YA BASTA!
Das Magazin Nürnberger Fankultur

Wien im Frühjahr 2007, das Derby zwischen Austria Wien und Rapid findet im violetten Stadtteil Favoriten statt. 2.000 Grün-Weiße machen sich auf den Weg in den verhassten Stadtteil, darunter auch einige Nürnberger, die ihren grün-weißen Brüdern bei diesem Derby beistehen wollen. Zu Beginn ist alles wie immer, die Gruppen des Block West veranstalten einen beeindruckenden Corteo, am Verteilerkreis nahe des Stadions kommt es zu den ersten Pöbeleien und Auseinandersetzungen, im Stadion zeigen beide Kurven Choreographien und stimmen sich lautstark auf das Spiel ein. Die Stimmung ist in und außerhalb des Stadion aufgeheizt, Derby is! Doch an diesem Tag ist etwas anders: Österreich und die Schweiz stehen kurz vor ihrer Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2008. Was das für die Fans bedeutet, ist uns allen sicherlich noch aus den Erfahrungen im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bekannt. Presse, Medien und Polizei schießen sich auf die Fans ein, Hooligan und Horden marodierender Ultras sollen für Angst und Schrecken sorgen, das Innenministerium rüstet auf und die Fußballstadien werden zu einer Spielwiese und einem Trainingsfeld für die Polizei. So auch an diesem Tag in Wien. Im Laufe des Derbys stürmt die WEGA, eine Sondereinheit der Wiener Polizei, den Gästeblock im Franz-Horr-Stadion. Die Beamten nähern sich über die angrenzende Tribüne, stürmen die Stahlrohrtribüne und es entwickelt sich eine Schlacht mit den Rapid-Fans. Es kam zu Verletzungen und Verhaftungen. Österreich hatte nun also auch seine Ausschreitungen, die für jeden sichtbar waren, die in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt wurden. Experten und Polizei diskutierten über die dortige Problemfanszene – nein, solche Szenen sollten bei dem großen Ereignis, der EM 2008, tunlichst verhindert werden. Das Spiel hatte Folgen für die Fans in unserem Nachbarland, doch für einen Fan aus Nürnberg, der an diesem Tag den Rapidlern beistand, hatte dieser Tag weit größere mit sich gebracht. Er wurde verhaftet und landete hinter Gittern. Später folgte eine mehrmonatige Haft in mehreren Wiener Gefängnissen. In Nürnberg und Wien wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihm beizustehen und ihm juristische Hilfe zu beschaffen. Er selbst fristete seine Tage im Knast und hatte viel Zeit, Zeit nachzudenken, Zeit in sich zu gehen und ganz nebenbei entstand hier die Idee für ein Fußball-Magazin, welches in Deutschland für Furore sorgen sollte.

★ Das Konzept und die Anfänge

Noch während der Haft fand per Brief der erste Austausch mit einem alten Fanzine-Kollegen statt und das Konzept begann trotz des langwierigen Postweges schnell zu reifen. 20 – 32 Seiten, komplett in Farbe, A4, im Rhythmus von 2 Monaten zum kleinen Preis – das waren die Eckdaten. Die anfängliche Skepsis, ob man denn regelmäßig die Seiten füllen würde können, wurde schon nach der ersten Ausgabe (48 Seiten) widerlegt und ist heute, wo wir 80 bis 100 Seiten erreichen, natürlich eine lustige Anekdote. Doch bis dahin war es ein langer Weg…
Aus dem Knast entlassen ging es recht schnell an die Umsetzung und die ehemalige Redaktion des Fiasko-Fanzines „Quotendepp“ hatte ein neues Baby. Nahezu unbeachtet und mit wenigen Eingeweihten wurde ein Name gefunden, Texte geschrieben und koordiniert. Im August, zum ersten Heimspiel der Saison 2007, war es dann soweit. Die Erstausgabe des Ya Basta! erblickte das Licht der Welt. Ein komplett farbiges DIN A4-Heft zum Preis von 1 Euro und einer Auflage von 1.000 Exemplaren eroberte die Nordkurve Nürnberg. Das Ya Basta! wurde den Jungs und Mädels am UN-Container nahezu aus den Händen gerissen und so konnte am Ende des Tages ausverkauft gemeldet werden. Die Kritiken waren überschwänglich positiv, das Konzept wurde angenommen und es war schnell klar, dass in Sachen Nürnberger Printmedien die Zukunft dem Neuling gehören würde. Der Anfang war also gemacht, nun musste das Heft auf eine breitere Basis (Redaktion) gestellt werden, um das angedachte Konzept in Zukunft weiter führen zu können, denn schon bei der Erstausgabe wurde klar, wie viel Arbeit in einem solchen Heft steckt. Zu viel Arbeit für zwei Personen, insbesondere wenn man bedenkt, dass sich auch das Layout auf die beiden beschränkte. Es fanden also Gespräche statt und für die Ausgabe 2 konnte einer der Macher des offiziellen UN-Fanzines „Alles für den Glubb“ gewonnen werden. Somit hatte das AFDG ausgedient, denn die Fakten sprachen ganz eindeutig für das Ya Basta! und die 6 Ausgaben pro Saison, um so auf aktuelle Geschehnisse eingehen zu können und einen bestmöglichen Gegenpol zu liefern. Einen Gegenpol zur Presse und zur öffentlichen Meinung über Ultras bzw. Fußballfans. Hier soll unsere Sicht der Dinge verbreitet werden! Das bunte Layout, der niedrige Preis und die vergleichsweise hohe Auflage sollen dafür sorgen, dass nicht nur Ultras und das Umfeld als Zielgruppe fungieren, nein, wir wollen sie alle: die sogenannten Normalos, die Kutten, die Hools, den Rentner und wenn wir schon dabei sind auch die Schlipsträger auf der Haupttribüne! Im Oktober 2007 erschien mit verstärkter Redaktion Ausgabe 2, die sich thematisch rund um die Europacup-Teilnahme des FCN drehte und ebenfalls schnell ausverkauft war. Die Auflage stieß an ihre Grenzen, also wurde sie zur dritten Ausgabe auf 2.500 Exemplare erhöht. Gewagt, gewagt, denn zu Ausgabe 3 war Schluss mit lustigen Pokalsieger- und Europapokal-Geschichten. Die Jubelarien waren vorbei, nun gab es das volle Brett in Form von Aufklärung zu den Themen Polizei, Stadionverboten und Repressionen. Klar, der große Teil der Ultras sollte in aller Regel mit dem Thema vertraut sein, doch waren/sind Ultras nicht zwingend unsere Zielgruppe. Wir wollen aufklären! Ganz nebenbei wurden wir auch das erste Mal mit den großen und kleinen Problemen des Heftemachens konfrontiert. Das Heft ging kurz vor Ultimo in die Druckerei, es gab kleine Probleme und so erschien Ausgabe 3 erst im Januar 2008, während der Inhalt und diverse Ankündigungen ganz auf eine Erscheinung Anfang Dezember ausgerichtet waren. Es sollten nicht die letzten Hürden und Probleme bleiben.

★ Inhalt und Konsolidierung

Die kommenden Hefte erschienen mal mehr, mal weniger im gewohnten Rhythmus, doch mit jeder Ausgabe entwickelte sich das Heft weiter und Probleme unterschiedlicher Art gemeistert.
Das inhaltliche Rahmengerüst besteht dabei in der Regel aus einem großen Spezial, wiederkehrenden Rubriken (Nordkurve, Szene-News, Rot-Schwarze Hilfe, Amici, Auswärtsblock…) und aktuellen Themen (Anstoßzeiten, Pyrotechnik legalsieren…), die mit der Zeit natürlich immer vielfältiger wurden. In der Sommerpause erscheint zudem ein Saisonrückblick und auch weitere Sonderausgaben sind (bzw. waren) in Planung, fielen bisher jedoch der mangelnden Zeit zum Opfer. Diese ist es auch, die das Heft – trotz aller Entwicklung – immer noch nicht makellos macht und so finden wir in unserem Streben nach einer perfekten Ausgabe immer wieder kleine Fehler, die es auszubügeln gilt. Nach mittlerweile 4 Jahren und 25 regulären Ausgaben kann man jedoch voller Stolz auf das Erreichte zurückblicken. Der Umfang hat sich zwischen 80 und 100 Seiten eingependelt (auch wenn deswegen der Preis auf 2 Euro angehoben werden musste) und die Auflage von 2.500 Heften findet immer wieder seine Abnehmer. Für uns ist das Ende der Fahnenstange jedoch (oder genau deswegen) noch lange nicht erreicht, denn in einer Fankurve wie Nürnberg lassen sich weit mehr Leser und Interessierte finden. Wir arbeiten daran und freuen uns mit jeder Ausgabe ein kleines Stück (Fan-) Geschichte des 1. FC Nürnberg für die Ewigkeit festgehalten zu haben!

★ Der Blog

Neben der Verwirklichung dieser Vorstellung auf Papier, haben wir uns seit August 2011 aber auch dazu entschlossen, einen Online-Blog des Magazins einzurichten. Der Grund ist ganz simpel, denn im multimedialen Zeitalter können wir nicht alles zu Papier bringen und sehenswerte Videos sowie Bilder lassen sich dort entsprechend platzieren und erweitern das Heft damit optimal. Des Weiteren wollen wir die Plattform nutzen, um das Heft noch mehr Leuten zugänglich zu machen und über zahlreiche Leseproben erste Eindrücke zu vermitteln. Selbstverständlich wollen wir dort aber auch Informationen zum Heft selbst/den aktuellen Ausgaben anbieten, aber auch Neuigkeiten aus der Welt der Ultras posten! Ähnlich wie das Magazin, soll auch der Blog ein Nachschlagewerk sein, getreu dem Motto „Lesen bildet“ oder auch „Wissen ist Macht“.
Schaut vorbei, klickt euch rein, wir bemühen uns das Teil regelmäßig zu pflegen, wenngleich wir in der heißen Heftphase natürlich weniger Zeit haben. Denn die Priorität liegt natürlich auch in Zukunft ganz klar auf unserem gedruckten Baby!

★ Daten & Fakten

Der Name:
Ya Basta! ist ein bekannter, spanischer Protestruf, der schlicht „Es reicht!“ bedeutet. Ungeachtert seiner vorherigen Verwendung und Verbreitung erschien uns der Begriff äußerst passend für unser Anliegen, auf Mißstände hinzuweisen und die Leute wachzurütteln. Es ist höchste Zeit, es reicht! Das Heft darf auch gerne als Protestmedium verstanden werden und der energische Klang der Worte verkörpert sehr gut unseren Kampfgeist!

Auflage:
2500 Stück

Seitenzahl:
Zwischen 70 und 100 Seiten

Format:
DIN A4, komplett Farbe, Rückendrahtheftung

Preis:
2 Euro

Erscheinungsweise:
ca. alle 8 Wochen (+ Sonderausgaben)

Vorgängerhefte:
„Alles für den Glubb“ (offizielles UN-Fanzine von 2002 – 2007, 5 Ausgaben) und der „Quotendepp“ (offizielles Fiasko-Fanzine von 2002 – 2006, 4 Ausgaben)

Ausrichtung:
Wir sehen das Ya Basta! nicht als klassiches Fanzine, sondern als „Nordkurve-Magazin“ (mit journalistischem Touch, auch wenn wir keinen Anspruch auf Objektivität/Neutralität erheben können), welches durch seine Aktualität, Farbigkeit und den breit gefächerten Inhalt den Spagat zwischen Fanzine, Stadionheft und Kurvenflyer schaffen soll. Angesprochen werden sollen demnach möglichst alle Nordkurvengänger , speziell aber natürlich Ultras. Das Heft soll informieren, Gedanken und Probleme vertiefen, sowie sensibilsieren. Eine professionelle Aufmachung, sowie viele Bilder sollen das Heft zu einem Sammlerwerk machen, welches v.a. durch gut recherchierte Berichte und Texte besticht.
Die Texte sollen allerdings nicht als Dogma verstanden werden, sondern zur Selbstreflexion anregen!

Bestellungen ausschließlich über:
order-yabasta@un94.com (Achtung: Mindestbestellmenge 5 Hefte!)

Kontakt:
yabasta@un94.com