hat dabei einen Gedanken an eine dadurch heraufbeschworene „Unsicherheitslage“ verschwendet. So unterschiedlich sieht man sich offensichtlich.

Die Entscheidung für eine Alternative steht noch aus. Ultras Nürnberg tauscht sich in den nächsten Tagen mit einigen Fanclubs und Freunden darüber aus, wohin die Reise denn nun geht. Alle von der Blocksperre (Blöcke 7,9 und 11) betroffenen Personen bitten wir um etwas Geduld. Es ist noch genug Zeit bis zum Aue Spiel (um sich die Karten im Vorverkauf zu holen) und zur Not sind ja auch die Ticketschalter am Spieltag geöffnet. Mit rund 25.000 Besuchern war in letzter Zeit genug Platz im Max-Morlock-Stadion. Kein Grund zur Panik – die Entscheidung wird hier kommuniziert.

Blöcke 30 + 32 gegen Aue vorerst geschlossen

Die Ankündigung von Ultras Nürnberg, sich Karten gegen Aue für die Blöcke 30 + 32 zu kaufen, ist erst wenige Stunden online, da hat der Verein den Verkauf bereits gestoppt.

Wie wir auf Nachfrage erfahren haben, sieht der FCN ein massives Sicherheitsproblem in diesem Blockwechsel und begründet das mit der Nähe zu den Gästefans und den sich kreuzenden Wegen.

Klingt erstmal nachvollziehbar, doch bei näherer Betrachtung stellen sich die Bedenken als völlig unbegründet dar.

1. Die Nähe zu den Gästefans ist über die Gegengerade, die der FCN erneut als Ausweich-Standort favorisiert, genauso gegeben.

2. Es gibt durchaus Möglichkeiten, den NK-Tross in die ausgerufenen Blöcke zu geleiten ohne die Fantrennung aufzuweichen. Durch den bereits angekündigten Treffpunkt und den gemeinsamen Marsch der betroffenen Glubbfans machen wir es den Verantwortlichen sogar noch einfacher.

Unterschwellig äußern Vereinsverantwortliche auch den Vorwurf, dass Ultras Nürnberg den Verein vorher nicht informiert hätte. Dazu sind zwei Dinge zu sagen:

1. Die derzeit immer noch bestehende Eiszeit – aus der natürlich auch dieser Zustand resultiert – hat sich der Verein selbst zuzuschreiben.

2. Die Diskussionsrunde am Freitag hat Ultras Nürnberg öffentlich ausgerufen. Es war verwunderlich, aber gleichzeitig bezeichnend, dass sich kein Vereinsvertreter dafür interessierte und teilnahm. In dieser Runde wurde bereits deutlich gesagt, dass es nicht mehr auf die Gegengerade geht. Die nun ausgewählten Blöcke wurden sogar als Alternative genannt.

Der FCN ist der letzte, der sich über diese Situation beschweren braucht und wenn er nun Scherereien wegen dieser DFB-Strafe hat, umso besser. Dann fängt er vielleicht endlich mal an, dieses Strafensystem in Frage zu stellen.

Es ist ja nun wirklich keine neue Erkenntnis, dass der Ausschluss und Umzug einer Heimkurve nicht unbedingt zur Sicherheit beiträgt (siehe dazu auch Frankfurt – Stuttgart im letzten Jahr). Aber selbst das ist dem DFB bei diesen Kollektivstrafen weiterhin egal, was zeigt, dass es ihm nur um eine Spaltung der Anhänger geht!

Trotzdem möchten wir an dieser Stelle betonen, dass es nicht im Sinne von Ultras Nürnberg liegt, mit den gewählten Blöcken den 1. FC Nürnberg vor Probleme zu stellen. Hätte Ultras Nürnberg das gewollt, hätten wir uns bereits am Tag vor der Veröffentlichung mit Karten eingedeckt.

Wie geht es nun weiter?

Der FCN will morgen entscheiden, ob er die Blöcke wieder freigibt oder nicht. Bis dahin bitten wir alle Glubbfans cool zu bleiben. Wir sind uns sicher, dass es möglich sein wird.

…ansonsten haben wir tatsächlich ein Problem.

Heimspiel gegen Aue

Nordkurve Nürnberg,
der Umgang mit der DFB-Strafe wurde am Freitag offen für alle diskutiert. Neben einem konkreten Ergebnis für das Spiel gegen Aue, wurde natürlich auch viel über DFB-Strafen an sich diskutiert. Bei letzterem gab es erfreulicherweise eine große Übereinstimmung unter alle Beteiligten, die kurz zusammengefasst werden soll.

- Die vergangenen Blocksperren haben nichts bewirkt. Weder in Nürnberg noch woanders. Es ist den ausgeschlossenen Fans immer gelungen an Karten anderer Blöcke zu kommen und von dort das gewohnte Bild zu erzeugen.

- Was jedoch viel entscheidender ist: Die Strafen haben das Fanverhalten nicht im geringsten beeinflusst. Im Gegenteil: Das „Feindbild DFB“ wächst und mit ihm auch der Graben gegenüber den Vereinen, die dieses Strafensystem unterstützen, indem sie nichts dagegen tun. DFB und Vereine treiben die Radikalisierung in den Kurven voran.

- Dies nimmt natürlich auch der DFB zur Kenntnis und trotzdem praktiziert er weiterhin dieses Modell – am Beispiel Nürnberg mit einer Stadionauslastung von derzeit ca. 50% scheint es besonders absurd zu sein, Fans und ihren Tifo auszuschließen, um ihnen einen Denkzettel zu verpassen. Daher ist es offensichtlich, dass der DFB mit diesen Strafen nur einen perfiden Zweck verfolgen will: Er will die Einheit der Kurven brechen und Fans gegeneinander aufbringen. Dies haben wir immer wieder spüren dürfen, wenn nach einer solchen DFB-Strafe hitzig über jene und deren Umgang (wie am Freitag) diskutiert wurde. Ergänzt durch die mediale Hysterie soll sich die Schlinge um die aktiven Fans weiter zu ziehen und Druck vom Umfeld erzeugt werden.

- Bei all den Millionen sind wir immer noch ein nicht zu unterschätzender Faktor für das „Produkt Fußball“ – so ekelhaft das klingt. Der DFB und die Vereine wollen daher auch nicht die aktiven Fans und ihren Tifo aus den Stadien verbannen. Sie wollen sie lediglich maßregeln und kontrollieren, was durch den erzeugten Druck aufgrund der Kollekrivstrafen gelingen soll. Doch genau diese Unterdrückung wird die Fankultur in den Stadien töten. Fankultur, die mehr wert ist, als wir es uns einreden lassen! Schauen wir uns noch einmal das Beispiel Nürnberg an: Was wäre der Verein heute ohne seine aktiven Fans, die in den letzten 30 Jahren mehr als jeder Spieler zur Strahlkraft dieses Vereins beigetragen haben?!

Die Frage nach dem Umgang mit der DFB Strafe wurde daher auch unter dem Aspekt diskutiert, wie man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann. Hierbei wurde schon deutlicher, dass die Meinungen unterschiedlicher sind – worauf ja genau die Strafe des DFB abzielt: Uneinigkeit schaffen. Mit der großen Diskussionsrunde wollten wir damit entgegen wirken und bekräftigen daher noch einmal unsere Grundaussage: Es ist weniger wichtig, wie wir mit dieser Strafe umgehen. Wichtiger ist, dass wir alle hinter dieser Entscheidung stehen und sie mitragen, auch wenn sie nicht alle zu 100% befürworten.

Trotzdem hat sich in der Diskussion eine klare Tendenz entwickelt, wie das Spiel gegen Aue bestritten werden soll.
Werfen wir zunächst aber noch einmal einen kurzen Blick zurück.

Bei den vergangenen Blocksperren haben wir uns noch kaputt gelacht, weil wir einfach auf die Gegengerade gezogen und von dort unserer Leidenschaft nachgegangen sind. Auch der FCN hat sich gefreut, weil er nebenbei ein paar Dollar gemacht hat und weiterhin seine Stimmung für das „Event Stadionerlebnis“ geliefert bekam. Alles supi, könnte man daher meinen und wir waren uns sicher, dass der DFB aufgrund dieser Tatsachen bald von solchen Strafen ablassen würde. Doch nichts hat sich geändert! Dem DFB geht es bei diesem Strafenmodell überhaupt nicht darum, ob wir uns nun Karten für einen anderen Bereich holen und das tun, was wir immer tun – oder nicht. Bei Kollektivstrafen geht es immer um Spaltung nach dem Motto „Teile und herrsche!“ Denn während wir weiter über die Strafen lachen und singen, zieht sich heimlich, stilll und leise die Schlinge immer weiter zu. Daher ist es zu wenig, die Strafen einfach nur zu umgehen. Wir müssen zeigen, was sie anrichten können und den Druck zurück geben! Andernfalls werden diese Strafen irgendwann vielleicht tatsächlich mehr zerstören als es dem FCN und allen Fans lieb sein wird.

Denn ist es wirklich im Sinne des FCN, wenn die aktiven Fans irgendwann dauerhaft verbannt werden? Wenn die Stimmung, Fahnen und Choreographien aus dem Max-Morlock-Stadion verschwinden? Eines ist sicher: Wir werden zukünftig noch häufiger mit solchen Sperren belegt werden. Da bedarf es bald auch keiner Pyroaktionen mehr, es werden Lappalien wie beleidigende Spruchbänder oder freche Vereinsmaskottchen ausreichen.

Gegen Aue wollen wir daher den Unterschied aufzeigen und werden für 20 Minuten der DFB-Strafe nachkommen. Für die restlichen 70 Minuten werden wir sie erneut umgehen und rufen alle Fans (ob vom Urteil betroffen oder nicht) auf, sich Karten für die Blöcke 30 und 32 zu holen.
Mit dieser Blockwahl wollen wir auch den Wunsch aufgreifen, auf einen Standort auszuweichen, der weniger ausgelastet als die Gegengerade ist.

Für den Spieltag selbst rufen wir alle Fans auf, zum Treffpunkt um 10:30 Uhr an der Steintribüne zu kommen, um hier bereits ein erstes Zeichen der Geschlossenheit und Einheit zu setzen! Wir werden anschließend gemeinsam zum Stadion laufen und den Block betreten.

Wir wissen freilich nicht, ob dies bereits etwas in den Köpfen unserer Vereinsführung ändern wird. Wir wissen aber, dass dies auf Dauer etwas ändern würde.
… Lassen wir es besser nicht drauf ankommen, aber bei diesem düsteren Blick in die Zukunft haben wir nichts mehr zu verlieren!

Ein großer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an alle Fans, die am Freitag anwesend waren, sowie alle Unterschützer und Kämpfer unserer Bewegung.
No Surrender!

Ultras Nürnberg, April 2017