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Kein Support gegen St. Pauli und Aue

Die fehlende Sinnhaftigkeit der DFB-Strafe (Sperre der Blöcke 7, 9 und 11 für das Aue-Heimspiel) ist in aller Munde. Dies ist aber auch schon der einzig positive Aspekt – rund um die Suche nach einer zeitweisen Heimat für die Nordkurve Nürnberg. Mit der Blöcken 30 + 32 wollte Ultras Nürnberg dem Wunsch nachkommen, auf einen Standort auszuweichen, der weniger ausgelastet als die Gegengerade ist. Bereits auf der offenen Veranstaltung im Lokal von Ultras Nürnberg wurde diese Lösung ins Auge gefasst – und anschließend hier auf dem Blog kommuniziert. Verein und Sicherheitsorgane sahen zum Erstaunen der Fans allerdings ein so massives Sicherheitsproblem, dass man die Karten für die Südkurve ad hoc aus dem Verkauf nahm. Dieses Sicherheitsproblem resultiert jedoch ausschließlich aus Vermutungen sowie Unkenntnis über die Bewegung und kann durch keine Fakten belegt werden.

Beim FCN scheint man auch darüber verärgert zu sein, dass die Entscheidung für die Südkurve nicht mit dem Verein direkt abgesprochen wurde. Hier sehen wir allerdings beileibe keine böse Absicht – wir hatten es ja schon vorher geschrieben: Es war eine offene Veranstaltung – kein Vertreter des Vereins war anwesend oder hatte sich im Vorfeld beziehungsweise danach erkundigt. Gerade in Zeiten einer massiven „Kommunikations-Eiszeit“ hätte auch das Fanprojekt eine Hilfe sein können – selbiges war anwesend, wurde vom Verein aber offenbar auch nicht zur Veranstaltung befragt. Nicht zuletzt: Es ist ein freies Land, niemand sollte um Erlaubnis fragen müssen, für welchen Block er sich Karten kauft!

Hintergrund der Strafe des DFB waren die Probleme (Pyrotechnik) beim Auswärtsspiel in Karlsruhe. Sicher können wir mit etwas Abstand selbstkritisch einräumen, dass wir in der Vergangenheit auch nicht alles richtig gemacht haben. Dies gilt bei einer objektiven Betrachtung allerdings auch für die Vertreter des 1.FC Nürnberg. Ohne erkennbaren Grund wurden die Freiheiten der Kurve fortwährend eingeschränkt. Am Ende wurde sich seitens Ultras Nürnberg für mehr Abstand entschieden – in der Hoffnung, dass eine „Auszeit“ auf beiden Seiten die verhärteten Fronten abbauen würde.

Rund um die Posse „Karten für das Aue-Heimspiel“ ist das sprichwörtliche Fass nun leider übergelaufen. Konkret hatten wir Lösungsansätze angeboten, um das Aue-Heimspiel mit gutem Willen für alle Besucher reibungslos zu gestalten. Eine störungsfreie „Übersiedlung“ hatten wir signalisiert und auch von den Gästefans wäre in dieser Situation die notwendige Sensibilität sowie Solidarität vorhanden gewesen. Vom Verein hätte man daher einen gegenseitigen Vertrauensvorschuss erwarten können – sind wir ehrlich: Ohne einen Vertrauensvorschuss von beiden Seiten kann sich die Situation nicht verbessern – und wir können mit Blick auf die letzten Monate behaupten, unseren Teil dazu beigetragen zu haben. Die Entscheidung des Vereins und der Sicherheitsbehörden den Umzug in die Südkurve zu verweigern, stellt für uns dagegen einen weiteren Tiefpunkt da. Seitens des FCN wurde keine akzeptable Lösung angeboten und kein Wille, den Fans entgegen zu kommen, gezeigt. Es wäre eine Möglichkeit gewesen, das Verhältnis zur Nordkurve wieder in richtige Bahnen zu lenken. Sie wurde verpasst.

Als Konsequenz bleibt Ultras Nürnberg im Moment nur der traurige Schritt, den Support vorerst einzustellen. Das gilt für die beiden Heimspiele gegen St. Pauli und Aue. Nach dem Aue-Heimspiel sind alle interessierten Fans abermals ins Lokal von Ultras Nürnberg eingeladen – hier werden wir zusammen diskutieren, wie der weitere Weg aussehen kann. Darüber hinaus möchten wir Euch dort konkreter erklären, warum wir nun zu diesem drastischen Schritt greifen mussten. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber bei allen Überlegungen erscheint es vor allem für das Aue-Heimspiel die beste Lösung zu sein, die nicht noch weiteres Öl ins Feuer gießt. Jeder kann sich seinen Platz im weiten Rund nun selbst aussuchen – oder auch zuhause bleiben. Ultras Nürnberg wird als Gruppe selbstverständlich das Spiel besuchen.

Ultras Nürnberg, April 2017

Ich fühl mich sicher – Aue

Nun ist es also nicht möglich, dass die Nordkurve für das Heimspiel gegen Aue in die Blöcke 30 und 32 umsiedelt. Sicherheitsbedenken im und außerhalb des Stadions – kein Vertrauensvorschuss, dafür harte Linie. Die Geschichte ist fast schon zu einer Posse mutiert. Trotzdem möchten wir drauf hinweisen, dass die Entscheidung für die Blöcke 30 und 32 nicht heimlich im kleinen Kämmerchen getroffen wurde (sinngemäß wird das auf der FCN Homepage behauptet). Vielmehr gab es eine offene Veranstaltung / Diskussionsrunde im Lokal von Ultras Nürnberg 1994 zu dem Thema (siehe Ya Basta! Blogeintrag „Blocksperre gegen Aue“). Von den Vertretern des Club war keiner anwesend. Es hat auch keiner gefragt, ob er kommen soll darf kann – und nach dem Ausgang der Diskussion hat sich auch keiner erkundigt – zum Beispiel beim anwesenden Fanprojekt. Die Südkurve war in der Diskussion eine von vielen Leuten präferierte Option – kein Mensch hat dabei einen Gedanken an eine dadurch heraufbeschworene „Unsicherheitslage“ verschwendet. So unterschiedlich sieht man sich offensichtlich.

Die Entscheidung für eine Alternative steht noch aus. Ultras Nürnberg tauscht sich in den nächsten Tagen mit einigen Fanclubs und Freunden darüber aus, wohin die Reise denn nun geht. Alle von der Blocksperre (Blöcke 7,9 und 11) betroffenen Personen bitten wir um etwas Geduld. Es ist noch genug Zeit bis zum Aue Spiel (um sich die Karten im Vorverkauf zu holen) und zur Not sind ja auch die Ticketschalter am Spieltag geöffnet. Mit rund 25.000 Besuchern war in letzter Zeit genug Platz im Max-Morlock-Stadion. Kein Grund zur Panik – die Entscheidung wird hier kommuniziert.

Blöcke 30 + 32 gegen Aue vorerst geschlossen

Die Ankündigung von Ultras Nürnberg, sich Karten gegen Aue für die Blöcke 30 + 32 zu kaufen, ist erst wenige Stunden online, da hat der Verein den Verkauf bereits gestoppt.

Wie wir auf Nachfrage erfahren haben, sieht der FCN ein massives Sicherheitsproblem in diesem Blockwechsel und begründet das mit der Nähe zu den Gästefans und den sich kreuzenden Wegen.

Klingt erstmal nachvollziehbar, doch bei näherer Betrachtung stellen sich die Bedenken als völlig unbegründet dar.

1. Die Nähe zu den Gästefans ist über die Gegengerade, die der FCN erneut als Ausweich-Standort favorisiert, genauso gegeben.

2. Es gibt durchaus Möglichkeiten, den NK-Tross in die ausgerufenen Blöcke zu geleiten ohne die Fantrennung aufzuweichen. Durch den bereits angekündigten Treffpunkt und den gemeinsamen Marsch der betroffenen Glubbfans machen wir es den Verantwortlichen sogar noch einfacher.

Unterschwellig äußern Vereinsverantwortliche auch den Vorwurf, dass Ultras Nürnberg den Verein vorher nicht informiert hätte. Dazu sind zwei Dinge zu sagen:

1. Die derzeit immer noch bestehende Eiszeit – aus der natürlich auch dieser Zustand resultiert – hat sich der Verein selbst zuzuschreiben.

2. Die Diskussionsrunde am Freitag hat Ultras Nürnberg öffentlich ausgerufen. Es war verwunderlich, aber gleichzeitig bezeichnend, dass sich kein Vereinsvertreter dafür interessierte und teilnahm. In dieser Runde wurde bereits deutlich gesagt, dass es nicht mehr auf die Gegengerade geht. Die nun ausgewählten Blöcke wurden sogar als Alternative genannt.

Der FCN ist der letzte, der sich über diese Situation beschweren braucht und wenn er nun Scherereien wegen dieser DFB-Strafe hat, umso besser. Dann fängt er vielleicht endlich mal an, dieses Strafensystem in Frage zu stellen.

Es ist ja nun wirklich keine neue Erkenntnis, dass der Ausschluss und Umzug einer Heimkurve nicht unbedingt zur Sicherheit beiträgt (siehe dazu auch Frankfurt – Stuttgart im letzten Jahr). Aber selbst das ist dem DFB bei diesen Kollektivstrafen weiterhin egal, was zeigt, dass es ihm nur um eine Spaltung der Anhänger geht!

Trotzdem möchten wir an dieser Stelle betonen, dass es nicht im Sinne von Ultras Nürnberg liegt, mit den gewählten Blöcken den 1. FC Nürnberg vor Probleme zu stellen. Hätte Ultras Nürnberg das gewollt, hätten wir uns bereits am Tag vor der Veröffentlichung mit Karten eingedeckt.

Wie geht es nun weiter?

Der FCN will morgen entscheiden, ob er die Blöcke wieder freigibt oder nicht. Bis dahin bitten wir alle Glubbfans cool zu bleiben. Wir sind uns sicher, dass es möglich sein wird.

…ansonsten haben wir tatsächlich ein Problem.

Heimspiel gegen Aue

Nordkurve Nürnberg,
der Umgang mit der DFB-Strafe wurde am Freitag offen für alle diskutiert. Neben einem konkreten Ergebnis für das Spiel gegen Aue, wurde natürlich auch viel über DFB-Strafen an sich diskutiert. Bei letzterem gab es erfreulicherweise eine große Übereinstimmung unter alle Beteiligten, die kurz zusammengefasst werden soll.

- Die vergangenen Blocksperren haben nichts bewirkt. Weder in Nürnberg noch woanders. Es ist den ausgeschlossenen Fans immer gelungen an Karten anderer Blöcke zu kommen und von dort das gewohnte Bild zu erzeugen.

- Was jedoch viel entscheidender ist: Die Strafen haben das Fanverhalten nicht im geringsten beeinflusst. Im Gegenteil: Das „Feindbild DFB“ wächst und mit ihm auch der Graben gegenüber den Vereinen, die dieses Strafensystem unterstützen, indem sie nichts dagegen tun. DFB und Vereine treiben die Radikalisierung in den Kurven voran.

- Dies nimmt natürlich auch der DFB zur Kenntnis und trotzdem praktiziert er weiterhin dieses Modell – am Beispiel Nürnberg mit einer Stadionauslastung von derzeit ca. 50% scheint es besonders absurd zu sein, Fans und ihren Tifo auszuschließen, um ihnen einen Denkzettel zu verpassen. Daher ist es offensichtlich, dass der DFB mit diesen Strafen nur einen perfiden Zweck verfolgen will: Er will die Einheit der Kurven brechen und Fans gegeneinander aufbringen. Dies haben wir immer wieder spüren dürfen, wenn nach einer solchen DFB-Strafe hitzig über jene und deren Umgang (wie am Freitag) diskutiert wurde. Ergänzt durch die mediale Hysterie soll sich die Schlinge um die aktiven Fans weiter zu ziehen und Druck vom Umfeld erzeugt werden.

- Bei all den Millionen sind wir immer noch ein nicht zu unterschätzender Faktor für das „Produkt Fußball“ – so ekelhaft das klingt. Der DFB und die Vereine wollen daher auch nicht die aktiven Fans und ihren Tifo aus den Stadien verbannen. Sie wollen sie lediglich maßregeln und kontrollieren, was durch den erzeugten Druck aufgrund der Kollekrivstrafen gelingen soll. Doch genau diese Unterdrückung wird die Fankultur in den Stadien töten. Fankultur, die mehr wert ist, als wir es uns einreden lassen! Schauen wir uns noch einmal das Beispiel Nürnberg an: Was wäre der Verein heute ohne seine aktiven Fans, die in den letzten 30 Jahren mehr als jeder Spieler zur Strahlkraft dieses Vereins beigetragen haben?!

Die Frage nach dem Umgang mit der DFB Strafe wurde daher auch unter dem Aspekt diskutiert, wie man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann. Hierbei wurde schon deutlicher, dass die Meinungen unterschiedlicher sind – worauf ja genau die Strafe des DFB abzielt: Uneinigkeit schaffen. Mit der großen Diskussionsrunde wollten wir damit entgegen wirken und bekräftigen daher noch einmal unsere Grundaussage: Es ist weniger wichtig, wie wir mit dieser Strafe umgehen. Wichtiger ist, dass wir alle hinter dieser Entscheidung stehen und sie mitragen, auch wenn sie nicht alle zu 100% befürworten.

Trotzdem hat sich in der Diskussion eine klare Tendenz entwickelt, wie das Spiel gegen Aue bestritten werden soll.
Werfen wir zunächst aber noch einmal einen kurzen Blick zurück.

Bei den vergangenen Blocksperren haben wir uns noch kaputt gelacht, weil wir einfach auf die Gegengerade gezogen und von dort unserer Leidenschaft nachgegangen sind. Auch der FCN hat sich gefreut, weil er nebenbei ein paar Dollar gemacht hat und weiterhin seine Stimmung für das „Event Stadionerlebnis“ geliefert bekam. Alles supi, könnte man daher meinen und wir waren uns sicher, dass der DFB aufgrund dieser Tatsachen bald von solchen Strafen ablassen würde. Doch nichts hat sich geändert! Dem DFB geht es bei diesem Strafenmodell überhaupt nicht darum, ob wir uns nun Karten für einen anderen Bereich holen und das tun, was wir immer tun – oder nicht. Bei Kollektivstrafen geht es immer um Spaltung nach dem Motto „Teile und herrsche!“ Denn während wir weiter über die Strafen lachen und singen, zieht sich heimlich, stilll und leise die Schlinge immer weiter zu. Daher ist es zu wenig, die Strafen einfach nur zu umgehen. Wir müssen zeigen, was sie anrichten können und den Druck zurück geben! Andernfalls werden diese Strafen irgendwann vielleicht tatsächlich mehr zerstören als es dem FCN und allen Fans lieb sein wird.

Denn ist es wirklich im Sinne des FCN, wenn die aktiven Fans irgendwann dauerhaft verbannt werden? Wenn die Stimmung, Fahnen und Choreographien aus dem Max-Morlock-Stadion verschwinden? Eines ist sicher: Wir werden zukünftig noch häufiger mit solchen Sperren belegt werden. Da bedarf es bald auch keiner Pyroaktionen mehr, es werden Lappalien wie beleidigende Spruchbänder oder freche Vereinsmaskottchen ausreichen.

Gegen Aue wollen wir daher den Unterschied aufzeigen und werden für 20 Minuten der DFB-Strafe nachkommen. Für die restlichen 70 Minuten werden wir sie erneut umgehen und rufen alle Fans (ob vom Urteil betroffen oder nicht) auf, sich Karten für die Blöcke 30 und 32 zu holen.
Mit dieser Blockwahl wollen wir auch den Wunsch aufgreifen, auf einen Standort auszuweichen, der weniger ausgelastet als die Gegengerade ist.

Für den Spieltag selbst rufen wir alle Fans auf, zum Treffpunkt um 10:30 Uhr an der Steintribüne zu kommen, um hier bereits ein erstes Zeichen der Geschlossenheit und Einheit zu setzen! Wir werden anschließend gemeinsam zum Stadion laufen und den Block betreten.

Wir wissen freilich nicht, ob dies bereits etwas in den Köpfen unserer Vereinsführung ändern wird. Wir wissen aber, dass dies auf Dauer etwas ändern würde.
… Lassen wir es besser nicht drauf ankommen, aber bei diesem düsteren Blick in die Zukunft haben wir nichts mehr zu verlieren!

Ein großer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an alle Fans, die am Freitag anwesend waren, sowie alle Unterschützer und Kämpfer unserer Bewegung.
No Surrender!

Ultras Nürnberg, April 2017

Zum Heimspiel in Würzburg

Viele werden sich gefragt haben, warum wir ausgerechnet beim Spiel in Würzburg zu einem gemeinsamen Treffpunkt und Corteo aufgerufen haben. Medial ist bereits von einem „Marsch“ die Rede und in Kombination mit Bildern vom Derby gegen Fürth wird dadurch ein völlig reißerisches Szenario heraufbeschworen.

Wir geben gerne „Entwarnung“. Schließlich sagen wir ganz bewusst: lautstark, fanatisch, kreativ. Das Spiel am 23. April ist für uns kein Derby. Denn seien wir ehrlich: Mit Kickers Würzburg gibt es keine Rivalität – weder auf den Rängen, noch auf dem Rasen. Die Frage nach der Nummer 1 in Franken muss mit keinem Verein jemals geklärt werden. Die Antwort ist unverrückbar und unabhängig jeglicher Momentaufnahmen, wie einer Tabelle. Keiner will und muss sich mit ihnen messen, es gibt nichts zu beweisen.

Der Grund für unseren Aufruf ist ein anderer: Noch immer leben in und um Würzburg mehr Glubberer als Fans anderer Vereine. Genau deswegen müssen wir uns bei einem „Auswärtsspiel“ mal nicht wie unerwünschte Gäste fühlen – und gehen davon aus, dass wir uns frei bewegen dürfen, wie wir es immer in Würzburg tun! Im Gegenzug braucht aber auch keiner von uns auf dicke Hose machen. Würzburg ist eine rot-schwarze Hochburg und als solche zu besuchen. – In Nürnberg benehmen wir uns schließlich auch nicht wie die letzten Menschen.

Was dieses Spiel besonders macht, ist nicht der Gegner, sondern dass aus allen Himmelsrichtungen, allen Straßen und Gassen Glubbfans nach Würzburg pilgern, um ihren Glubb vor der Haustüre zu erleben. Wir wollen mit der gesamten Glubbfamilie aus nah und fern ein entspanntes Wochenende in Würzburg verbringen, Kneipen besuchen, am Main chillen und am Sonntagmorgen gemeinsam zum Stadion laufen. Macht euch also locker – und nicht ins Hemd!

Alle Glubbfans bitten wir, sich ihr Trikot überzustreifen. Auch all denjenigen, die ohne Karte dastehen, garantieren wir ein grandioses Wochenende!

Ultras Nürnberg 1994 & Fiasko Nürnberg

Aliens

Erlebnis Fussball #71 out now

Normalerweise nutzen wir dieses Blog überwiegend für unseren eigenen Kram. Da für das neue Erlebnis Fussball (EF) aber auch einige Gubbfans etwas beigesteuert haben, machen wir an dieser Stelle gerne Werbung.

Die aktuelle Ausgabe #71 des überregionalen Fanzines beschäftigt sich mit dem Thema Sektionen: Was sind Sektionen? Welche Gruppen haben Sektionen? Wie lebt es sich im Exil?

Auch Ultras Nürnberg ist in Sektionen gegliedert. Das war für die Macher des EF Anlass anzuklopfen. Entstanden ist ein umfangreiches Interview mit dem Fiasko Nürnberg beziehungsweise der Sektion Unterfranken. Dazu die Kollegen vom EF:

Rund 110 Kilometer trennen Nürnberg und Würzburg. Nicht gerade um die Ecke, aber sicher keine Weltreise. Anscheinend genau die richtige Entfernung, damit sich eine sehr respektierte Gruppe entwickeln konnte: das Fiasko. Ansässig in Würzburg sind sie Kern der Sektion Unterfranken, und damit auch Teil von Ultras Nürnberg. Sie sehen sich als Platzhirsch in Würzburg, haben die Nordkurve zum großen Teil mitgeprägt und vertreten die schwarz-roten Farben im Exil. Bei einem persönlichen Treffen erklärten sie uns, wie es sich als Clubberer in Würzburg lebt, was ihre Gruppe ausmacht, und kramten zusätzlich eine Menge Anekdoten hervor.

„Eine Menge Anekdoten“, das könnte passen. Denn auf Anfrage des Ya Basta! erinnert sich auch Fiasko-Mitglied John an eine unterhaltsame Nacht:

Wir haben einen Abend lang hart gesoffen und aus dem Nähkästchen geplaudert. Dass da eine Aufzeichnung mitlief, hab ich irgendwann komplett vergessen gehabt. Und Alter hatte ich einen Schädel am nächsten Tag… Fast so wie der eine von der SM, als er… Wobei, das ist eine andere Geschichte. – Jedenfalls war der Schreiber vom EF glaube ich recht froh, als wir ihn wieder haben gehen lassen. Ob der sich nochmal zu uns traut? Gefallen hat’s ihm aber glaube ich. Hehe.

…freut euch also auf ein interessantes Interview und viele andere spannende Themen im neuen EF. Da der Container dicht ist, können wir euch das Heft – genauso wie andere Fan-Publikationen – leider nicht im Stadion anbieten. Bei Interesse könnt ihr das Magazin für 4 Euro im Shop vom EF bestellen oder natürlich auch bei den Kollegen von NOFB.

Neues EF

Blocksperre gegen Aue

Nordkurve Nürnberg,

in dieser Woche hat uns der DFB erneut mit einer Sperre der Blöcke 7,9 und 11 sanktioniert. Die Strafe greift im Heimspiel gegen Aue am 15. April 2017.

Nach den Vorfällen in Karlsruhe im Oktober 2016 ist das vermutlich nur eine Frage der Zeit gewesen. Wahrscheinlich haben wir auch damit rechnen müssen. Trotzdem ist uns die Sinnhaftigkeit solcher Sanktionen schleierhaft. Bereits zum vierten Mal sind unsere Stimmungsblöcke gesperrt.

Auch dieses Mal wird es in einem Stadion, das aktuell nur zur Hälfte ausgelastet ist, kein Problem sein, sich für einen anderen Sektor Karten zu organisieren. Die Nordkurve kann auch von der Gegengerade supporten. Die Frage ist nur: Wollen wir das überhaupt?

Wir sind uns diesbezüglich selbst unschlüssig. Deshalb würden wir gerne eure Meinung hören. Kommt deshalb bitte am Freitag, 31. März nach dem Spiel gegen Karlsruhe mit ins UN-Lokal und diskutiert mit uns! Wir wollen wissen, wie ihr dazu denkt und gemeinsam mit euch die richtige Entscheidung im Sinne der Kurve treffen. – Eine Entscheidung zusammen mit allen Betroffenen und nicht für die Betroffenen. Gerade jetzt müssen wir Stärke zeigen und mit einer Stimme sprechen.

Denn egal wie wir uns als Kurve letztlich entscheiden: Wir dürfen uns von derartigen Sanktionen niemals spalten lassen! Das ist nämlich das eigentliche Ziel der Maßnahmen: Einen Keil zwischen uns zu schlagen und uns nachhaltig zu schwächen.

Zeigen wir ihnen, dass die Nordkurve Nürnberg sich niemals unterkriegen lässt!

Wer nicht weiß, wo sich das Lokal befindet, kann nach Spielende vor den Block 911 kommen.

Ultras Nürnberg 1994

Blocksperre

Heimspiel in Würzburg – 23.04.2017

Heimspiel in Wuerzburg

Handballdamen am Samstag unterstützen

Servus Nordkurve,

ihr sucht nach einer entspannten Freizeitgestaltung am Wochenende? Ihr wollt euch Ärger und graue Haare sparen und trotzdem eure Stimmbänder strapazieren? – Keine Sorge: Ihr könnt die Flyer für den Kirchenchor in der Jackentasche verschwinden lassen. Die Nordkurve entert wieder die Halle am Valznerweiher!

Bei all dem Troubel der letzten Wochen haben wir natürlich nicht vergessen, dass es auch coole Damen im Dienste des FCN gibt. Die Zeiten bei den Handballdamen haben sich genauso geändert wie bei den Profi(?)kickern des FCN. Statt Deutscher Meister-Gesänge anzustimmen, gilt es das Team aus dem Keller der Bayernliga zu schreien. Gegner am Samstag ist der TSV Ottobeuren aus dem Allgäu. Anwurf am Valze ist um 18:00 Uhr. Kommt rechtzeitig und holt euch zusammen mit uns ein wenig von unserem Spaß zurück.

Le Glubb, c’est nous!

Glück gehabt – Fürth bleibt Fürth

Hi Folks,
pünktlich zum Derby wollen wir euch eine neue Rubrik vorstellen: „Erbrochenes am Morgen“ – lose, persönliche Gedanken zu Themen aus aller Welt. Den Anfang macht Joe, Redaktionsmitglied:

„Erst neulich hab ich wieder an die furchtbare Idee der Einverleibung Fürths in die Stadt Nürnberg gedacht. Ein Glück ist daraus nichts geworden… Darüber sollten die Fürther mal ne Choreo machen!“

Die Luft wird dünner

Es ist bekannt, dass das Verhältnis zwischen Ultras Nürnberg und dem Verein derzeit auf einem Nullpunkt ist. Ultras Nürnberg hat seit November jeglichen Kontakt abgebrochen, weil man der Meinung ist, dass etwas Abstand beiden Seiten gut tun würde und dies besser als ein direkter Konfrontationskurs sei.

Daraus resultierte natürlich auch eine gewisse Einschränkung, was die Durchführung von Choreographien bei Heimspielen anbelangte. Große Blockfahnen oder Tausende von Zetteln lassen sich nun mal nicht einfach so mit ins Stadion nehmen. Diese benötigten in der Vergangenheit eine Anmeldung bzw. Genehmigung seitens des Vereins und selbst die Inhalte mussten bekannt gegeben werden. Ultras Nürnberg beschränkte sich seitdem auf Choreographien, die ohne Bürokratie, Abhängigkeit von Vereinsoffiziellen oder gar den viel zitierten sogenannten „Privilegien“ durchgeführt werden können.

Schaut man sich die vergangenen Aktionen an, dann muss man feststellen, dass diese Freiheit in keiner Weise missbraucht wurde. Weder die verwendeten Materialien noch die Inhalte waren zu beanstanden. Im Gegenteil: Die gezeigten Choreographien waren – trotz der genannten Einschränkungen – eine der wenigen positiven Erscheinungen im Max-Morlock-Stadion in der bisherigen Rückrunde. Schaut euch doch mal um, was in diesem Stadion von der „Faszination 1. FC Nürnberg“ noch geblieben ist!

Welchen Grund könnte es für einen Verein geben, sich nun daran zu stören, außer Machtspielchen?    

Denn schon bei der letzten Choreographie gegen Braunschweig wurden wir von der Sicherheitsabteilung belehrt, dass das große Banner angemeldet hätte werden müssen. Gegen Bochum wurde schließlich genauer hingeschaut und (nicht relevante) Teile der Choreo am Eingang verboten. Trotzdem hätte die Aktion durchgeführt werden können, wenn man nicht daran gehindert worden wäre, das Vereinslogo auf einem Banner vom Oberrang in den Unterrang zu spannen. Die Ordner im Oberrang hatten die „klare Anweisung“. Natürlich hätte man diese ignorieren und die Choreographie durchführen können, man wollte die Situation aber nicht eskalieren lassen. Es war uns die Sache dann einfach nicht wert und wir hatten es bereits gesagt:

„WIR BRAUCHEN DAS ALLES NICHT!“

Trotzdem haben wir uns in den letzten Wochen ungeachtet der erschwerten Bedingungen immer wieder aufgerafft, weil es unsere Bewegung ausmacht und weil wir natürlich auch eine gewisse Verantwortung gegenüber unserer Kurve und dem großen Namen 1. FC Nürnberg haben, um dem positiven Ruf der Nürnberger Choreographien weiterhin zu erhalten.

Diese Verantwortung trieb uns schließlich sogar dazu, zähneknirschend eine Anmeldung für das Derby direkt bei den Verantwortlichen der Westvorstadt vorzunehmen, welche jedoch nicht sofort bearbeitet wurde. Man wollte sich erst mit den Kollegen aus Nürnberg unterhalten, hieß es etwas überraschend. Kurz darauf wurde uns mitgeteilt, dass man darauf besteht, dass die Choreographie in Nürnberg angemeldet werden muss, bevor man alles weitere bespricht – das wäre ein standardisierter Ablauf.

Im Klartext: Wir sollten eine Choreographie, die wir der Fürther Fanbetreuung bereits offen gelegt hatten, nachträglich (nochmal!) in Nürnberg anmelden, damit diese sie (nochmal?) nach Fürth weiterleitet, denn nur dann dürfe/könne/wolle man in Fürth über eine Genehmigung entscheiden. Ob der Passierschein A38 auch noch verlangt worden wäre, wissen wir nicht, denn wir haben uns an dieser Stelle ausgeklinkt. Uns erschloss sich der Sinn dahinter nicht, außer Machtspielchen, denn die Nürnberger Fan- und Sicherheitsabteilung hätte sich sicher keinen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn man über diesen „Formfehler“ hinweg gesehen hätte. Da kann man sich über die Presse noch so rechtfertigen und den schwarzen Peter schon mal weiterschieben. Wir werden dieses Mal aber nicht mit Empörung reagieren, wie sie es erwarten und erhoffen. Dann ist das eben so. Auch dieses Mal ist es uns die Sache einfach nicht wert.

Wir brauchen das alles nicht und wir fühlen uns darin bestätigt, weiterhin auf Abstand zu bleiben. Die Signale, die wir erhalten haben (einige weitere sind noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt), waren eindeutig und geben Anlass unsere gute Miene zum bösen Spiel zu überdenken. Denn wofür das Ganze? Für einen Verein, der durch seine derzeit handelnden Personen, so schlecht dasteht wie nie zuvor? Hört sich übertrieben an, aber schauen wir uns die Fakten an:

- Der 1. FC Nürnberg steht mit 29 Punkten nach dem 22. Spieltag in der 2. Liga auf Platz 9. Das ist die schlechteste Platzierung zu diesem Zeitpunkt der Saison seit der Regionalliga 1996/1997.

- Das Verhältnis innerhalb der Glubbfamilie (sowohl in der Kurve, als auch am Valznerweiher selbst) ist so schlecht wie nie. Meeske und Herrmann haben einen großen Anteil daran, dass das vorher noch nie so dagewesene Gemeinschaftsgefühl „Ich bereue diese Liebe nicht“ innerhalb von nur 2 Jahren komplett verloren ging und man sich voneinander entfernt. In einigen Themenfeldern treiben sie die Spaltung sogar bewusst voran.  

- Nicht unerwähnt darf bleiben, dass auch die Beschwerden der Gästefans über unwürdige Maßnahmen wie Ganzkörperkontrollen (zuletzt beim Heimspiel gegen Bochum) zunehmen. Auch dies ist kein Zufall!

- In sportlicher Hinsicht gibt es keinerlei Konzept, keinerlei Perspektive, außer das billige (Wahl-) Versprechen, dass nach einer Ausgliederung „vieles besser/einfacher“ werden würde.

- und wenn man nach den Gründen für die derzeitige Misere fragt, dann bekommt man immer noch zu hören, dass die „Vorgänger-Regierung“ ein Chaos hinterlassen hat und die Bedingungen (-> eV) so schlecht sind.

- ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass der 1. FC Nürnberg immer noch bessere Voraussetzungen als die meisten anderen Zweitligisten hat und es den verantwortlichen Personen trotzdem nicht gelingt, besser dazustehen. Mehr noch: Aus den letzten 1 1/2 Jahren können sie NICHTS vorzuweisen, was die Hoffnung wecken könnte, es würde mit ihnen wieder aufwärts gehen – ob ausgegliedert oder nicht.  

Der Abstand tat beiden Seiten gut, denn es war trotz des angespannten Verhältnis ruhig. Es ist also völlig unverständlich, warum der Verein in der jetzigen Situation unnötigerweise wieder auf Konfrontationskurs geht. Der FCN hat derzeit ganz andere Probleme und wenn er glaubt, dass er sich einen weiteren Nebenkriegsschauplatz leisten kann, dann zeigt es sehr deutlich, dass die handelnden Personen den 1. FC Nürnberg nicht verstanden haben und ihn verändern wollen.  

Ultras Nürnberg, März 2017  

Derby-Treffpunkt

Flyer Derby

Treffpunkt beim Bochum-Heimspiel

Treffpunkt Bochum

Ode an die Fanzines – aus Nürnberg

Nach der gefühlten Fanzine-Renaissance von vor drei bis vier Jahren herrscht aktuell Flaute auf dem Hefte-Markt. Die bekannten Publikationen erscheinen wie gewohnt, doch vielerorts gehen die Auflagen zurück. Shops melden, dass es schwer sei die Druckerzeugnisse loszubekommen. Die Wertschätzung für Fußball-Fanzines scheint gesunken.

Das merken wir auch bei den Ya Basta!-Verkäufen. Da bleiben die Alt-Glubberer stehen, kramen die Tragetasche aus der Jacke und kaufen gleich vier Hefte. Viele jüngere Semester stolzieren in der neuesten Nordkurve-Kollektion und Markenschuhen vorbei, haben außer einem Grinsen allerdings nichts für uns übrig.

Ein Spiegelbild des Medienwandels? Eine unausweichliche Folge der Digitalisierung? Printsterben beim Fußball?

Vielleicht. Doch auch von älteren Szenegesichter hören wir schon mal, dass sie keine Hefte mehr lesen. Das, was im Ya Basta! oder dem Daggl steht, wisse man sowieso schon alles. Vielleicht haben sie damit recht und auch wir Hefte-Macher sollten umdenken: Hintergründiger werden und keine News wiederkäuen, die man sowieso nach fünf Minuten auf dem Handydisplay hat. Abwechslungsreicher werden und Infos gewissenhafter recherchieren.

Ode an die Fanzines

Doch: Es bleibt ein Kampf gegen Windmühlen. Seit mehreren Ausgaben versuchen wir im Ya Basta! etwa das übliche Spielberichtsschema zu brechen. Ihr kennt das alle zur Genüge: Anreise, Choreo und Stimmung, Spielgeschehen, Stimmung beim Gegner, Abreise. „Schullandheimbericht“ sagen wir dazu beim Ya Basta!. Die Anzahl dieser „Schullandheimberichte“ hielt sich in unseren letzten Heften stark in Grenzen. Wahrscheinlich tendierte sie sogar gegen Null. Selbst bei den größten Rotz-Spielen haben wir versucht den Fokus auf andere Teilaspekte des Spieltags zu lenken und dadurch Interesse zu wecken. Reaktionen darauf: Keine. Lediglich, wenn es mal einen „Aufreger“ gab, bekamen wir (kritisches) Feedback auf Spielberichte. Ansonsten blieb es wie gewohnt: „Spielberichte les‘ ich nicht, ich weiß ja sowieso schon alles.“ Oder um es auf Hopping-Hefte zu übertragen: „Les‘ ich nicht, steht doch eh nur wieder Belgrad drin.“ – Auch wenn ein Heft wie der Daggl das Belgrader Derby in den letzten Ausgaben komplett aussparte oder nur angereichert mit zahlreichen Hintergrundinfos etwas dazu schrieb.

Zum Thema Fanzines hat sich auch der Blaue Brief der Ultras Gelsenkirchen in der Ausgabe zum Spiel gegen Eintracht Frankfurt Gedanken gemacht. Auf Schalke ist die Situation ähnlich zu der in Nürnberg. Der Autor beschreibt sie in seiner „Ode an die Fanzines“ wie folgt:

Schaut man sich die Entwicklung der Verkäufe des BFU auf Schalke an, wird diese These unterstützt. Hat man früher bis zu 200 Hefte bestellt und verkauft, bekommt man heute kaum den kleinen Stapel weg. Woran liegt das? Gibt es kein Interesse mehr, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen? Reicht die bloße Information, das Wie und Warum ist egal? Sind wir so abgestumpft und schaffen den Blick nach draußen nicht mehr? Wir stehen als Ultras dauerhaft in der Diskussion, wie sollen wir Kritikern begegnen, wenn wir Ultras selber nicht mal wissen, was wir da tun, sondern immer nur einfach machen? Natürlich reicht es dabei nicht, wenn man sich durchliest, wie der Prof im Dröhnbütel beschreibt, wie er sich in Schweden bei ‘nem Glas Cola einen runtergeholt hat. Ich habe vielmehr den Eindruck, dass dieser Wissensdurst nach Hintergründen teilweise gar nicht mehr existent ist.

Auf diesen sehr lesenswerten Text folgte prompt eine Antwort im darauffolgenden Blauen Brief zum Spiel gegen Hertha am vergangenen Wochenende. Der Schreiber nimmt die Situation ähnlich wahr, appelliert an die Vorbildfunktion und bringt verschiedene Ideen, wie sich der Status Quo ändern ließe:

Doch gibt es genug andere Möglichkeiten, um das Fanzine wieder aus seiner Nische herauszuholen. Zum einen kann das ganz einfach über die Vorbildfunktion passieren: Beim Hineinwachsen in die Fanszene bekommt man ganz automatisch bestimmte Inhalte vorgelebt, sowohl auf einer allgemeinen Ebene, bei der ich an grundsätzliche Werte wie Zusammenhalt und Aufrichtigkeit denke, als auch im Speziellen, wie im Fall der Bedeutung von Zaunfahnen oder Szene-Klamotten. Und sind wir mal ehrlich: Wenn sich eine ganze Generation von Fans mit North-Face Jacken und New Balance eindeckt, weil „das halt dazugehört” oder „in ist”, warum sollte sich dieser Effekt nicht auch bei Fanzines erzielen lassen?

Die gemachten Vorschläge nehmen auch wir vom Ya Basta! gerne mit: Als Aufforderung weiter Gas zu geben; Gegenöffentlichkeit zu sein, Sammlerstück und vermutlich eines der besten Fanzines in Deutschland. Den nötigen Elan haben auch wir in den kommenden Monaten etwas vermissen lassen, doch wir sind gewillt es wieder anzupacken. Inhaltlich steht unsere Ausgabe 48 bereits.

Crowdfunding für ein Max-Morlock-Stadion?

Zum Thema Max-Morlock-Stadion und Crowfunding-Projekt der Consorsbank zitieren wir die Stellungnahme der Initiative „Max-Morlock-Stadion jetzt!“:

In den letzten Tagen wurde bereits viel über das Max-Morlock-Stadion und die Pläne einer Bank diskutiert. Demnach wird sich die Bank die Namensrechte sichern und mittels einer Crowdfunding Kampagne den Namen „Max-Morlock-Stadion“ realisieren, wenn dadurch 800.000 Euro zusammenkommen.

Das klingt interessant und es zeigt wieder einmal, dass „Max-Morlock-Stadion“ eine Option ist, mit der sich alle Ebenen befassen oder befassen müssen, weil es nicht nur unumgänglich, sondern auch charmant und einzigartig ist!

Bevor wir jedoch in Jubel ausbrechen, weil das Achteck endlich seinen verdienten Namen bekommen soll, müssen wir noch einmal genauer hinschauen.

Crowdfunding, Bank und Namensrechte – das sind nun mal Begrifflichkeiten, die nicht mit unserer Welt der Fußballromantik zu vereinbaren sind. Denn natürlich verspricht sich auch die Bank von diesem Engagement Profit. Sie wird mit dem MMS und unserer Wertevorstellung Geld machen wollen. Und letztendlich ist sie es auch, die am Ende des Tages ganz alleine über den Namen entscheiden kann. Deshalb werden wir genau hinschauen, wie das Crowdfunding ablaufen soll. Wir werden intervenieren, sobald in Bereiche unseres Fandaseins eingegriffen wird. Genauso wie wir intervenieren, sollten Konzerninteressen über der Sache stehen.

Eine Kernaussage unserer Initiative war es, dass das „Max-Morlock-Stadion“ ohne Sponsor oder Gönner realisiert wird. Diese Kernaussage wird auch bestehen bleiben. Das bedeutet: Unabhängig vom Ausgang der Crowdfunding-Kampagne wird die Arbeit unserer Initiative weitergehen. Das Ziel ist noch nicht erreicht.

Klar ist aber auch: Diese Nachteile würde jeder Sponsor mit sich bringen. Der Vorstoß der Consors Bank könnte aber dagegen eine Türe öffnen. Hat sich der Name erst einmal im offiziellen Sprachgebrauch verankert, dann wird er danach unantastbar sein!

Wir sehen den jetzigen Schritt als Etappenziel. Es mag schwer fallen die Aktion einer Bank zu unterstützen – doch das gespendete Geld wandert an die Stadt Nürnberg und nicht an die Bank. Nach 10 Jahren wäre die Verwirklichung dieses Vorhabens wohl der größte Schritt zum Ziel! Es bleibt aber nur ein Etappenziel, das in der heutigen Zeit wahrscheinlich sogar unumgänglich ist, erreicht und überwunden werden muss.

Max Morlock Stadion