Heimspiel gegen Aue

Nordkurve Nürnberg,
der Umgang mit der DFB-Strafe wurde am Freitag offen für alle diskutiert. Neben einem konkreten Ergebnis für das Spiel gegen Aue, wurde natürlich auch viel über DFB-Strafen an sich diskutiert. Bei letzterem gab es erfreulicherweise eine große Übereinstimmung unter alle Beteiligten, die kurz zusammengefasst werden soll.

- Die vergangenen Blocksperren haben nichts bewirkt. Weder in Nürnberg noch woanders. Es ist den ausgeschlossenen Fans immer gelungen an Karten anderer Blöcke zu kommen und von dort das gewohnte Bild zu erzeugen.

- Was jedoch viel entscheidender ist: Die Strafen haben das Fanverhalten nicht im geringsten beeinflusst. Im Gegenteil: Das „Feindbild DFB“ wächst und mit ihm auch der Graben gegenüber den Vereinen, die dieses Strafensystem unterstützen, indem sie nichts dagegen tun. DFB und Vereine treiben die Radikalisierung in den Kurven voran.

- Dies nimmt natürlich auch der DFB zur Kenntnis und trotzdem praktiziert er weiterhin dieses Modell – am Beispiel Nürnberg mit einer Stadionauslastung von derzeit ca. 50% scheint es besonders absurd zu sein, Fans und ihren Tifo auszuschließen, um ihnen einen Denkzettel zu verpassen. Daher ist es offensichtlich, dass der DFB mit diesen Strafen nur einen perfiden Zweck verfolgen will: Er will die Einheit der Kurven brechen und Fans gegeneinander aufbringen. Dies haben wir immer wieder spüren dürfen, wenn nach einer solchen DFB-Strafe hitzig über jene und deren Umgang (wie am Freitag) diskutiert wurde. Ergänzt durch die mediale Hysterie soll sich die Schlinge um die aktiven Fans weiter zu ziehen und Druck vom Umfeld erzeugt werden.

- Bei all den Millionen sind wir immer noch ein nicht zu unterschätzender Faktor für das „Produkt Fußball“ – so ekelhaft das klingt. Der DFB und die Vereine wollen daher auch nicht die aktiven Fans und ihren Tifo aus den Stadien verbannen. Sie wollen sie lediglich maßregeln und kontrollieren, was durch den erzeugten Druck aufgrund der Kollekrivstrafen gelingen soll. Doch genau diese Unterdrückung wird die Fankultur in den Stadien töten. Fankultur, die mehr wert ist, als wir es uns einreden lassen! Schauen wir uns noch einmal das Beispiel Nürnberg an: Was wäre der Verein heute ohne seine aktiven Fans, die in den letzten 30 Jahren mehr als jeder Spieler zur Strahlkraft dieses Vereins beigetragen haben?!

Die Frage nach dem Umgang mit der DFB Strafe wurde daher auch unter dem Aspekt diskutiert, wie man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann. Hierbei wurde schon deutlicher, dass die Meinungen unterschiedlicher sind – worauf ja genau die Strafe des DFB abzielt: Uneinigkeit schaffen. Mit der großen Diskussionsrunde wollten wir damit entgegen wirken und bekräftigen daher noch einmal unsere Grundaussage: Es ist weniger wichtig, wie wir mit dieser Strafe umgehen. Wichtiger ist, dass wir alle hinter dieser Entscheidung stehen und sie mitragen, auch wenn sie nicht alle zu 100% befürworten.

Trotzdem hat sich in der Diskussion eine klare Tendenz entwickelt, wie das Spiel gegen Aue bestritten werden soll.
Werfen wir zunächst aber noch einmal einen kurzen Blick zurück.

Bei den vergangenen Blocksperren haben wir uns noch kaputt gelacht, weil wir einfach auf die Gegengerade gezogen und von dort unserer Leidenschaft nachgegangen sind. Auch der FCN hat sich gefreut, weil er nebenbei ein paar Dollar gemacht hat und weiterhin seine Stimmung für das „Event Stadionerlebnis“ geliefert bekam. Alles supi, könnte man daher meinen und wir waren uns sicher, dass der DFB aufgrund dieser Tatsachen bald von solchen Strafen ablassen würde. Doch nichts hat sich geändert! Dem DFB geht es bei diesem Strafenmodell überhaupt nicht darum, ob wir uns nun Karten für einen anderen Bereich holen und das tun, was wir immer tun – oder nicht. Bei Kollektivstrafen geht es immer um Spaltung nach dem Motto „Teile und herrsche!“ Denn während wir weiter über die Strafen lachen und singen, zieht sich heimlich, stilll und leise die Schlinge immer weiter zu. Daher ist es zu wenig, die Strafen einfach nur zu umgehen. Wir müssen zeigen, was sie anrichten können und den Druck zurück geben! Andernfalls werden diese Strafen irgendwann vielleicht tatsächlich mehr zerstören als es dem FCN und allen Fans lieb sein wird.

Denn ist es wirklich im Sinne des FCN, wenn die aktiven Fans irgendwann dauerhaft verbannt werden? Wenn die Stimmung, Fahnen und Choreographien aus dem Max-Morlock-Stadion verschwinden? Eines ist sicher: Wir werden zukünftig noch häufiger mit solchen Sperren belegt werden. Da bedarf es bald auch keiner Pyroaktionen mehr, es werden Lappalien wie beleidigende Spruchbänder oder freche Vereinsmaskottchen ausreichen.

Gegen Aue wollen wir daher den Unterschied aufzeigen und werden für 20 Minuten der DFB-Strafe nachkommen. Für die restlichen 70 Minuten werden wir sie erneut umgehen und rufen alle Fans (ob vom Urteil betroffen oder nicht) auf, sich Karten für die Blöcke 30 und 32 zu holen.
Mit dieser Blockwahl wollen wir auch den Wunsch aufgreifen, auf einen Standort auszuweichen, der weniger ausgelastet als die Gegengerade ist.

Für den Spieltag selbst rufen wir alle Fans auf, zum Treffpunkt um 10:30 Uhr an der Steintribüne zu kommen, um hier bereits ein erstes Zeichen der Geschlossenheit und Einheit zu setzen! Wir werden anschließend gemeinsam zum Stadion laufen und den Block betreten.

Wir wissen freilich nicht, ob dies bereits etwas in den Köpfen unserer Vereinsführung ändern wird. Wir wissen aber, dass dies auf Dauer etwas ändern würde.
… Lassen wir es besser nicht drauf ankommen, aber bei diesem düsteren Blick in die Zukunft haben wir nichts mehr zu verlieren!

Ein großer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an alle Fans, die am Freitag anwesend waren, sowie alle Unterschützer und Kämpfer unserer Bewegung.
No Surrender!

Ultras Nürnberg, April 2017


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