JHV – Die Dritte

Schamel ist nicht der Heilsbringer!

Hanns-Thomas Schamel und die (bislang unbekannten) Unterstützer des Konzepts „Pro 2020“ greifen auf der kommenden Mitgliederversammlung nach der Macht im Verein. Das hört sich polemisch an, wenn wir den Worten in einem Bericht der SZ Glauben schenken wollen, könnte diese Aussage allerdings zutreffen. Wir hatten angekündigt ein paar unbequeme Wahrheiten über die Hintergründe, wie sie sich aus unserer Sicht darstellen, zu liefern. In der augenblicklichen Lage kann sicher keiner etwas gegen ein Konzept und eine mögliche Perspektive haben. Der Glubb befindet sich in einer misslichen Lage und da sind Veränderungen notwendig! Es muss jedoch die Frage erlaubt sein, wie diese aussehen sollten?

Umso gefährlicher ist, aus Sicht der Ya Basta!-Redaktion, leider das angebliche Konzept von Herrn Schamel. Denn außer einigen Versprechungen (die Internet-Freunde schreiben was von „back to the roots“) ist darüber in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Deshalb fehlt leider eine Basis um es final zu beurteilen. Wir wissen ja noch nicht einmal genau, wer von den zur Wahl stehenden Kandidaten des Aufsichtsrates sich zu Schamel bekennt und wer eben nicht. Eine heikle Situation, denn ein paar schlaue beziehungsweise wohlklingende Worte dürfen nicht ausreichen, um den Mitgliedern die sprichwörtliche „Katze im Sack“ zu verkaufen.

Wenn wir das Konzept „Pro 2020“ also ablehnen, so tun wir dies auch aufgrund unserer Erfahrungen mit Herrn Schamel in den vergangenen Jahren. Der Ex-Aufsichtsrat hat in unserem Verein sicherlich auch so manch Positives geleistet – das Stellen wir gar nicht in Frage. Insbesondere jedoch wegen seines Verhaltens in den letzten Jahren ist er für uns nicht wählbar – unabhängig vom Konzept. Einige Anekdoten:

Abstieg 2008
Schamel verabschiedet sich aus dem Sponsorenkreis der „Clubfreunde“. In einem Kündigungsschreiben spricht er von einem kurzen Zwischenhoch (gemeint ist wohl der Pokalsieg) – in der Summe beschwert er sich jedoch über fehlende Vision und Prinzipien der „Megamarke“ 1.FCN (dieses Wort hat er damals schon benutzt). Vor allem lamentiert er über fehlende Integration der eigenen Jugendspieler und über „wenig planvolle Verpflichtungen beliebiger Durchschnittskicker aus allen Erdteilen“. Dieser Meinung kann man sein, aber dann im selben Jahr als Sponsor in Fürth einzusteigen ist schon dreist. Untragbar wird es, weil sein Heimatverein (Baiersdorfer SV – mit Hauptsponsor Schamel) dann sogar Jugend-Stützpunktpartner der Fürther wurde. Sich zurückzuziehen ist eine Sache, aber dann den Ligakonkurrenten und Rivalen direkt und indirekt zu unterstützen – und das im Rahmen der von ihm kritisierten mangelhaften Integration eigener Jugendspieler – geht gar nicht. Das war aktive Arbeit und ein Engagement gegen den 1.FC Nürnberg – und dieses hält übrigens bis heute an!

Ich bereue diese Liebe nicht
Wir hatten es hier schon in einem älteren Post erklärt: Schamels Firma wollte als einziger Sponsor den Geldbetrag für die beim Aue-Heimspiel mit „IbdLn“-Fahnen überhangene Werbebande zurück. Sehr fragwürdig, hatte er doch am 26.01.2014 noch eine Lobesmail an die Kampagne „Ich bereue diese Liebe nicht“ geschickt. Dort schreibt er der Aktion „höchsten Respekt“ zu: „Erst durch solche Aktionen kann die Clubfamilie [ihre] Kraft entfalten“ oder „Auf Fans wie Euch kann man stolz sein – macht weiter so“. Die Kampagne war also gut genug, beziehungsweise konnte sich auch Schamel damit identifizieren: „Als ich nach dem Schlußpfiff das feierliche Geschehen in der Nordkurve […] verfolgte, bekam ich direkt eine Gänsehaut“ – solange Hoffnung bestand. Es schien fast so, dass wir gemeinsam durch die Kampagne einen Impuls zur Wende geben könnten. Als es dann auf das Ende der Kampagne zuging und der Erfolg ausgeblieben war, hat Herr Schamel wohl noch ein weiteres Mal Gänsehaut bekommen. Konkret bei der Vorstellung, dass seine Werbebande im Sinne von „Ich bereue diese Liebe nicht“ für ein Spiel mit Zaunfahnen überdeckt wurde. Unmöglich – wie ein Fähnchen im Wind!

Niederlegung seiner Tätigkeit im Aufsichtsrat
Es mag legitim sein, wenn ein Sponsor seine Aktivitäten einstellt, weil er nur seinem Geld verpflichtet ist. Das von den Mitgliedern gegebene Mandat sollte man aber nicht so sorglos wie Herr Schamel wegwerfen. Nach gescheitertem Putsch im Aufsichtsrat (keine Mehrheit gegen die Vorstände im August 2014), legte Schamel sein Amt als Aufsichtsrat nieder. Jetzt könnte man sagen, dass so etwas ein Zeichen von Charakter ist – vielleicht ist das auch zutreffend! Nun aber – nach ein paar Monaten und einer in Aussicht gestellten neuen möglichen Mehrheit im Aufsichtsrat – einen neuen Anlauf zu nehmen, zeigt Schamels wahren Charakter. Und sofern wieder keine Mehrheit im Aufsichtsrat für seine Wünsche und Vorstellungen vorhanden wären, würde er dann erneut wie ein beleidigtes Kind reagieren?

Die Mitglieder wählen eine Person und haben das Recht, das diese für die gesamte Dauer ihrer Amtszeit ihre Überzeugungen (und respektive sind das auch die ihrer Wähler) vertritt. Schamel steht aus unserer Sicht vielmehr für: 2008 „läuft nicht wie geplant“, schnell weg und ab nach Fürth; 2014 „keine Mehrheit und unterschiedliche Auffassungen im Aufsichtsrat“, dann lege ich mein Amt eben nieder.

In der Summe ist so ein Mann – und leider auch die immer noch unbekannten Unterstützer des Konzepts „Pro 2020“ – nicht wählbar. Bei allen Problemen des 1.FC Nürnberg ist er nicht der „Heilsbringer“. Es reicht schon sein Verbündeter Günther Koch im Aufsichtsrat, der in seiner Amtszeit gerne mal sein Zimmer mit Bayern Schals dekoriert – siehe hier. Schamel selbst spricht zwar immer von der Megamarke-FCN (bereits 2008), aber in der Summe sind seine Erfolge als Aufsichtsrat (wo man doch Einfluss haben sollte) sehr übersichtlich. Mutmaßlich könnte die Fan-Kampagne „Ich bereue diese Liebe nicht“ in dem guten halben Jahr der Aktivität mehr für das Bild (die Marke) des 1.FC Nürnberg getan haben, als die vollmundigen Sätze des Ex-Aufsichtsrats. Und die Fan-Initiative kam sogar ohne direkte Sponsorengelder aus!

Die Mitglieder stehen am Dienstag vor wirklich schwierigen Entscheidungen – die aktuelle sportliche Misere des 1.FCN tut ihr übriges dazu. Jeder Glubbfan soll natürlich wählen, wen er für richtig hält. Bei manchen weiß man allerdings für was sie im Positiven, bei anderen für was sie im Negativen stehen! Oder warum gibt Schamel seine Gefolgschaft und vor allem einen potenziellen Sportvorstand nicht schon jetzt preis?

Wenn die Mitglieder am Ende in Schamel den Heilsbringer sehen, dann soll es so sein. Der zukünftige Kurs muss dann jedoch scharf beobachtet werden. Die Opposition steht den Fangruppen sowieso besser zu Gesicht.

Im Zusammenhang mit Schamel und seiner Geschichte verweisen wir auch auf folgende Blogs / Artikel:

BAC-Homepage und Nürnberg-Fan-Blog.


Der aktuelle Tag war mal wieder eine Schmierenkomödie der besten FCN-Art. Aufsichtsrat Koch spricht mit der Presse über Bader Entlassung bzw. Rücktritt – während seitens des Aufsichtsrats noch gar nicht final entschieden wurde. Am Ende spricht der Vorsitzende Schramm von „vereinsschädigendem Verhalten“ seitens Günther Koch.